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Vorgeschichte: die familiäre Prägung:

Mein „Autowahn“ begann bereits im zarten prä-lesefähigen Alter, also praktisch ab Sprechfähigkeit (daher so ab Ende der 60er). Damals mußte mir meine Mutter die Auto-Schriftzüge vorlesen, und ich merkte mir gleich alle (laut ihrer Erinnerung). Sonst ist aber das Autointeresse in unserer Familie auf reine Fortbewegung beschränkt geblieben. Mein Vater begann mit einem Puch 500, wie es sich für einen anständigen Österreicher gehört, stieg dann um auf Wellblechente, danach folgten jeweils immer als Neuwägen ein Opel Rekord Caravan (die Kinder brauchten Platz), ein Austin Morris, mehrere Citroen GS. Nachdem ihn die Citroens mürbe gemacht hatten wollte er mal was anderes. Ich als verantwortungsvoller 15-jähriger ging im Herbst 1981 mit, um prinzipiell das Schlimmste zu verhindern. In die Wahl kamen ein Audi 100, ein 520er BMW, ein Citroen CX, als Tiefpunkt ein VW Santana. Und beim netten Alfahändler kamen wir nach meinerseitigem Terror auch vorbei, er besah eine Alfetta. Schließlich machte er eine Probefahrt mit einer Alfetta und unterschrieb dann den Kaufvertrag für eine Alfa Romeo Alfetta 2,0 L in silbermetallic mit Schiebedach. Es fing gleich gut an, daß die Lieferzeit 3 Monate dauerte, weil die beiden extravaganten Optionen SSD und Metallic (silber ist so schön pflegeleicht...) über 1 Monat Verzögerung bedeuteten...wir mutmaßten eher, daß sie extra für uns das Fließband angeworfen hatten, denn Alfa war ja nicht gerade der Renner zu dieser Zeit...

Jedenfalls kam sie im Februar ’82 und war toll. Elektrische Fensterheber! Scheinwerferwischer! Das Auto war tadellos und funktionierte bestens bis zum Oktober 1984. Im September diesen Jahres hatte ich den Führerschein gemacht und lieh sie mir zum erstenmal alleine aus. Naja, es regnete sehr stark, und als Neuling mit 130 PS an der Hinterhand war man ja durchaus gefordert...ich kam hinten ins Schleudern, touchierte einen Brunnen, streifte einen parkenden Fiesta und endete in einer hohen Straßenlaterne, die ich komplett umlegte. Die Vollkasko-Versicherung bezahlte alles, nur meine Autofahrerkarriere war vorerst beendet, zumal ich ohnehin noch zur Schule ging.



Dem Alfahändler war das deutlich weniger unangenehm, er nahm die silbernen Reste in Zahlung und verschaffte uns eine Alfetta quadrifoglio iniezione in rosso alfa mit einem exorbitanten Preisabschlag von 20%, wir konnten sie gleich aus dem Schaufenster mitnehmen. Das Auto wurde angemeldet, verschwand dann in der Garage wegen einer längeren väterlichen Fernreise (das Thema, ob ich das Auto derweil haben könnte, wurde von beiden Seiten nicht angesprochen...) und wurde im Dezember wieder ausgepackt. Im Februar 1985 kam mein Vater damit dann leider auf Glatteis und rutschte nicht allzu langsam quer genau mit der Fahrerseite in das stumpfe Ende einer Leitplanke, was ihm leider eine komplizierten Beinbruch zufügte und das Auto komplett in der Mitte abknickte, es waren nicht mal 2.000 km am Tacho gewesen....



Der Alfahändler hatte wieder vollstes Verständnis für die Situation, entsorgte die traurigen roten Reste und stellte einen Alfa 90 2.0i in silbermetallic in Rechnung. Ich hatte aber irgendwie das Gefühl, er betrachtete ihn so, als ob er ihn bald in anderem Zustand wiedersehen würde.... Der 90er hatte es zwar besser, aber dafür unverdient. Mein Vater fuhr ihn bis Anfang 1992 und 60.000 km, aber es war immer was defekt. Ich erinnere mich an 2 defekte Lichtmaschinen, oftmalige Wasserundichtigkeiten der Windschutzscheibe, mehrmals defekte Servoschläuche, eine verrauchte Kupplung, Rotansätze etc. Außerdem war er eine Plastikwüste gegen die Holzintarsien der Alfetta und hatte eine Verbrauchs- und Schaltanzeige! Brrr... Die Werkstätte in Wien 12 (Ruckergasse, gibt es zum Glück nimmer) tat ihr übriges dazu, das Auto nicht besser werden zu lassen....jedenfalls wurde die Novanta an einen Mitarbeiter meines Vaters verkauft, der mußte dann später den Motor machen und den Rost bekämpfen, das Auto war aber dann nach seiner liebevollen Pflege schlußendlich besser als es neu vermutlich je war. Genau dann war ein stabiler Mercedeskofferraum im Weg...war nicht sooo schlimm, halt das Standard-Crashset (2x SW, 1x Motorhaube, 2x Flügel, 1x Stoßstange), gebrauchte Teile gab es ja genug, aber irgendwie freute es ihn nimmer, und so stand das Auto viele Jahren in einer Tiefgarage...nach 8 Jahren holte ich ihn dann von dort zu seinem letzten Weg und schlachtete es aus. Der Motor war übrigens recht bald angesprungen und tat Jahre in meiner Alfetta Dienst...rettbar wäre er gewesen, aber was solls…



Nach dem 90er wurde Anfang 1991 als Nachfolger ein Alfa 164 2.0 TS bestellt, zufälligerweise in silber, wieder mit SSD und ABS. Der erlösende Anruf des Centro “Ihr Auto ist da“ (nach fast 3 Monaten!) hatte allerdings den negativen Beigeschmack „wir können auch nix dafür, aber er wurde in grün geliefert“. Originellerweise sind wir da erwiesenermaßen kein Einzelfall...jedenfalls bestand mein Vater auf silber (schade eigentlich) und wir hatten für 2 Monate eine schwarzen 164er als Überbrückung, weil der 90er war ja schon verkauft. Den konnte auch ich intensiv nutzen, ungewohnte Fahrwerksqualitäten mussten sofort in Fahrleistungen umgesetzt werden:



Schließlich kam doch ein silberner mit einigen nicht bestellten Extras, diese waren wir aber bereit, ohne Aufpreis zu akzeptieren . Dieses Auto war jedenfalls das beste, das mein Vater je hatte, denn er hatte seinen 120.000 km nur einen defekten Simmerring! Ich kaufte es ihm dann 1999 ab, siehe das weitere Geschick des Autos in der chronologischen Reihenfolge weiter hinten.

So wurde daher seitens meines Vaters der nächste neue Alfa angeschafft – das Nachfolgemodell des 164, der 166 TS. Die Farbe – nun, also wie soll ich sagen… die lange Tradition wurde fortgesetzt . Das Auto hatte ab Werk diesmal Leder, Alus, elektrische Sitze, Soundpaket und so fort, Extras um 5.000€ erfreuten mein Herz, da ich selbstlos bereits an die Zeit in etwa 8 Jahren dachte, wo ein Wechsel wieder anstünde . Leider kam der früher als erwartet, denn mein Vater starb unerwartet 2005 und ich erbte das Auto, der weitere Werdegang ist weiter unten zu finden



Hauptteil 1: die Alltagsdiener:

Durch das kleine Mißgeschick seinerzeit 1984 mit der silbernen väterlichen Alfetta war mal autofahrerisch nichts bis zur Matura. Maturageschenk gab es leider auch nicht in Form eines Alfas :( . Aber ich war schon zu Schulzeiten in den größten Alfaclub Österreichs eingetreten.

Schließlich ging es daran, den Vorstand zu wählen, und da erstens anfänglich die Mitgliederzahl sich nicht so wesentlich von der Menge der zu besetzenden Vorstandsposten unterschied und ich gerade mein Wirtschaftsstudium an der Uni begonnen hatte, wurde ich Kassier. So war es, und das für fast ein Jahrzehnt (ich wanderte durch diverse Vorstandsposten, ein anständiger Österreicher hat wohl immer ein Amterl, Nebengschafterl und einen Titel zu führen, oder ). Dadurch rutschte ich recht tief in die Szene. Auch wurde der autolose Zustand nicht mehr länger tragbar, so erstand ich 1985 als erstes Auto zwecks autophiler Defloration eine Giulia Nuova 1600. Das arme Ding hätte eigentlich als Rallyeauto herhalten sollen, aber da es ein Sonnendach hatte, musste eine andere Schwester von ihr her (im Jahre 1985 war die Giulia noch homologiert).



