Alfa Romeo Forum

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-   -   Abschied nach 2 Jahren und 45.000km (https://www.alfisti.net/alfa-forum/alfa-mito/110367-abschied-nach-2-jahren-45-000km.html)

1337Offz 06.05.2013 06:48

Abschied nach 2 Jahren und 45.000km
 
Guten Tag Alfisti,

ich habe vorgestern meine Bella in Zahlung gegeben, und möchte an dieser Stelle ein Fazit über die letzten 2 Jahre / 45.000km mit meinem QV ziehen.

+ Toller Motor
+ Relativ viel Platz, auch auf der Rückbank
+ Geringer Verbrauch
+ Fahrspaß auf der Landstraße sehr hoch
+ Serienfahrwerk recht gut abgestimmt, teilt aber stellenweise ganz ordentlich aus
+ Hervorragende Bremsanlage, habe noch nichts gefunden, was das Ding toppt
+ Sehr gute Fahrbahnausleuchtung durch die Xenon-Scheinwerfer, vorrausgesetzt, die Leuchtweitenregulierung macht was sie soll
+ Sprachbedienungssystem funktioniert gut, auch wenn die Stimme gefühlt von Eva Braun stammt

- 6. Gang schwachsinnig übersetzt
- Automatische Leuchtweitenregulierung beim Xenon hat mich fast in den Wahnsinn getrieben, zum Glück gingen die 4 Werkstattbesuche alle auf Garantie
- Habe nie so richtig eine Sitzposition gefunden, die mir zu 100% gepasst hat
- Heck wird recht schnell leicht und fängt dementsprechend gerne an zu rutschen
- ESP lässt sich nicht abschalten und verdirbt so Drifts, die man mit dem leichten Heck spielend hinbekommen würde
- 80€ für den iPod-Adapter, zusätzlich zum großen Navi, fand ich schon eine arge Frechheit
- Auf die letzten Tage hat mich noch das Feature des schleifenden Bremsbelags hinten rechts ereilt, was für enorm tollen Sound gesorgt hat
- Lack viel zu weich, nach ~40.000km Autobahn darf mein Nachfolger jetzt erstmal die komplette Front lakieren
- Start/Stopp-System funktioniert nach Lust und Laune, für mich absolut nicht nachvollziehbar, auch nach Konsultieren der Bedienungsanleitung

Um diese Punkte in das richtige Licht zu rücken, sollte dazugesagt werden dass ich ausschließlich Langstrecke gefahren bin und die meiste Zeit auf der Autobahn verbracht habe.
Ich bin jedoch zu dem Schluss gekommen, dass der MiTo dort nicht hingehört, da er auf der Landstraße und in der Stadt viel mehr Spaß macht. Sicherlich hängt man mit dem QV auf der BAB viele ab, aber gerade bei höheren Geschwindigkeiten merkt man den kurzen Radstand.

Schlussendlich ist mein Fazit jedoch positiv, auch wenn es viele Dinge gibt, die erheblich nerven können (s. oben).
Denn der MiTo ist kein schlechtes Auto, bietet sehr viel Fahrspaß und eine moderne Ausstattung für das Geld. Zumal wird der Wagen absolut unterschätzt, gerne habe ich die langen Gesichter der drängelden Vertreter-Fraktion gefeiert, wenn man mit dem "deutschen Premiumprodukt" nicht an so einer "Tomatenkiste" vorbeikommt und dann selbst von einem großen SUV von der linken Spur weggeschoben wird. Auch auf den kurvigen Sträßchen des Schwarzwaldes habe ich so einige BMWs gesehen, die deutliche Schwierigkeiten hatten, dranzubleiben. Solche Geschichten wärmen immer wieder das Alfisti-Herz, obwohl das Auto mir stellenweise so richtig auf den Keks gegangen ist. Von kapitalen Defekten, wie beispielsweise krepierenden Getrieben, bin ich glücklicherweise verschont geblieben. Aber es sind ja bekanntlich immer die kleinen Dinge im Leben...

Obwohl ich meine Bella so früh wieder abgebe, würde ich den Wagen jedem empfehlen, der nicht häufig Autobahn fährt, und sich mit den gerne mal auftretenden Kleinigkeiten arrangieren kann.

