Hallo,
am vergangenem WE waren wir wieder unterwegs. Diesmal waren wir im Schaumburger Land.
Ich möchte Euch an unseren Erlebnissen teilhaben lassen und wünsche viel Spass beim lesen
Schaumburg-Classic, 21. – 24. Mai 2009
(Die fürstliche Oldtimer-Rallye oder war es doch ein Kindergeburtstag)
Gut gelaunt fuhren wir am 21. Mai Richtung Osten. Unser Ziel war das Schaumburger Land. Nach nicht einmal 3 Std. kamen wir im Hotel an.
Die Landschaft ist wirklich malerisch, die Städte haben noch historischen Charme und dann die imposanten Rittergüter. Der letzte Krieg den diese Landschaft gesehen hat, wenn überhaupt, war wohl der 30-jährige Krieg.
Am nächsten Tag ging es zum Startpunkt der ersten Etappe. Aus unserer uns mitgeteilten Startnummer 119 war mittlerweile die 122 geworden. Egal, aber wir haben es nicht so mit den hohen Startnummern und wir wissen auch warum.
Die Fahrunterlagen bestanden im wesentlichen aus Chinesen mit Kilometrierung und Karten. In den Karten waren die DK-s und die SP-s eingezeichnet. Das Programmheft machte Appetit auf 15 SP-s.
Nach gefühlten und tatsächlich vergangenen 4 Std. durften wir um 17:53 Uhr dann zur ersten Etappe starten.
Kurz nach dem Start stellten wir fest, dass die Kilometrierung der Chinesen wohl mit einem Schätzeisen vorgenommen worden war. Mal passte es, mal nicht. Wir interpretierten die Chinesen und bogen dann ab, wenn es zu passen schien. So gelangten wir dann zur ersten SP.
Hier beschlich uns dann spontan der Verdacht, dass wir nicht auf einer Rallye, sondern auf einem Kindergeburtstag wären, wo auch die Erwachsenen sich munter an den Kinderspielen beteiligen. Wobei sich allerdings die Frage stellt, ob heutige Kinder nicht möglicherweise das Jugendamt informieren. Da wir aus diesem definitiv Alter raus sind, war es für uns schlichtweg kein Spass. Letztlich hatten wir aber Glück im Unglück: Äpfel schälen oder dergleichen, Aufgaben der letzten Schaumburg-Classic wie wir dort erfuhren, wäre noch schlimmer gewesen. Getreu dem Motto: Schlimmer geht immer!
So war denn Kindercrocket angesagt, exakt 12 Sekunden zählen, einen Liegstuhl in Bestzeit aufbauen, einen Golfball einlochen, aufmerksam Häuser und Denkmäler betrachten um so die hierzu gestellten Fragen zu beantworten, mit einer Feuerspritze Wasser in eine Öffnung spritzen, Erbsen zählen und mit einer Armbrust durften wir auch spielen. Halt richtiger Kindergeburtstag.
Trotzdem, das will ich nicht verschweigen, gab es 3 Aufgaben für den fahraktiven Teilnehmer:
* Pylonen in einer selbstgewählten Zeit umrunden,
* eine Strecke von 6,55 km, mit zwei Fragen nach Zahlen die auf der Strecke zu finden waren, mit einem Schnitt von mind. 25 km/h zu fahren. Wir fuhren einen Schnitt von knapp 60 km/h,
* eine Strecke X in exakt 4 Sekunden fahren.
Die Mittagspause am 2. Tag auf dem Gut derer von Münchhausen ging auch in die Hose, wir warteten ca. 20 Minuten. Unter anderem reichte das Besteck nicht.
Auch liess sich der Schirmherr, seine „hochfürstliche Durchlaucht“ weder am 1., dem 2. oder am 3. Tag blicken. Vielleicht wusste er warum?
Besonderes Highlight sollte die Classic-Drivers-Night sein. Der angebotene Shuttle-Service war ein Ding mit zwei Seiten. Wir waren nicht pünktlich, ich hatte Schwierigkeiten mit meinen Kontaktlinsen. Ein Anruf des Busfahrers über die Rezeption unterblieb, wahrscheinlich war es so einfacher. Kurz, als wir endlich unten waren, war der Bus bereits abgefahren. Wir sind also auf eigener Achse hin und konnten so allerdings, die Veranstaltung verlassen ohne auf den Bus zu warten. Die Musik war bereits zum Essen so laut, dass man sich eigentlich nur mit dem Tischnachbarn links und rechts unterhalten konnte. Aber auch dann war eine deutlich höhere Lautstärke als allgemein üblich vonnöten. Man kann auch sagen, dass meinen seinen Gesprächspartner anschreien musste und selbst dann war eine klare Verständigung nicht wirklich möglich. Der Conferencier passte allerdings zum Kindergeburtstag und die Darbietung des engagierten Artisten mag ansprechend gewesen sein, aber aus den hinteren Sitzreihen haben wir nicht allzu viel gesehen. Auch die Darbietung der Musikstücke verdiente allenfalls das Prädikat „dörflich“.
Alles in allem ist die fürstliche Oldtimer-Rallye also eine Veranstaltung für die man sich ein kindliches Gemüt hat bewahren müssen.
Wer ernsthaften Rallyesport suchte, war komplett verkehrt. Dies bewiesen unter anderem auch Teilnehmer die die Insignien der Creme21 auf ihren Autos spazieren fuhren.
Aber wir hatten auch Glück. Ein Team aus der Schweiz war genauso begeistert wie wir und so fuhren wir gemeinsam dem Kindergeburtstag um die Ohren.

Ach ja, Pokale gab es für uns nicht. Ich habe am 2. Tag innerlich gekündigt und Diana kündigte am 3. Tag. Das Schweizer Team hielt es genau so

__________________
viele Grüsse
Hartmut