So war ich unsagbar stolzer Besitzer der Giulia! Sie war blu olandese und hatte natürlich die weißen Seitenstreifen der Carabinieri. Die Stahlfelgen wurden schleunigst durch 6 Zoll breite Cromodoras ersetzt. Die waren allerdings mit den 185er zu ausladend, sodass die bröseligen Reste der Radläufe die Reifenflanken der Firestone so weit abschliffen, dass man die Reifenmarke nimmer lesen konnte, es kamen ein paar neue Bleche rein, und wieder ein Pickerl (§57 – jährliche Kfz-Überprüfung) gewonnen...1986 führen zwei Freunde von mir die komplette österreichische Staatsmeisterschaft mit einer rot/weißen Giulia Nuova Super 1600 Gr.A (statt der eigentlich meine gedacht war), ich durfte den heißen Sitz drücken, es war toll, wir kamen immer bis auf einmal ins Ziel (unsere Klassengegner waren GTIs, was die Erfolge eher überschaubar werden ließ), meine Giulia war als potentieller „fliegender Ersatzteilspender“ dabei. Nach dem letzten Rennen zerfiel das gute Stück ähnlich dem Bluesmobil, es war völlig aufgearbeitet worden.



2 Jahre darauf fuhren wir mit einer Alfetta GTV 2000 Gr. N, auch hier wieder die GTIs die Gegner ...einmal wurden wir Klassenzweite von 5 Startern, bekamen den Pokal des Staatsmeisterschaftslaufes der Klasse, es waren ja drei ausgefallen Die GTV überlebte sogar das Rallyejahr, wurde rückgerüstet, auf die Straße in die Freiheit entlassen und verkauft. Mein Pilot baute nachher einen 33 4x4 und fuhr damit, aber ich war dann nimmer dabei, dann fuhr er mit einer Giulia historische Tourenwagen).

Ich bildete mit 1986 unbedingt einen Bertone ein, fand aber nichts entsprechendes (nur gut und teuer oder billig und schlecht, beides keine mir zusagenden Kombinationen), zu meinem Glück musste aber ein Freund von mir seinen Bertone verkaufen, da er sich selbständig machte. So kam ich günstig zum damals für mich endgültigen Gerät: Bertone GTV 2000 Bj.1972 in rosso alfa, mit Schalensitzen, 205er Reifen etc. Also genau richtig für einen motivierten 20jährigen. Immerhin hatte ich schon Verantwortung genug, das Auto nicht zu verheizen.



Details über dieses Auto ist im Restaurationsbericht unter Magazin -> Restauration nachzulesen. Nach der überstandenen 2jähringen Restaurierung fahre ich praktisch nimmer damit, weil ich bin ein Schrauber und Fahrer, kein Putzer und Pfleger. Und bei so einem wirklich schönen und originalgetreu restaurierten Wagen randvoll mit Schmankerln muss man drauf aufpassen und den entsprechend pflegen und erhalten. Ist nicht meins. So steht er in einem Stadel zugedeckt und döst vor sich hin. In den letzten 5 Jahren kamen keine 1.000 km zusammen, so war ich schon mit Standschäden konfrontiert (Radlager...) und bemühe mich, wenigstens 2x im Jahr eine Bewegungsfahrt zu machen.


Da ich den Bertl als Alltagsauto fuhr, musste die Giulia auch im nächsten Winter ran, und der brach ihr endgültig das Genick. Auch war eine Dachlawine drauf abgegangen gewesen (1. Totalschaden durch Versicherung kassiert), ein Heckschuss ins parkende Auto (Fahrerflucht) und ein weiterer Heckschuss (2. Totalschaden kassiert ) machten sie gerade nicht besser...Das Auto war beim Kauf erst 8 Jahre alt (die Erstzulassung war 12/77), aber eigentlich war sie bereits damals beim Kauf tot und jetzt dann endgültig. Ich stellte sie in einem Hof ab und schlachtete sie dort aus, schnitt den Vorderbau herunter, um ihn als Wandzierde weiter zu verwenden und verkaufte die Teile stückerlweise.

Für den nächsten Winter benötigte ich daher ein anderes Salzopferlamm, um den Bertl zu schonen. Dieses trat in Form eines Peugeot 204 Bj. 72 auf den Plan, Zweitbesitz, unfallfrei, technisch äußerst rüstig, karosseriemäßig leider weniger. Na, 200 Euro waren kein Haus, der Löwe hatte immerhin Pininfarinakarosserie, Scheibenbremsen, Alumotor mit oben liegender Nocke und 48,5 PS (ja, auch das halbe war wichtig!). Getuned wurde er mittels der Nuova-Doppelscheinwerfer (die passten genau statt der Ovalscheinwerfer) und eines Giulia-Super-Herzens, das verlieh dem eigentlich unschuldigen Gerät eine tierische Note!



Aber im nächsten Frühjahr trat auch der 204er blechmäßig vor seinen Schöpfer und wanderte auf den Schrott (heutzutage täte ich ihn sicher retten, war ein wirklich nettes Auto, mit Großglockner- und Antiatomkraft und Kifferpickerl auf der Heckscheibe und tollen Sofasitzen und dem zweitschnellsten Schiebedach von Wien bis Texas! Handschaltung! Ausschlachten tat ich bis auf Scheinwerfer und Herz nix....nach einem üblichen Bertlsommer ergab sich winters natürlich wieder die Frage des Fortbewegung, diese wurde in Form einer Alfetta 2000 von 1979 in nero mit roten Seitenstreifen und irrsinnig viel Unterbodenschutz auf Türböden, Kofferdeckel und Motorhaube gelöst. Von den löchrigen Innenkotflügeln nicht zu reden. Der Preis war 290 Euro, da hatte ich sicher nicht zuwenig bezahlt...nach etlichen Reparaturen (Pickerl hatte sie seltsamerweise) fuhr sie gar nicht so schlecht, die Optik war einem 22jährigen eh egal, Hauptsache es geht was weiter.



Während der Fahrt verlor ich mal das Fahrerfenster, weil die Umlenkrollen des Seilzuges sich vom fragmentarischen Türboden lösten und das Fenster auf der Autobahn plötzlich runterknallte. Auch pendelte sich gegen Ende der Ölverbrauch bei 5 Litern / 1000 km ein. So holte ich mir immer das Altöl der Werkstätten und tankte halt alle 300 km, um wieder Öl nachzufüllen...als dann die ZKD durchbrannte und die vorderen Bremsen einzugehen begannen, war auch ihr Schicksal besiegelt. Ich hatte das Auto ursprünglich nur gekauft, weil es der Wiener Alfaschrotter vom Dienst, Albert Flechl, nicht wollte, weil es zum Ausschlachten zuwenig taugte...er hatte nicht ganz unrecht....in diesen Jahren verbrachte ich auch sehr viel Zeit bei einem Freund und dessen Alfareparaturstätte. Diese war ein alter Bauernhof, da konnte man an fremden Autos und am eigenen zangeln, es gab immer genug Bier, einen Griller und abends waren die Heurigen ums Eck.




War eine tolle Zeit, die Wissenszunahme am Alfareparatursektor erlaubte aber nur wenig Wissenszunahme am Unisektor - aber mit Autopfusch und Teileschacher erhält man sich ja auch am Leben. War wirklich nett, alle Zeiten kam der Abschleppwagen vorbei und holte wieder ein paar Delinquenten ab, um sie ins nahe gelegene Laxenburg zu schaffen, dort ist die größte Autoendlagerung Österreichs.



Man stellte sich auch auf die Landstraße dort in der Nähe, winkte mit 1-2 Hundertern am Straßenrand (7-15 €) und bekam kommentarlos seinen Schrottalfa entsorgt, wenn wieder ein Lastler vorbeikam.

Nach einem üblichen Bertlsommer ergab sich winters natürlich wieder die Frage des Fortbewegung. Da ich die Alfetta als Auto an sich schätzen gelernt hatte und die schwarze als Teileträger bereitstand, sah ich mich wieder nach einer 116.55 um. War Ende der 80er kein schweres Unterfangen, da waren genug wohlfeil. Das Winterproblem wurde dann in Form einer Alfetta 2000 von 1977 in bianco spino gelöst. Durch den schwarzen Vorgänger gewitzter besah ich sie diesmal eingehender und bot angesichts des Rostloches im vorderen Kotflügel 145 Euro (sonst war sie nicht so schlecht und mit gültigem Pickerl, eine der ersten 2000er). Wir verlebten 3 nette problemlose Monate, ich begann mich schon nach einem gebrauchten weißen Kotflügel umzusehen, als ich leider um 4:30 in der Früh im Winter zu flott unterwegs war und auf Glatteis kam, was einen ansatzlosen Frontalen in ein betoniertes Brückengeländer nach sich zog und ich mir schwere Verletzungen zuzog. Damit war das Kapitel „weiße Alfetta“ erledigt und ich erstmal monatelang außer Gefecht.



