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Alt 20.06.2007, 21:56
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Alfa Romeo: Alfa Romeo von Hexerfr Nuova 124 Abarth Spider
Arrow Spider 916 Erfahrungen und Tipps beim Ausfall des Stellmotors für den Verdeckkasten

Ich habe ein paar Erkenntnisse zum Stellmotor, die ich Euch gern weitergeben möchte.

es gibt am Motor 2 mögliche Defekte.

1. der Motor bekommt Strom läuft aber nicht an, weil er klemmt, die Kohlen verschlissen sind oder der Kollektor versifft ist.

Wenn man Glück hat läuft er durch eine LEICHTEN Schlag aufs Motorgehäuse wieder an. Ein Schlag auf die Mittelwelle der Seilzugaufnahme ist in diesem Fall NICHT angezeigt. Er hat möglicherweise den selben Erfolg sollte aber wegen möglicher Schädigung der Innereien (Zahnrad,Schneckenwelle sind aus PLASTIK) möglichst nur im Notfall angewendet werden.

Abhilfe: Stell-Motor ausbauen. Motor komplett zerlegen. Wenn die Zahnräder noch ok sind dann: Alle Teile gründlich mit Waschbenzin reinigen und die Motorwelle unten mit einem Tropfen harzfreiem Öl versehen. Den Kollektor vorsichtig reinigen,Schneckenwelle und Zahnrad fetten und alles zusammenbauen. Vorsicht beim Einsetzen der Kohlen.

Sind Zähne aus dem Zahnrad ausgebrochen oder abgenutzt kann das Zahnrad auch so eingesetzt werden, dass an der Schneckenwelle intakte Zähne anliegen, denn der Stellbereich des Motors ist gering und nutzt vieleicht 3-4 cm des Zahnrades wirklich aus.

2. der Motor der Verdeckkastensteuerung bekommt keinen Steuerstrom.

Syptome: Nur die Fenster fahren ein Stück rauf und runter- sonst passiert: NIX

Test: Einfach mal Stecker abziehen, Digitalmultimeter anschließen und Verdeck-Betätigungsknopf drücken. Es sollten dann ca. 12 V anliegen. Kommt kein Strom an, ist die Ursache vermutlich ein defektes oder nicht sauber eingestecktes Relais am Kabelbaum im Kofferraum hinter dem Bordwandteppich. War bei mir so.

Hat man ein offenes Verdeck und dieser Fehler liegt an, hilft nur, den Seilzug-Halter von der Welle des Stellmotors abzuziehen. Dazu 10er Mutter entfernen und von hinten gleichmässig ziehen. Und nur wenn das nicht funktioniert:

den Motor mit kräftigem Druck oder mässigem Schlag auf die Mitte der Aufnahme der Seilzüge zu übergehen. Dabei passiert folgendes:

das Zahnrad wird mit "Gewalt" von der Schneckenwelle gelöst. Die am Zahnrad befestigten Seilzüge geben nach und der Verdeckkasten springt auf.
Hierzu ist zu bemerken, dass die Verriegeler des Verdeckkastens von diesem Stellmotor in Postion ZU festgehalten werden. Durch die Kräfte, die bei derartigem Lösen enstehen kann meiner Meinung nach Zahnrad und Schneckenwelle geschädigt werden. Mit Sicherheit, wenn man das öfter tut!

verriegeln lässt sich der Verdeckkasten ohne Strom nicht mehr, denn dazu braucht es Strom, um den Motor wieder dazu zu bewegen die Seilzüge zuzuhalten. Das steht auch so im Bordbuch.

Dort ist diese Fehlerquelle beschrieben. Allerdings ist die Abhilfe für mich nicht nachvollziehbar. Man soll mit einem T-Schlüssel die Mittelschraube auf der Seilzugswelle drehen. M.E. ist dabei soviel Kraft notwendig dass man möglicherweise das Gewinde überdreht oder löst. Ich habe es versucht und gemerkt dass ich gleich das Gewinde schädige.....hab es dann gelassen. Man kann die Schraube aber entfernen und versuchen den Seilzugshalter von der Welle abzuziehen! Das hat bei mir wunderbar geklappt und hat den Vorteil, dass keine mechanische Spannung im Motor zu lösen ist.

Andere Möglichkeit wäre (NUR NOTLÖSUNG) : Druck auf die Seilzugswelle Richtung Kofferraum auszuüben, damit sich die Spannung löst. Das ist auch mechanisch so vorgesehen, denn im Motor hält eine Feder das Zahnrad auf Spannung. Mit Druck löst man genau diese Feder.

Meine Vermutung warum im Bordbuch nicht steht, dass man den Motor so entriegeln kann: Er geht dabei möglicherweise zu Bruch.....


FAZIT:

Dass diese Motoren offensichtlich oft kaputt gehen, kann ich nicht nachvollziehen. Vermutlich werden viele davon auch aus Unwissenheit ausgetauscht. Der Instandsetzungsaufwand ist jedenfalls WESENTLICH geringer als der Preis für eine Neuanschaffung!

Mechanisch ist das Kaputtgehen m.E. nach nur mit Gewalteinwirkung (häufiger Schlag auf die Mittelwelle) möglich. Auch hier kann ein Versetzen des beschädigten Zahnrades evtl. noch Abhilfe schaffen und den teueren Austausch des Motors verhindern.

Einzig versiffte Kollektoren oder abgenutzte Kohlen wären nachvollziehbar. Beides Cent-Reparaturen. Ich habe für Ein-und Ausbau, Zerlegung, Reinigung und Neuschmierung ca. 30 Min gebraucht.

Ich hoffe mein Beitrag hilft einigen von Euch bares Geld sparen......wenn ja, bitte die Differenz an mich zu spenden.....

Viele Grüße
Hexer

Geändert von Ragno rosso (14.07.2008 um 19:50 Uhr)
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