Ich wünsche euch allen weiterhin viel Spaß mit euren MiTos, unfallfreie Fahrt und wenig "Zusatzfeatures"!
Auch wenn manche Alfisti hier im Forum einen etwas raubeinigen Umgang pflegen, habe ich es gerne genutzt, da doch sehr viele kompetente Schrauber unterwegs sind, die so manchen Werkstattbesuch überflüssig machen.

In diesem Sinne - horrido!

Cooli 06.05.2013 08:07

AW: Abschied nach 2 Jahren und 45.000km
 
Danke für den Fazit. Was wurde denn der Nachfolger?

Grundsätzlich hätte ich noch ein paar Fragen zu deinen Statements:
Wieso ist der 6. Gang schwachsinnig übersetzt? Ich habe damit jetzt nicht so die Probleme.
Auch kann ich "Probleme" auf der Autobahn nicht nachvollziehen. Erst vor kurzem wieder über 200km/h gefahren und muss sagen, ohne Probleme. Dass man da vielleicht nicht so bequem cruist wie mit einer Mittelklasse-Limousine sollte auch aufgrund des Gewichts klar sein. Aber bei wem über 200km/h zum dauerhaften Zustand wird, der sollte sich sowieso etwas Gedanken über seine Fahrweise machen (ohne das jetzt auf dich beziehen zu wollen, weiss ja nicht über welche Geschwindigkeiten du redest).
Was für eine Farbe hatte deiner denn? Damit man das "Lack zu weich" vielleicht genauer nachvollziehen kann.
Ansonsten kann ich deine Plus- sowie Minuspunkte gut nachvollziehen. Ich hatte bis jetzt zum Glück keine Probleme mit der Leuchweitenregulierung, Sitzposition passt für mich (aber das ist natürlich extrem individuell), ESP nie ganz aus stört mich nicht so sehr (Drift und Fronttriebler finde ich eh nicht so passend), 80€ für den Adapter hätten mich auch gestört, brauch ich jedoch nicht und Start-Stopp funktionert bei mir nach 20.000km immernoch einwandfrei (bzw. nachvollziehbar).

Mery43 06.05.2013 10:13

AW: Abschied nach 2 Jahren und 45.000km
 
Yep ! Autobahn kann ich absolut Bestätigen !!!! Die Kiste eiert von ersten Tag an (dachte bei der Abholung schon ich könnte nicht mehr fahren !). Spur vom Händler Überprüfen lassen, alles Ok. Langstrecke ist sehr Anstrengend und macht absolut keinen Spass. Der Witz ist, über 200km/h fährt er dann wie auf Schienen !gruebel! Thema Heck: Stimmt ! besonders wenn man auf der Autobahn mal was fester in die Eisen steigen muß (am besten noch in einer Kurve), da geht bei mir der Blutdruck auf 200 ! (Schwitz)

1337Offz 06.05.2013 15:30

AW: Abschied nach 2 Jahren und 45.000km
 
Farbe war "rosso alfa metallizato".

Der 6. Gang macht einen Unterschied von 300 Giri. Das sorgt zwar für guten Durchzug auf der AB beim Beschleunigen, aber zum Spritsparen völlig nutzlos, da bereits bei 140 fast 4.000 Giri anliegen.
Ich hätte zum Beschleuigen einfach in den 5. geschaltet, wenn der 6. dafür als "Spargang" relativ lang übersetzt gewesen wäre und bei 140 nur 3.000 Giri anliegen würden, zumal der QV dafür genug Drehmoment hätte.

Ich bin selten schneller als 160 gefahren, aber was mich erheblich gestört hat, war das Verhalten beim Herunterbremsen, wie von Mery43 beschrieben.
Der MiTo ist wiegesagt ein gutes Auto, allerdings in meinen Augen nicht die erste Wahl für Langstreckenfahrer.

Nachfolger wurde ein gebrauchter BMW Z4.

Mery43 06.05.2013 15:44

AW: Abschied nach 2 Jahren und 45.000km
 
Endlich mal jemand der mir glaubt (mein Händler hält mich bestimmt für Bescheuert)!thatsit!

Chris1983 06.05.2013 20:59

AW: Abschied nach 2 Jahren und 45.000km
 
Zitat:

Zitat von Mery43 (Beitrag 1062365864)
Endlich mal jemand der mir glaubt (mein Händler hält mich bestimmt für Bescheuert)!thatsit!