Nachdem ich soweit wiederhergestellt war, dass ich zumindest wieder kuppeln konnte, probierte ich im Mai, wieder zu fahren, physisch und psychisch ging es so halbwegs wieder.

Nach dem üblichen Bertlsommer ergab sich winters natürlich wieder die Frage des Fortbewegung. Da ich die Alfetta als Auto an sich (und deren Sicherheit) schätzen gelernt hatte und die schwarze immer noch als Teileträger bereitstand, sah ich mich wieder nach einer ebensolchen um. War Ende der 80er immer noch kein schweres Unterfangen... die Suche hatte dann Erfolg in Form einer Alfetta 2.0L von 1982 in rosso alfa. Durch die Vorgänger gewitzter, hatte ich beschlossen, ein gutes Auto zu kaufen, denn immer jährlich zu wechseln ist auch nicht gerade die günstigste Möglichkeit. Die, die ich fand, war tadellos bis auf das Löchlein im dritten Kolben, dafür hatte sie fesche MoMo-felgen...aber um 360 Euro schien sie mir trotzdem wohlfeil (war genau das gleiche Modell wie die väterliche silberne...). Ein gebrauchter Kolben und eine ZKD waren schnell montiert, dazu gab es neue Kolbenringe und Pleuellager (wenn alles schon offen ist). Als Krönung flog das Schonganggetriebe raus und ein GTV-Räderwerk kam hinein mit neuen Scheiben, Belägen, Kupplung und Hardyscheibe.

So sollte mechanisch Ruhe sein (und war es auch für die nächsten 4 Jahre). Bis auf leidige Starterprobleme kann ich mich nicht an größere Troubles erinnern, ich war viel damit auch im Ausland unterwegs. Auch ging das Auto wie die Feuerwehr: ich wurde behördlich mit 194,94 km/h gemessen, die Zivilstreife war aber gnädig und verrechnete 36 Euro, da habe ich glatt entgegen meiner Gewohnheit nicht gehandelt, das waren halt noch Zeiten...beim Alfatreffen am Österreichring wurde ich Vierter in der Klasse bis 2000 und ließ jede Menge 75 TS, 164er, GTVs oder 155er hinter mir – eine echte Sportlimousine eben!



Diese Alfetta war übrigens auch das erste Auto, wo ich Winterreifen dafür hatte...aber auch nur, weil sie dabei waren . Zwischendurch ereilte mich der Anruf eines Freundes meines Vaters, aus dessen Firmenbuchhaltung ein Mercedes 250 heraus gefallen war und der um die 2 ausständigen Steuermarken (waren ca. 50 Euro und ein Trinkgeld) zu haben war. Da ich netterweise aber auf Versicherungskosten der Firma fahren konnte, war er mehr als geschenkt. Farbmäßig war das Auto allerdings nix für schwache Nerven: zitronengelb mit olivgrüner Innenausstattung. Der Tacho funktionierte nimmer (über 250.000 km standen da), und beim Pickerl wurde der gute Mercedesunterbodenschutz gelobt, der offenbar sogar tragende Funktion hatte, denn Blech war keines mehr da...da aber bereits in eine gebrauchte Batterie und ebensoche Windschutzscheibe investiert wurde, mußte das Auto durchs Pickerl. Also schweißten wir einen Tag den Unterboden (schweißen, naja, halt irgendwie zupudern triffts eher, eine Melange aus Altöl und Straßenstaub auf den noch feuchten U-Schutz aufgetragen gab die unauffällige Panier, damit die frische Schweißung nicht sofort ins Auge sticht. Dann wurde noch das Problem der ungleichäßigen Bremsen mittels finanzieller Bestechung gelöst. So fuhr ich dann einige Monate, bis ich ihn verkaufte, ich erhielt 1000 Euro dafür, Wahnsinn! Alle Interessenten sprachen allerdings nur sehr gebrochen Deutsch



Zu der Zeit hatte ich eine eigene kleine Halle angemietet, um meiner Teileträger und Ersatzteilmengen Herr zu werden. Auf Dauer wurde es aber zu mühselig, immer die 40 km bis dorthin zu fahren, wenn man was braucht. Auch war ich beruflich mittlerweile voll im Einsatz, also löste ich alles auf, schlachtete die unverkäuflichen Berlinas, verkaufte die Bertones und warf den Rest weg.



Wieder zurück zur Alfetta: irgendwann nach 4 Jahren wollte ich unbedingt den Doppelscheinwerfergrill der Q.O. einbauen, der war aber schon damals nicht so leicht aufzutreiben. Bis die Nachricht aus der Werkstätte Borka kam: wir haben einen guten gebrauchten, aber das Auto hängt noch dran. Ich fuhr hin, um ihn auszubauen, und was sah ich? Eine Zweitbesitz-Erstlack-unfallfreie Alfetta quad. carb. in „luci di bosco metallizato“ mit SSD, völlig unverpfuscht....ich kaufte sofort das Auto um 360 Euro und war im siebten Himmel mit elektrischen Sitzen, Bordcomputer und dem schnellsten Schiebedach von Wien bis Texas....die rote Vorgängerin gab ich ums gleiche an einen Freund ab (das schlechte Gewissen ihr gegenüber befahl mir, sie eher in gute Hände als höchstpreisig abzugeben...).



So war ich am Ziel meiner Alfettawünsche! Das Auto hatte 110.000 km am Tacho, und weitere 80.000 folgten unter meiner Regie. Als erstes flog wieder das Schongetriebe raus und eines aus einer GTV zusammen mit neuer Kupplung und Bremsen kamen anstelle.



Allerdings litt die eigentlich gute Optik relativ bald, indem mir ein verirrter Fiesta auf der Autobahnabfahrt geisterfahrig entgegenkam und bekam von der Versicherung einen Totalschaden (waren damals 1.200 Euro) ausbezahlt. Ich trieb einen gebrauchten Flügel in braun, Grill etc auf (der Grill ist bei der braunen in braun, bei der silbernen in schwarz, das machte das Finden nicht leichter...), und flugs war alles wieder gut.

Bis 2 Jahre später ein Transit aus der Seitengasse mir die Vorfahrt nahm und ich mich in seine Flanke reinbohrte. Diesmal war es wesentlich heftiger, die Lenkung war beschädigt, das Radhaus geknickt, von Grill, Flügel, Motorhaube, Kühlertraverse etc gar nicht erst zu sprechen. Diesmal bekam ich auch nur mehr 1.000 Euro von der Versicherung. Jeder andere hatte das Auto gequadert, ich natürlich nicht.

Ich hatte davor eine MA48-Alfetta q.o. in „Luci di bosco“ um 36 Euro erstanden (MA 48 ist in Wien die Magistrats–Abteilung für Müllabfuhr, man konnte das Auto seinerzeit in Wien kostenlos entsorgen lassen, indem man es irgendwohin auf einen erlaubten öffentlichen Parkplatz stellte (also praktisch überall) und den Typenschein (= Kfz-Brief) einschickte, wurde dann gratis abgeholt – es standen daher auch damals die Giulias und Alfetten umher, zur freien Entnahme...welch Zeiten...es war unglaublich...im Alfaclub kursierten immer die Informationen, welches Auto wo in welchem Bezirk stand zwecks Teilespende...heutzutage unvorstellbar, ich hatte sogar mal ein Getriebe in freier Wildbahn so ausgebaut), diese hatte einen durch einen Lastwagen beigefügten gravierenden Heckschuß nicht überlebt, aber natürlich makellose Frontteile in der richtigen Farbe, der Vorbesitzer verglich mich nach vollendetem Werk mit einem Termitenhaufen, denn übriggelassen hatte ich nicht viel ...so hatte ich unter anderem ein komplettes Crashset und endlich das dringend benötigte ZV-Relais, denn diese Sonderserie (2.677 Stk. q.o. Vergaser wurden gebaut) hatte alles anders....

Ich wechselte im Schneetreiben auf der Gasse die Lenkung (fahren ließ sie sich nicht mehr), warf die alte Haube weg, schraubte die neue drauf, legte die Restteile in den Kofferraum und fuhr zum befreundeten Spengler. Da aber die Kühlertraverse gestaucht war, hielt der Fanghaken nicht und bei 130 auf der Autobahn hatte ich plötzlich eine braune Wand vor mir...so waren die schöne neue Haube, die Scharniere und der Prinz Heinrich auch noch bedient...jedenfalls schnitten wir das Radhaus auf, zogen das Auto mit dem Dozzer wieder gerade, spendierten 2 neue Radläufe und Endspitzen (die dauernden Salzwinterautobahnfahrten forderten ihren Tribut...) und Oliviero & Alfetta were on the road again. Die weiteren Jahre (in Summe waren es 5) waren dann ereignislos, wenn man davon absieht, dass mir die ZKD durchgebrannt war und ich trotzdem noch bis zum Büro kommen wollte, was einen Kolben in den Tod trieb...das Spiel kannte ich ja schon von der roten Vorgängerin....

Irgendwann wurde ich aber auch gereifter und seriöser, außerdem machten meine Lebensumstände Druck auf ein optisch präsentables Auto (die Radläufe und Endspitzen waren mittels Pinsel lackiert, unter der Heckscheibe war sie durch, und die Front war durch den Autobahnzwischenfall ja auch nicht gerade perfekt...so sah ich mich nach einen 75 TS um. Die Alfetta hatte ich gleich um 440 Euro verkauft, und den 75er dann um 1.450 Euro erstanden, in rosso alfa mit 7*15er Felgen in eigentlich gutem Zustand (was sich dann als Irrtum herausstellte) – ich blieb gleich wegen defekter Benzinpumpe auf der Autobahn liegen, bei deren Austausch konnten gleich der verrostete Tank und die hinteren Radlager mit erneuert werden und der Beifahrerfensterhebermotor gab auch bald auf...gefühlsmäßig gingen die Alfetten auch besser, dafür fand ich die Straßenlage des 75 ganz bezaubernd.



Aber so innig wurde das Verhältnis nie wie mit den Alfetten...Schließlich verkaufte mein Vater mir seinen 164, so schließt sich der Kreis und der 75 mußte nach 2,5 Jahren weichen. Den 75er verkaufte ich einem alten Bekannten, was keine so gute Idee war, denn ich hatte ehrlich die erledigten Radläufe unter den Verbreiterungen nicht bemerkt und die verbrauchten Bremsen vorne, ich hatte mich um das Auto schön länger nicht mehr gekümmert, weil der 164 ja schon lange versprochen war. Da er mir aufgrund meiner Alfakenntnis und –erfahrung nicht glaubte, ich aber wirklich unwissend war, hatte das einen etwas unschönen Abgang...so verkaufe man nie was an Bekannte...

Egal, so hatte ich nun einen wunderschönen gepflegten 164. Ich übernahm ihn mit ca. 120.000km von meinem Vater und fuhr da Auto bis 215.000 km. 1993 war ein Klimaanlage in Italien nachgerüstet worden, ich spendierte im Jahre 2001 eine komplette schwarze elektrische Echtlederausstattung eines QV inkl. aller Teile mit roter Naht und einer Holzausstattung. Natürlich wanderten sofort ein hölzernes Nardi mitsamt des Alfetta-Schalthebels in den 164er (die tun zusammen schon viele Jahre Dienst bei mir). Ebenso kamen Stilautos in 7*15 drauf (mein Altvorderer fuhr ja beinhart mit Stahlfelgen und den originalen Kunststoffblenden...), weiters rüstete ich hintere Fensterheber, einen automatisch abblendbaren Rückspiegel, elektrisch verstellbare DE-Scheinwerfer mit den dazugehörigen Heckleuchten und alles was noch so in 164er verbaut wurde, nach.




Bis 200.000 lief das Auto unglaubwürdig perfekt und defektfrei, ich tauschte nur ein paar Fahrwerkskomponenten. Dann begann er zu schwächeln, leider blechmäßig und elektrisch. Es begann der Rost ein Problem zu werden, weil wenn es oberhalb der Frontscheibe braun hereinnässt ist es eher ungut. Auch begann die Elektrik ein unerwünschtes Eigenleben zu entwickeln. Alles wäre reparabel gewesen aufgrund meinen Bindung ans Auto, aber als innerhalb von tausend km zweimal die Kupplung verendete (die zweite hatte einen Materialfehler und als ich beim Heimholen eines anderen defekten Alfas aus Italien dann mit zwei verreckten Alfas am Standstreifen der Autobahn stand, war Schluss mit lustig.

Als Nachfolger stand der bereits erwähnte väterliche 166 als Erbe mit 115.000 km in der Garage neben seinem Vorgänger, und zwei solcher Autos brauchte ich wirklich nicht. So schlachtete ich den 164 wirklich schweren Herzens, denn der Nachfolger stand vor der Türe. Ich verschrottete alle meine 164er Teile (das waren damals zwei fahrbereite Teileträger, meiner und Teile von 3-4 zerlegten – keiner wollte damals das Zeugs, nicht mal geschenkt…unfassbar.

Der 166er nun wurde lediglich durch 17'' Felgen und ein Holzlenkrad optimiert - und ganz wichtig: einer abnehmbaren Anhängekupplung.



Das Auto lief wirklich gut und war als Auto an sich qualitativ hochwertig – wenn nur nicht der Fiatriemenmotor gewesen wäre: eines Tages war die Kunststoff-Halteplatte des Klima- und Kühlerlüfters soweit verzogen, dass beim Anlaufen die Sicherung flog – fatalerweise zeigte die Wassertemperatur keine besorgniserregenden Werte an, so fuhr ich sommers in der Stadt bis zum bitteren Ende - 4 Auslaßventile und 2 Kolben gingen in den Tod. Bei einem echten alten Alfamotor wäre gerade mal die Kopfdichtung gegangen… das bestärkte mich wieder in meiner Meinung über moderne Alfas... ich ließ das Auto kostenintensiv reparieren (in etwas fiatiges greife ich selber nicht rein) und fuhr wieder zwei völlig problemlose Jahre.

Bis eines Tages der Ausgleichsbehälter verstopft war, die Wasserzirkulation unterbrochen war und der neu gemachte Motor nach 50.000 weiteren Kilometern endgültig verendete. Nachts auf der Autobahn, die Wassertemperatur war nur um wenige Millimeter hinaufgegangen bei der Anzeige.

Der Motor war komplett tot und verzogen, so suchte ich ein Gebrauchtaggregat und fand eines in Form eines Motors einer GTV. Der wurde um- und eingebaut, kippelte aber leicht und bläute etwas. Auf der ersten Fahrt platze der Kühler dann auf der Autobahn, mit üblichen Hitzefolgen. Natürlich im Jänner, eh klar, ist ja mein einziges Auto mit Winterreifen. Es war ein strenger Winter… so ich lernte das Eisenbahnfahren kennen…

So erkannte sogar ich die Zeichen der Zeit, weg damit – und das sofort. Blöde, dass der haarneue TÜV erst einen Tag alt war, 8 Meter neue Bremsleitungen verlegt waren und komplett neue Bremsen an Vorder- und Hinterachse und eine komplett neue Zweimassenkupplung…immerhin konnte ich das Auto trotzdem noch gut verkaufen, sonst war er ja tadellos beieinander.

Und nun? Womit im Regenalltag und Winter unterwegs sein?

Ein Traum von mir war immer der Alfa 159. Ein einfach wunderschönes Auto. Ja, halt ein moderner Fiat in anderem Kleid – aber wenn man markenverblöde…äh markentreu ist wie ich, dann kann das was. Ich begann in Ruhe ab Februar 2010 einen 159 Sportwagon zu suchen. Zuerst war ich ja benzinerfixiert, aber nach diversen Probefahrten, wo mich die völlig klang- und kraftlosen 1,9 und 2,2er Motore schwer enttäuschten, probierte ich halt einen Diesel. Siehe da, der war so schlecht nicht, war kaum hörbar und kam mit dem hohen Gewicht des Autos besser zurecht.

So setzte ich mir als Ziel, in jedem Fall im Spätsommer etwas entsprechendes zu haben. Auf der Wunschliste stand Kombi, Distinctive und Leder. Was halt an 1,9 benzin/Diesel oder 2,2er zuerst kommt. Schließlich fand ich einen tadellosen Diesel von Oktober 2006 mit 48.000 km und den erwünschten Features – in schwarzmetallic mit Leder natur.






Fährt sich wirklich sehr gut, nicht das leiseste Knarzen oder Knistern, liegt und bremst sagenhaft. Die massive Elektronik ist mir etwas suspekt. Wie gut das wohl in ein paar Jahren noch funktioniert? Werden wir sehen…

Wenn mir das wer vor einem Jahr gesagt hätte: Du wirst freiwillig einen Dieselkombifrontkratzer mit Regen/Licht/Parksensor, Hillholder, Follow_me_home, Tempomat und VDC und einer Bedienungsanleitung über 330 Seiten kaufen: Niemals!