Kann ich auch nur bestätigen, und zwischen 100 und 160 eiert der Mito regelrecht den Spurrinnen nacht, darüber liegt er wieder richtig gut, vor allem mit der 215er Bereifung giert er nach den Rinnen.
Das leichte Heck macht riesen Spaß, vor allem Autobahnausfahrten, einmal abrupt vom Gas und nen schlenkerchen gemacht und das Heck lenkt freudig mit !thatsit!

Joelporto 06.05.2013 22:12

Re: AW: Abschied nach 2 Jahren und 45.000km
 
Zitat:

Zitat von 1337Offz (Beitrag 1062365859)
Der 6. Gang macht einen Unterschied von 300 Giri. Das sorgt zwar für guten Durchzug auf der AB beim Beschleunigen, aber zum Spritsparen völlig nutzlos, da bereits bei 140 fast 4.000 Giri anliegen.
Ich hätte zum Beschleuigen einfach in den 5. geschaltet, wenn der 6. dafür als "Spargang" relativ lang übersetzt gewesen wäre und bei 140 nur 3.000 Giri anliegen würden, zumal der QV dafür genug Drehmoment hätte.

Der 6 Gang nervt mich auch ungemein. Hab schon überlegt ob man vieleicht ein Getriebe mit einer längeren Übersetzung im 6 Bekommt. Oder sogar das Bestehende länger übersetzen kann.

Bei Getriebeschaden würde so ein wechsel doch tasächlich sinn machen

Die Höchstgeschwindigkeit erreiche ich sowieso nur im 5 und der 6 macht nur einen Marginalen Unterschied zum 5 was den Verbrauch betrifft.

MiToKS1011 06.05.2013 23:30

AW: Abschied nach 2 Jahren und 45.000km
 
Ich kann jetzt zwar mit Geschwindigkeiten oberhalb von 200 nicht wirklich mitreden, da ich bisher nur einmal Autobahn bergab 220 geschafft habe, aber es stimmt, aufgrund des kurzen Radstandes macht das mit Wind und vorallem Böhen keinen Spaß, aber das weiß man wenn man das Auto kauft, man sieht ja was er wiegt und wie lang er ist :-D

Ich kann jedoch eine kleine positive Eigenschaft dazu bringen, mit einem neuen Fahrwerk wie bei mir Bilstein Gewinde liegt der Wagen ganz anders und die Windböhen gerade von der Seite greifen nicht mehr so unter das Auto, auch das Kurvenbremsen finde ich hat sich verbessert, aber ganz klar bleibt aufgrund des wenigen Gewichts des Hecks und bei der Fliehkraft nach vorn, das der Arsch dann so gut wie kaum noch Bodenhaftung hat und demzufolge auch ausbricht.

Dem Lack kann ich zustimmen, nach nun 4 Jahren ist meiner nach fast nur Handwäsche und mehreren Polituren einfach am Ende, Kratzer nimmt der Lack sofort tief und einfach auf.

Aber was will man machen, einmal im Bann des Alfas, kommste nich mehr raus, wenn sich das bei mir finanziell ergeben würde, wäre die Kiste auch schon längst wieder weg, da auch ich mehr als genügend Werkstattbesuche auf der Uhr habe :-D aber was tut man nicht alles ...

Cooli 07.05.2013 08:04

AW: Abschied nach 2 Jahren und 45.000km
 
Also bei der Übersetzung gehe ich ehrlich gesagt davon aus, dass das mal wieder mit diesem doofen ENFZ (europäischen Normfahrzyklus) zusammen hängt. Mit der momentanen Übersetzung kann man hier wahrscheinlich im 6. Gang den Stadtteil fahren (was zu einer kleinen Verbrauchsreduzierung gegenüber dem 5. führt?), was bei einer längeren Übersetzung eventuell nicht mehr möglich ist. Anders kann ich mir das nicht erklären. Aber halt auch hier wieder mein obligatorischer Hinweis (auch wenns keiner hören will): Die wenigsten wird es interessieren, dass bei 140 3000 Giri anliegen, denn wo ausser in D kann man das denn häufig (legal) fahren?