In jedem Fall: ein Schritt zur autofahrerischen Verblödung mit Hillholder, Abstandswarner und lauter anderen Krücken-Hilfsmitteln. Aber zur Schärfung der Sinne bleiben immer noch die guten Alten im Stall…


Hauptteil 2: die Herzensbrecher

Um die „Nichtalltagsautos“ weiterzuführen, müssen wir daher zeitlich wieder weit zurückblättern: mit dem bereits erwähnten Bertone GTV führ ich immer von März – Oktober (halt je nach Schneelage). In das Auto war vom Vorbesitzer sehr viel investiert worden, ich profitierte durch jahrelangen problemlosen Betrieb. Als Anfangszwanziger hat man halt nicht immer den idealen Zugang zu originalen Oldtimern, es gab schon die Jahre, wo ich ohne Stoßstangen, dafür mit suppentellergroßen Zusatzscheinwerfern in Schalensitzen mittels Hostenträgergurten angeschraubt lächelnd völlig quer ums Eck staubte, das laute Pedal ebenso wie den Radio am Anschlag, den Aschenbecher immer randvoll...



Gewisse Ausfallserscheinungen blieben da nicht aus:


...aber man wurde älter und leiser, die König-Sitze wanderten mit den H-Gurten auf den Dachboden und das Auto wurde mit den Jahren immer originaler und ursprünglicher. Dafür schritt die Modifikation unter dem Blech voran. Schließlich lieh ich 1991 das Auto einer Bekannten, die verarbeitete es am Österreichring, am gleichen Wochenende musste ich auch meine Katze begraben...sie kaufte mir einen anderen, den fuhr ich dann, bis mich ein Toyota abschoß, aber der kam leider von rechts....schließlich wurden beide Autos vereinigt, aber das ist wie erwähnt im Detail in der Restaurierungsstory zu lesen.

1994 erstand ich aufgrund einer kleinen Erbschaft den immer erträumten FB-Spider in nero Bj. 1977, noch einer der ersten Serie mit hinterer Sitzbank.. Den kaufte ich im Mai, er kostete 5.000 Euro, was für österreichische Verhältnisse und Sommerbeginn recht günstig war, allerdings mit 10 Vorbesitzern und über 160.000 km. Der letzte hatte ihn aber viele Jahre besessen, immer in der Alfawerkstätte warten lassen und alles notwendige investiert. Das verschaffte mir bis heute problemloses Fahren. So fuhr ich gleich im ersten Jahr über 15.000 km...nach 2 Wochen Besitz wollte ein vor mir stehender Transit mit 7 Indern rückwärts einparken und schob sich in meine schutzlose Spiderschnauze. Ich sah das Grauen, konnte aber nicht zurückschieben – da standen ja weitere wartende Autos hinter mir...jedenfalls zahlte die Versicherung über 1.000 Euro, da fuhr ich wieder zu meinem Spengler, wir machten die Außenschweller, Endspitzen und einem kompletten Neulack, das ging sich genau aus, hehe. Untenrum trägt er mittlerweile 6,5‘‘ Montrealfelgen. 6 Chrominstrumente in der Mittelkonsole, statt inflationär teurer Gummimatten roten Teppich. Hat immer noch die ersten Radläufe und ist völlig unfallfrei! Allerdings hat auch er seine Hauptzeit als Sommerauto hinter sich und schafft gerade noch 2.000 km/Jahr...

Der Spider muß allerdings auch in schlechteren Zeiten raus, weil wenn mich das Offenfahren packt. Aber das hält er locker aus!




Innen wurde das Infotainment in der Mittelkonsole ausgebaut:



Zwischendurch spendierte ich ein neues Dach, das zerschnittene PVC-Verdeck wich einem schönen aus Stoff, auch der verschlissene Fahrersitzbezug machte einem neuen Pedant Platz. 1996 ging mir die ZKD ein, ich gab sie neu, sie verstarb wieder, so zerlegten wir den Motor. Gefunden haben wir zwar nix, aber wenn er schon auseinander ist, kann man gleich ein bissl was neu machen, und wenn man das neu hat, dann das auch noch und das und irgendwann isses egal. So wurde der Motor komplett aufgebaut und etwas verfeinert . Dazu gab es in der Peripherie eine elektronische Zündung, E-Lüfter etc sowie ein Berlinagetriebe mit 80.000 km, eine neue Kupplung usw. Es war toll, bis ich auf einer nicht sichtbaren Bodenwelle aufsaß und mir die Ölwanne zerschlug...der Motor überlebte es zum Glück, die Motorhaube bekam eine Delle ab vom Luftfiltergehäuse, so weit hatte es den Motor nach oben gedrückt.



Die Cromodoras wichen dann noch den originalen Stahlfelgen, diese wiederum welchen vom Montreal in 6,5’’. Das Auto bereitet nie Probleme, springt immer an, läuft wie ein Glöckerl. Aufgrund der guten Führung und des Spieltriebes erhielt der Spider auf seinen gemachten Block nun noch einen Spezialzylinderkopf der Fa. ********* mit Hallgeberzündung, Ansaugverlängerungen und anderen Feinheiten. Der Drehzahlbegrenzer ist nun auf 6.800 U/Min gestellt - vorerst noch . Der deutlich gesteigerte Vortrieb ließ nun durchaus nahe liegende Überlegungen kommen, das größtenteils originale 220.000 km- Fahrwerk doch mal upzugraden... Als weitere abrundende Maßnahme kam ein 1300er-Schriftzug ans Heck. MX5er und Konsorten muss man jederzeit disziplinieren können!

Meinen außeralfistischen automobilen Traum verwirklichte ich mir in Form eines Jaguar XJ Serie 1 von 1973. Ich fand den Wagen zufällig in der Tageszeitung (da inserieren nur Ignoranten, folgerte ich richtig). Der Besitzer wollte zuerst 6.500 Euro, dann 4.400 Euro, ich sagte maximal 3.000 und bot dann (sicherheitshalber per email, um Handgreiflichkeiten zu entgehen ) 1.800 Euro. Wider Erwarten willigte er ein! Ich war so stolz wie seinerzeit in der Giulia! Das Auto lief hervorragend – 140.000 km, 3 Besitzer, immer in der Jag-Werkstatt, völlig unverbastelt – ein echter Glücksgriff! Zugegebenermaßen hatte das Auto ein entsetzliches Stigma: ein Sonnendach. Ein Wahnsinn und Alptraum. Aber sicher der Grund, warum es niemand anders gekauft hat? Diese Entstellung wurde mittels Einbaues eines Webasto-Faltschiebedaches aus der Welt geschafft. Ich fuhr gleich damit nach Italien auf Urlaub. 4,2 Liter vergasergespeist sind recht trinkfest...die 2 Tanks haben schon ihren Sinn...im Internet ersteigerte ich noch einen baugleichen um 100 Euro, allerdings stand der 20 Jahre unbewegt im Freien, Zustand purer Wahnsinn...Es fanden sich ebaymäßig noch Speichenfelgen ein, Colorglas und 4 el. Fensterheber hatte ich schon nachgerüstet – jetzt ist er so wie ich ihn haben will!

2007 fasste ich allerdings den Entschluss, ihn zu verkaufen – er wurde eigentlich die letzten Jahre nur 1x jährlich bewegt...so wanderte er ins ebay und von dort nach Mainz. Möge er lange leben und seinem Besitzer viel Freunde bereiten * snif *



Inzwischen war ich in das Haus meiner Urgroßmutter gezogen, freie finanzielle Reserven wurden in meinen Lebenstraum gesteckt, eine 135m² Großgarage direkt am Haus, von der geht man direkt in den Keller (liegt and er Unterseite des Hauses am Berg). Dort kann man sich ausbreiten, es gibt eine Grube und Starkstrom für das Schweißgerät . Ein Tor in den Garten ermöglicht Schrauben im Freien. Die Freude über die lichte Weite währte allerdings nur kurz, denn innerhalb kurzer Zeit sammelt sich ja so einiges an Autos, die laufen einem für ein paar hundert Euro und weniger einfach so zu – und ich habe doch ein weiches Herz, in meinem Alfaasylantenheim ist allerdings eine gewisse Ausfallsquote, denn nach dem Naturgesetz müssen die Schwächeren weichen um den Stärkeren das Überleben zu sichern – so sind Keller, Dachböden etc angestopft mit Teilen aus über 40 Schlachtungen...dank ebay / Buschtrommeln und Zufallsfunden ist ein kontinuierlicher Zugang, aber gerne gebe ich nix her – was man verkauft braucht man todsicher und kauft ums doppelte retour....also nur das verkaufen was man mehrfach hat...

Die Hingerichteten werden schließlich aufgebahrt in meiner Garage, wenn sie sich nicht gerade als Standardalfa erweisen, denn für alle Untoten habe ich nicht Platz...jetzt hängen Schnauzen und Hecks von über 30 Autos an der Wand. Ich sage zu meinen Autos auch immer:
Wenn ihr schlimm seid, kommt ihr an die Wand!!
Wenn sie dann nicht sofort spuren zeige ich ihnen auch noch die Flex – das wirkt immer




Der viele leere Raum schreit natürlich nach Füllung. Im Bazar (größte österr. Secondhandzeitung) fiel ich im Jahre 2000 über eine Berlina 2000 drüber, zu meinem Pech stand sie ganz in der Nähe in einem Stadel. Sie stand seit 10 Jahren in einem zugigen Bauernstadel, was die Farbe nur erahnen ließ...aber blechmäßig war sie OK. Nach schwieriger Wertbestimmung (eigentlich nix wert, aber die Teile wie Sperrachse, große Bremsen und Zweilitermotor eigentlich doch...) einigten wir uns auf 1.000€ inkl. Transportes nach Hause. Da stand sie dann, in der klinisch sauberen nigelnagelneuen Garage, völlig verdreckt und versaut...ich wusch sie mal, dann erfolgte die Bestandsaufnahme. Den Himmel mußte ich tauschen, das Einbauen bei winterlichen Temperaturen war weniger lustig aufgrund ungenügender Passgenauigkeit. Bei der Gelegenheit baute ich auch gleich getönte Scheiben ein und eine Rücksitzbank mit Kopfstützen. Der Motor lief wieder tadellos nach ca. 1 Stunde. Allerdings musste ich bei der Hydraulik alles tauschen: ein neuer Hauptbremszylinder und beide Kupplungszylinder, alle Brems- und Kupplungsschläuche sowie die hinteren Bremssättel musste ich auch überholen. Sonst ein großes Service, das war es. Zusätzlich kamen hinten Gurte aus einem 164er ein wegen der Kindersitze. In späterer Folge lief mit dann noch eine silberne Berlina als Reserve und eine gelbe als Teileträger zu, man wappnet sich für den Alltagsbetrieb...eine blaue und eine grüne hatte ich schon vorher geschlachtet gehabt... die zu breiten Felgen ersetzte ich durch frisch gestrahlte und lackierte originale Cromodoras. Dann standen recht problemlose Alltagszeiten an, das Auto wird auch im schneefreien Winter bewegt und legte immer brav die 2x63 km zur Arbeit zurück (OK, ein Diesel ist günstiger im Unterhalt, aber was solls...).




Ich fuhr dann ca. 40.000 km damit über die Jahre, bis sich zu dem ausgelutschen Fahrwerk und dem toten Lack ein Riß der Frontscheibe, ein erledigter 2. Gang, ein rinnender Motorsimmerring und 2 durchgerostete Türen gesellten, was den TÜV in unerreichbare Ferne rücken ließ und dem Auto 2007 einen Endlagerplatz im Stadel bescherte. Aber - die guten Zeiten kommen wieder und das Auto wieder auf die Straße, das schwöre ich! Nur wird es halt ein paar Jahre dauern, fürchte ich...

Schließlich kam es noch, wie es kommen musste: In einem Internetauktionshaus fand ich eine Alfetta iniezione, ich erhielt den Zuschlag für gigantische 205€. Sie war zwar lange gestanden (3 Jahre oder so, leider in einer Wiese), aber lief tadellos nach vor Ort erfolgter Bremseninstandsetzung. Zuhause Bestandsaufnahme: unfallfrei, Erstlack, gut beinander obenrum...untenrum eine Katastrophe, eigentlich ehrlicherweise ein Teileträger. Aber eine der letzten wegschmeißen? NIEMALS. Also wurde geschweißt, was das Zeug hält, einmal Bodenplatte mit Trägern komplett. Danach alles versiegelt, und das Thema sollte erledigt sein! Ich fuhr gleich nach Italien, völlig problemlos, mit unter 9 l/100 km Verbrauch. Alle el. Helferlein funktionieren (da sind deren viele für Sitze, Fenster, Spiegel etc). zusätzlich kamen noch die begehrten Ronal 7*15 A1 drauf und ein Nardi-Lenkrad rein, um die Optik aufzufetten. Als weitere Verfeinerung baute ich ein Getriebe eines Alfa 75 1,8 i.e. ein, um das umnachtete Schonganggetriebe der Alfetta durch das eng abgestufte und weitaus besser zu schaltende Pendant aus dem 75er zu ersetzen inkl des leider notwendigen Tachoumbaues. Den Dachhimmel tapezierte ich auch neu, weil dem alten die Schwerkraft zu nahe gekommen war. Schließlich brannte dann nach ereignislosen 25.000 km ein Auslassventil durch, ich sichte im Keller das 110.000 km-Aggregat meines väterlichen 90ers plus der dazugehörigen Servolenkung und baute alles um.

Eigentlich von allen mein Lieblingsauto - ich fuhr ja von 1988 – 2000 immer Alfetten im Alltag. Wenn ich nur ein Auto haben dürfte, wäre es sicher eine Alfetta! Mit der fahre ich ohne Öl zu kontrollieren in einem Stück nach Mittelitalien. Ohne mit der Wimper zu zucken, ohne einen einzigen Schraubenzieher. Unzerstörbar. Auch der Bordcomputer und das Check-control funktionieren tadellos. Passt mir wie ein Handschuh, da ist einfach blinde Vertrautheit. Verdient ihr Benzin redlich!

2007 hatte ich begonnen, sie technisch etwas aufzurüsten, die komplette Mechanik eines 75 TSS fand Einzug inklusive Kat, den innen belüfteten Brembos, 5-Lochachsen etc -da setzte allerdings eine gewisse Eigendynamik ein –sooo geplant war das nicht, aber wenn schon, denn schon... :


Innen mit Recaro und Nardi:


Ebenso erfolgte eine komplette Fahrwerksumrüstung auf PU-Buchsen und Eibachfedern inkl. Tieferlegung; das geht jetzt so richtig gut ums Eck - und bremst wie es soll!


Und beschuht ist sie mit 16'' Felgen des Alfa 164 QV:


Ich begab mich noch in den Wahn, alles zu legalisieren, das ist in Österreich ein irrer Aufwand. Alleine die TÜV-Gutachten kosteten 840€ für die Umbauten von Lenkung, Getriebe, Motor, Achsen, Bremsen, Messung der Torsionssteifigkeit, Bremstests, Abgas- und Lärmmessungen. Die neue Höchstgeschwindigkeit beträgt nun eingetragene 205 km/h. Es war allerdings ein Monate währender Alptraum – ich musste 5x (!!!) zur Behörde – beim ersten Mal sah ich die Mängel ein, beim zweiten Mal war der Lambawert 1,05 (Sollwert 0,97 – 1,03), keine Gnade. Die weiteren 3x wegen Freigängigkeit der Räder. Jeder Prüfer (die wechseln immer) setzte etwas anderes aus, unfassbar. Einer sagte einfach: 16-Zöller gehören nicht auf so ein Auto. Er wollte offenbar nicht. Und schon war der vordere Radkasten 2 mm (!!!) zu eng. Ich kündigte dann einfach an, mit dem Vorschlaghammer Platz zu schaffen, die waren schockiert... schließlich passierte der Wagen die Kontrolle mit eingetragenem Kat und den Abgaswerten eines Neuwagens. Ich musste die 2007 AKTUELL GÜLTIGEN einhalten....so zierte ein Kleber meine Heckscheibe: Ich fahre mit Kat und ohne Feinstaub. Sie geht auch wirklich gut!

Der nächste Zuwachs erfolgte ausnahmsweise durch ein Motorrad: Die Norton Dominator, die mein Vater einstmals im Jahre 1957 neu gekauft hatte und die mit seiner einsamen Eintragung im Typenschein 1970 abgemeldet worden war, kam vom Zwischenbesitzer, der sie nicht verwendet hatte wieder zurück! (und braucht zum Glück wenig Platz...). Ein wirklich einmaliges legendäres Gerät, das ich von Kindesbeinen an kannte!



2005 las ich wie üblich die Rubrik „< 300€“ in der Oldtimer Markt. Da stach mir ein Inserat ins Auge: alle Teile von Alfa 75: Leder, Nebelscheinwerfer, Motor etc. Ich rief erfreut an wegen der Sitze, um sie eventuell in meine Alfetta zu transplantieren. Die Sitze seien noch ganz gut, aber das Auto werde erst geschlachtet, wenn sich genug Leute für Teile finden, was mir denn die Sitze wert seien. Wir kamen ins Reden, er outete sich als schwer infizierter Alfisti, der einen Bertone und eine Giulia hätte, aber der 75er wäre eine Baustelle zuviel. Ich kaufte das ganze Auto um den Preis von Motor und Sitzen...der 75er hatte Leder, Klima, ABS, SSD....so vereinbarten wir ich hole das Auto. Das Auto ist absolut erhaltungswürdig und ging dem Tod doch so knapp vorbei! Ich gab 3 Radlager neu, installierte hintere Fensterheber und US-sidemarkers aus einem Milano, ersetzte die originalen 15’’ Alus durch zuerst die klassischen Ronal A1 und dann die AZEV 8*16 - fertig war er!