Nach dem Feedback hier bin ich mal gespannt wie mein Lack in ein paar Jahren aussehen wird.

MilanoTorino 07.05.2013 15:40

AW: Abschied nach 2 Jahren und 45.000km
 
Zitat:

Zitat von MiToKS1011 (Beitrag 1062365971)
Ich kann jetzt zwar mit Geschwindigkeiten oberhalb von 200 nicht wirklich mitreden, da ich bisher nur einmal Autobahn bergab 220 geschafft habe, aber es stimmt, aufgrund des kurzen Radstandes macht das mit Wind und vorallem Böhen keinen Spaß, aber das weiß man wenn man das Auto kauft, man sieht ja was er wiegt und wie lang er ist :-D

Ich kann jedoch eine kleine positive Eigenschaft dazu bringen, mit einem neuen Fahrwerk wie bei mir Bilstein Gewinde liegt der Wagen ganz anders und die Windböhen gerade von der Seite greifen nicht mehr so unter das Auto, auch das Kurvenbremsen finde ich hat sich verbessert, aber ganz klar bleibt aufgrund des wenigen Gewichts des Hecks und bei der Fliehkraft nach vorn, das der Arsch dann so gut wie kaum noch Bodenhaftung hat und demzufolge auch ausbricht.

Dem Lack kann ich zustimmen, nach nun 4 Jahren ist meiner nach fast nur Handwäsche und mehreren Polituren einfach am Ende, Kratzer nimmt der Lack sofort tief und einfach auf.

Aber was will man machen, einmal im Bann des Alfas, kommste nich mehr raus, wenn sich das bei mir finanziell ergeben würde, wäre die Kiste auch schon längst wieder weg, da auch ich mehr als genügend Werkstattbesuche auf der Uhr habe :-D aber was tut man nicht alles ...

Ich hab zwar auch auf den ersten 10.000 km (auf denen ich noch mit dem Serienfahrwerk unterwegs war) keine Probleme mit Windböen oder leichtem Heck gehabt, aber das war letztlich auch nur ein halbes Jahr lang...
Seitdem habe ich aber auch das Bilstein B14 drin und damit i.V.m. den 18-Zöllern überhaupt keine Probleme mit Wind. Selbst bei stürmischem Wetter mit sehr starken Böen von der Seite merkte man auf der Autobahn bei jedem Tempo sehr wenig davon. Er liegt wirklich wie das besagte Brett.

Vor dem Kauf des Bilstein hab ich auch die Spurrinnen befürchtet. Mit solch großen Rädern und dann noch diesem Fahrwerk hab ich das Schlimmste befürchtet. Doch eingetreten ist das Gegenteil: Der Wagen fährt fast wie auf Schienen, zeigt sich sehr weitgehend unbekümmert von Spurrinnen.

Nur Federungskomfort ist dem Wagen seit Einbau des Bilstein Fahrwerks ein schlichtes Fremdwort! :+) Und beim Bremsen in Kurven bei Geschwindigkeiten ab ca. 80 km/h wird er auch gern mal bockig, ebenfalls Ausweichmanöver bei höheren Geschwindigkeiten mag er garnicht, aber macht man ja auch seltenst.

Der Lack (bei mir Rosso Alfa) ist eine einzige Katastrophe. Schon nach 30.000 km sah der Vorderwagen aus wie ein Streusselkuchen und wurde auf Garantie neu lackiert. Auch sonst ist der Lack extrem empfindlich und der neu lackierte Vorderwagen hat einen Klarlack, der sich nach und nach von selbst auflöst... Grausam.

Cooli 07.05.2013 20:53

AW: Abschied nach 2 Jahren und 45.000km
 
Hab meinen ja auch erst seit einem guten Jahr (Serienfahrwerk und bis jetzt "nur" 17 Zoll) aber konnte eben auch keine Probleme bei höheren Geschwindigkeiten oder Windböen feststellen. Gerade was Wind angeht, fand ich ihn sogar stabiler als manch anderes Auto das ich gefahren bin.
Dass er andererseits bei hohen Geschwindigkeiten nicht so ruhig wie beispielsweise ein Opel Insigna OPC, den ich mal als Leihwagen hatte, ist (fast 1.8t, Allrad, 325PS und ein grosser Radstand) ist auch klar.


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