Hier und jetzt gilt: Jetzt muß man sie brocken, jetzt gibt es sie (noch) billig und unverbastelt. Den letzten echten Alfa mit Heckantrieb in stärkster Konfiguration. Ich setzte ihn auch im normalen Alltag ein, wenn es schneller voran gehen soll. Hilfreich war da ein Upgrade auf QV-Motor in Verbindung mit Umbau auf das TS – Getriebe und entsprechend modifiziertem Fahrwerk...da tut sich was




Irgendwann bekam ich das schleichende Gefühl, zu viele Autos zu besitzen ... zumindest eins musste gehen, das war der, an dem das Herz am wenigsten hängt, leider war er der stärkste...trotzdem: ich verkaufte den 75er. Kaum zu glauben, ich wurde oft auf das Auto angesprochen mit wirklichem Interesse – und wie ich es dann wirklich abgeben wollte, wollte es keiner. Verschenken kam auch nicht in Frage, schließlich ging es akzeptabel weg. Damit ich sicher war, auch keinen 75er mehr haben zu werden, räumte ich diesbezüglich den Dachboden und gab ihm mehrere 75er in Teilen mit....es tat mir leid, aber es war die richtige Entscheidung...

Nebenher schlachtete ich noch diverse verlorene Alfetten, deren ich habhaft werden konnte. Vorletztes Jahr rief mich ein Freund an und sagte: „Da steht was und lebt noch, mußt nur um einen symbolischen Betrag holen kommen“: eine Alfetta 2,0 L Bj 1982. Meine sechste ...beige/braun mit SSD und Scheinwerferwischern. Ich fuhr damit eine Zeitlang herum und erfreute mich an dem Schiebedach. So eine wollte ich, weil ich immer die 2000er Alfetten mit dem Armaturenbrett mit den gegenläufigen Anzeigen hatte. In meinem Alter holt man sich ja gerne wieder die Jungenderinnerungen als Jungbrunnen ins Haus . Dann wanderte sie in den Garten auf eine betonierte Fläche für so zwei Jahre Zwecks Motivation startete ich den Motor, sie sprang sofort an. Vor den Schweißungen wollte ich mir einen Überblick verschaffen und sie durchchecken, ich hob sie auf – und da war kein Innenschweller mehr da...wie der sich in 2 Jahren im Garten pulversiert hatte ist mir bis heute ein Rätsel, denn ich hatte sie genau inspiziert gehabt. Auch die Bodenlatte war bedient, die A-Säulen durch im Kotflügelbereich, aber auch im sichtbaren! - die Stehbleche im Motorraum, der rechte Radlauf war elend verfault, So setzte ich schweren Herzens die Flex an und zerschnitt sie, tat mir echt leid, aber es wäre zuviel Aufwand gewesen...



Genau einen Tag, nachdem ich schweren Herzens die beige Alfetta zum Schrotter gebracht hatte, kann ein alter Bekannter, dem ich gleich mein noch frisches Leid klagte. Er sagte „Hm, der Alex, den Du auch kennst, dem ist seine Alfetta zuviel Aufwand, weil er schraubt selber ja nicht so“ – und ich wußte: da ist jetzt eine 1973er Erstserienalfetta, die auf dich wartet...so trafen wir uns, ich checkte das Auto durch. Es war nicht concoursverdächtig mit sattem Wartungsstau, aber tadellos gebrauchsfähig, so wurden wir handelseinig. Das Auto ist ein landesregierungseinzelgenehmigter Italienimport und war von besagtem Vorbesitzer vor 10 Jahren komplett gemacht worden. Die allererste Serie hat ja entzückende Details und unterscheidet sich in genug Einzelheiten von den >1974er Baujahren, man glaubt es nicht.

Sie war original beige, wurde dann rot. Vordergründig war das Problem die geklebten Scheiben, es dürften noch die ersten gewesen sein. Ich baute auf gefädelte Gummidichtungen um, ersetzte die gerissene Frontscheibe und den geschweißten durchgerosteten Prinz Heinrich durch ein Neuteil und schweißte die beiden Scheibenrahmen mit einer Teillackierung.

Als Felgen spendierte ich die originalen Cromodoras und investierte 2 Tage Arbeit um den umfassenden Wartungsstau zu bereingen (z.B. die montierten 1300er Vergaser durch entsprechende 1800er zu ersetzen). Besonders der typische Altalfageruch im Inneren, diese unvergleichliche sanfte Melange aus Spuren von Öl, Benzin, Schweiß, Blut, gespeichertem Wasser, Sperma, Zigaretten, Parfum, ausgedünstetem Kunststoff – die hatte es mir gleich angetan. Wenn es die doch nur als Wunderbaum gäbe...





Das Auto ist vor allem im Alltag im Einsatz, für Kurzstrecke und ähnlich niedere Dienste. Sie unbeeindruckt ihre Wege bis München. Mit etwas verhaltenem Temperament, denn da sind eher Brauereipferde als Rennrösser unter der Haube, aber das stört nicht weiter. Auch schleppt sie viel, die von mir montierte Anhängekupplung wurde teilweise nicht kalt... das Auto verdient sich ehrlich sein Brot bei mir!

Aufgrund auch privater Veränderungen wollte ich mir was gönnen und in ebay fiel sehr günstig eine GTV6 in meine Hände, gute Substanz mit nur 115.000 km, allerdings war sie seit 1999 abgemeldet gewesen. Ich schweißte sie vor allem untenrum und im Motorraum 2 Wochenenden lang komplett aus, die Rest-Karosse war weitgehend tadellos. Sie wurde komplett zerlegt, es wurde das Dach einer Schiebedach-Version eingeschweißt, das Auto komplett lackiert und ist seit Anfang diesen Jahres im Einsatz. Die vorher vermutetet Schnellrestaurierung wurde es allerdings nicht: 1,5 Jahre und alleine 120 Stunden nur Zusammenbau waren nicht geplant...



Das Auto läuft unglaublich fein, geschmeidig und macht traumhaften Spaß. Ich verfeinerte es noch mit einer originalen Echtlederausstattung und elektrischen Fensterhebern hinten. Der 2,5er Motor ist die reine Freude, die Sitzposition ist echt traumhaft und das Auto genau meins! Mir fällt auch immer mehr auf, dass ich immer mehr zu den Transaxle-Alfas tendiere und eher weg von den 105ern komme...





Dann passierte wieder so eine blöde Gelegenheit, für die Kurzstrecke bei mir am Land wäre was kleinen 2rädriges ja toll. Zum Beispiel in Form einer Vespa PX 200 mit 15.000km und 2 Besitzern, die nur einer kleinen optischen Aufarbeitung bedurfte, sehr sympathisches Ding. Immer dasselbe mit mir... vielleicht sollte ich mir das Wort NEIN mal aufschreiben und mitnehmen, da mit ich weiß was ich zu sagen habe im Falle des Falles...



Weiters träumte ich immer von einem Montreal. Als Volksschulbub ging ich Anfang der 70er Jahre immer an einem solchen in orange vorbei, der als damals normales Auto auf der Straße stand. Wenn ich groß bin, wollte ich immer einen solchen haben. OK, jetzt bin ich 1,87cm geworden und 41 Jahre...ein alter Bekannter erzählte etwas von einen Stadelfund oder so mit einer vagen Telefonnummer. Ich rief an und fuhr hin, nahe der tschechischen Grenze in einem Bauernstadel stand tatsächlich ein Montreal. Boah. Etwas havariert, bremsenlos und rostig, aber prinzipiell reparabel und komplett. Er fuhr sogar tadellos, Fensterheber, Unterdruckklappen...alles funktionierte. Ich erhandelte ihn um einen wirklich lächerlichen Betrag. Ich war wahnsinnig stolz und spielte mit dem Gedanken der Restauration, die sich schnell erübrigten, denn:

Besagter alter Bekannter (der sich um alle ca. 10 Montreals im Großraum Wien kümmert) hatte einen anderen besehen und über den geurteilt: mechanisch sehr gut, blechmäßig gut, innen perfekt, allerdings Lackmängel (Risse), vorne große Spaltmaße und viele elektrische Wehwechen mit Fensterhebern, Heizung etc. Ich fuhr hin, fuhr probe, reparierte an Ort und Stelle die Benzinleitung und –pumpe, war hingerissen und kaufte ihn um einen vierstelligen Eurobetrag, dazu gab es eine komplett angefüllte Alfetta mit Neu- und Gebrauchtteilen...das Auto fährt und tut tadellos und bereitete mir schon enormen Spaß. Er war in seinem Leben erst 12 Jahre angemeldet gewesen (Erstzulassung 1974, Baujahr 1972), der Tacho zeigt 48.000...unter 100.000 müssen es in jedem Fall sein. So behielt ich den ersten Montreal als Reserve und als Teileträger und gönnte dem zweiten eine Teillackierung (inklusive der ganzen mattschwarzen Flächen) und stellte ihn in Dienst. Allerdings ist das Auto sehr komplex aufgebaut, es ginge viele Stunden dahin für diverse Kleinreparaturen (ich sage nur: 8 Umlenkrollen hat der Fensterheberseilzug…). Eigentlich kamen mir die GTV6 und der Montreal zeitlich ziemlich quer, aber wenn so etwas auftaucht MUSS man doch zuschlagen...




Über den Winter 2009 schließlich fasste ich den Entschluss, das Fahrwerk komplett aufzuarbeiten mit entsprechend speziellen Montreal-Eibachfedern, Bilsteinen und den ganzen guten Spezialteilen, die es für die 105er ja gibt. Dazu mussten die Achsen raus, wie befürchtet räumte ich das Auto unten komplett ab, entfernte den kompletten Unterbodenschutz, lackierte alles mit Zinkspray, Steinschlagschutz und Bootslack in Wagenfarbe, als i-Tüpfelchen installierte ich die Vierkolbenbremsanlage des Alfa 6. Tja, leider gingen da auch wieder Monate ins Haus…





Nun, so sollte Friede eingekehrt sein, es ist immer genug zu tun um den Zustand des Bestandes zu erhalten und/oder zu verbessern, schließlich lebe ich auch gerne außerhalb automobiler Dinge, habe ein arbeitsintensives 100 Jahre altes Haus mit Garten und 2 Kinder.

Mein allererstes Auto war eine Giulia, die Berlina war ja nimmer so fahrfähig, irgendwie war mir nach 105er Alltagsauto - tja, was soll ich sagen....es kam wie es kommen musste:

Ich bekam eine so nebenbei von einem alten Freund angeboten, der sie 15 Jahre hatte. Seit 2001 stand sie nur mehr umher und so wollte er es aufgrund der Fülle anderer Autos & Projekte loswerden.... sie läuft wunderbar, ist zwar nicht übermotorisiert mit 1.300ccm, aber wenn man sie tritt und richtig ausdreht geht sie erstaunlich brav.

Zu machen war nur das richtig große Service, sonst das berühmte Einsteigen und Losfahren. Hat keinen Rost, die Mechanik ist ohne gravierende Probleme, innen ist sie auch noch schön und außen glänzt sie jetzt wie eine Speckschwarte! Dazu gab es passender weise einen Teileträger, man weiß ja nie

Prominente Vorbesitzer hat sie auch: Der Erstbesitzer war der Playboy-Fotograf Peter Baumann und unser amtierender Bundespräsident Heinz Fischer fuhr auch damit.




Allerdings kommt es im Leben manchmal anders als man glaubt. Ich hatte die Giulia nach einem Jahr Nebenbeischraubens komplett überarbeitet gehabt, neuen TÜV für 13 Monate gemacht, und DREI Tage später nahm man mir den Nachrang:


Das Auto war ein Totalschaden, wurde verkauft, wird aber gerichtet werden.

Dafür habe ich jetzt entsprechenden Kapazitäten frei, weil eine Berlina gehört doch wieder her. Meine ist nach Jahren des Siechtums im Stadel leider aufgrund des schlechten Zustandes und des katastrophalen Marktwertes komplett gestorben. Jetzt schaue ich gestärkt durch den unverhofften Giuliaversicherungsgeldsegen nach einer Berlina. Ich habe aber keinen Stress, wird schon eine kommen. Momentaner Farbwunsch wäre blu pervinca met. Na schauen wir mal.

Ich habe auch mal bei Gelegenheit alle meine Autos als Modelle nachgebaut:


Auch sammle ich seit über 2 Jahrzehnten Alfaschriftzüge, bin schon recht weit gekommen , eine Tafel mit den alten vor 105ern ist nicht am Bild.



Anbei also meine Auto-Liste, diese zeigt, was alles so herein wachsen kann, wenn man nicht aufpasst – und wenn man sich an Autos dieser Art verschworen hat…. sie dient auch nicht als Krücke des Angebens sondern zeigt meine autophile Lebensanschauung, ich habe (gerade noch) den Platz und die technischen Möglichkeiten gepaart mit vertretbarer Zeiteinteilung zur Erhaltung des Fuhrparks.

Wie man vielleicht unterschwellig merkt, lebe ich die Alfa-Youngtimer. Autos sollen leben, atmen, pulsieren. Nicht einfach leblos funktionieren wie ein Bügeleisen. Die Teileversorgung ist sichergestellt, von allen meinen Modellen habe ich ausreichende Mengen geschlachtet und die Teile in Kombination mit in Bausch_und_Bogen eingekauften Neuteilen gebunkert. Mein Dachboden und Keller ist zwar groß aber irgendwann auch endlich...aber es geht schon noch was. Da ich mittlerweile dutzende Alfa-Spezialwerkzeuge durch Aufkauf ehemaliger Werkstätten habe, warte und repariere ich meine Autos in Eigenregie, denn so kann ich es so haben wie ich will. So gut oder auch schlecht, aber wie ich will. Und wer kann denn noch heutzutage 4 Vergaser richtig einstellen?

Nur verkaufe ich leider zu selten Autos, und so werden es mehr und mehr...ich suche auch nie Autos, sie kommen alle irgendwie als nicht auslaßbare quasi nicht wiederkehrende Gelegenheiten (haha, Autosuggestion ist alles) zu mir ins Alfaasyl. Als Landkind tut man sich da folgerichtig auch deutlich leichter als als Innenstadtbewohner.


Sonst noch persönliches über mich:

Ich bin ein 1966er Jahrgang, mit Lebensgefährtin und 2 Kindern und wohne 35 km westlich von Wien. Abgesehen von den Autos ist mein Favorit Musik; am liebsten höre ich (und spiele auf Bass und notfalls Gitarre) Südstaatenrock bzw 60/70er Jahre Rock. Ausbildungsmäßig habe ich Betriebswirtschaft studiert und abgeschlossen, ich bin selbständiger Wirtschaftstrainer und habe den Luxus, zwischen zeitintensiven Schulungsmaßnahmen mal zwischendurch nix zu tun, da kann ich mich den Autos widmen. Sonst kriegert ich es eh nicht unter. Irgendwann in guten 20 Jahren bin ich in Pension, dann geht’s so richtig los !

... und was stünde prinzipiell noch auf Olivieros automobiler Speisekarte? ZB ein endachziger 911er Carrera Coupe, dafür ließe ich sicher einen Ferrari stehen! Vertretbareres Nahziel ist eine 1980/81er Alfetta 2000 - dann hätte ich alle 3 Alfettaserien komplett, diese ungeliebten Mauerblümchen haben es mir irgendwie besonders angetan. Das wärs - außerhalb der Alfawelt wäre was feines ein BMW E3 oder ein auch Citroen CX...ganzganzganztoll ein Morgan V8....

Zwischen Träumen und haben ist immer noch das Aufwachen... leider...

Ciaoliviero


P.S.: to be continued....

Gästebuch von Oliviero Archiv
sibewim Hallo Oliviero um es kurz zu fassen bombastisch klasse super Mega geil mach weiter so!!!!!!! und noch vielen vielen Dank für deine hilfreichen Anleitungen die Du ins 105 Forum stellst!!!!! 17.12.2011
21:45
Morangie Ein Leben für Alfa - stark! 21.05.2011
05:22
SalzburgAlfa Toll, toll, toll - hier steckt Herzblut drin 06.12.2010
21:13
k145 Der Waaaahnsinn ......... sehr geil !!! Daumen hoch 02.10.2010
18:12
LucaLinz Super!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! 20.08.2010
20:57
urban147 Bin begeistert von dieser Geschichte. Ein richtiges Alfa-Märchen! 16.02.2010
21:59
DonMiTo Bellissima Pagina:-)Rispetto!!! 12.09.2009
17:49
kasparone Eigentlich müßten Sie kürzlich in Pension gehen, Herr Dr......Alle Achtung,viel geschafft! 18.01.2009
04:56
HPS ich seh schon - ich bin nicht alleine auf dieser Welt mit meinem Hobby - klasse Seite 28.12.2008
22:17
rambam tolle seite! genial geschrieben! 01.12.2008
02:07
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letztes Update 17.12.2011


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