red spider
16.09.2002, 14:05
MIT DEM SPIDER ZUM LAGO DI GARDA !
Einmal eine richtig grosse Tour mit unserem Alfa Romeo Spider 2000 Fastback zu machen setzten wir im September 2001 in die Tat um.
Dass Risiko, mit einem Alfa Baujahr 82 (dem letzten vor der Gummilippe!) 1000 km mal eben zum Gardasee zu cruisen, ignorierten wir, denn sonst machst du es sowieso nicht.
Also kurzer Technikcheck, Koffer in den für ein Cabrio riesigen Kofferraum und ab ging es von Langenberg, Kreis Gütersloh, in Richtung Süden.
Unsere gute Laune wurde weder vom noch in der Garage plötzlich abfallenden Schliessmechanismus des linken Ausstellfensters (kleben uns die Italo-Mechanicos wieder an) noch vom sintflutartig niederprasselnden Regen gedämpft. Schön langsam bis Geseke den Motor warmgefahren, so zwischen 2000-3500 Upm, und immer sauber durchgeschaltet damit ich, sobald der Regen aufhören würde, die 127PS voll nutzen könnte.
Kassel...Regen. Fulda...Regen. Tankstopp, super, keine 9 Liter genommen, Cappucino und weiter. Würzburg, München der Spider geht klasse, aber immer Regen.
Wir beschliessen kurz vor Kiefersfelden auf einem Bauernhof zu nächtigen und am nächsten Tag die alte Brennerroute zu fahren.
Technikcheck: ein halber Liter Synthetiköl wird nachgefüllt, Dach und Boden auf Feuchtigkeit geprüft. Dach leicht feucht, Fussraum links nass. Der Gummistöpsel ist nicht dicht, da bahnen sich Schweissarbeiten an. Teppiche raus, trockenwischen und erst mal unser Quartier beziehen.
Unser Landhotel in Oberaudorf war einfach, sauber, aber für eine Nacht völlig ausreichend.
Am nächsten Morgen lachte die Sonne über dem Kaisergebirge und nach einem deftigen Bayrischen Frühstück hiess es startklar machen für die Weiterfahrt. Leider hatte ein nächtlicher Gewitterregen das Dach auf der Beifahrerseite so durchnässt, dass der Sitz darunter total nass war. Eine Plastiktüte und ein dünnes Kissen halfen erstmal dagegen. Die noch leicht feuchten Teppiche wieder rein und ab ging es über die Landstrasse in Richtung Kufstein.
Jetzt wurde die Fahrt richtig klasse, denn es ging praktisch neben der E45 durch alte Dörfer, typische, blumengeschmückte Alpenkleinstädte wie Wörgl und natürlich durch eine fantastische Berglandschaft.
Die ersten Kilometer zum Warmfahren im gemächlichen Tempo, wobei immer wieder die grandiose Elastizität des Doppelnockers beim Fahren in hohen Gängen und niedriger Geschwindigkeit auffällt.Dann konnten wir endlich das Dach öffnen und auf der herrlichen, kurvenreichen Strecke den Spider fliegen lassen.
Die Orte Schwaz, Hall i.T, Innsbruck, die Europabrücke liessen wir hinter uns. Am Brenner kilometerweit Stau. Nicht für uns, denn die alte Brennerstrasse war nicht stark befahren und so konnte unser kurvenhungriger Alfa die Strecke über Sterzing, Brixen nach Klausen schnell abwedeln. Nach kurzer Siesta cruisten wir weiter nach Bozen, quer durch die Stadt, teilweise begleitet von einem gelben Spider, in Richtung Kalterer See um auf dem Kalterer Marktplatz Cappucino zu trinken.
Der historische, blumenbunte Marktplatz mit seinen grossen hellen Sonnenschirmen und kleinen Bistrotischen ist so angelegt, dass man mit dem Auto direkt an seinen Stuhl fahren kann, für ein Cabrio aus Sicherheitsgründen ideal.
Nach einer Stunde Genuss des Südtiroler Flairs von Kaltern schwangen wir uns in unseren roten Coda Tronca, um über die Weinstrasse nach Trento zu fahren. Sonne von oben, Weinreben links und rechts und dazwischen das Röhren des Alfas, ein tolles Feeling! In Trento kennen wir uns etwas aus, so fanden wir schnell die Landstrasse nach Arco, welche landschaftlich wesentlich reizvoller ist, als die über Rovereto.
Am Castello Toblino geriet unser Fastback unversehens in ein Rudel Triumph TR4, die sich dort zu einem Oldtimertreffen zusammengerottet hatten. Ich fand, dass sich unser feuerroter Spider ganz gut machte unter den martialischen Engländern, und nach einigen Kilometern drehten die ca.40 Roadster ab um ihr Unwesen in den Bergen um den Idrosee zu treiben.
Riesige Felsen säumten nun die Strasse entlang des Flusses Sarca bis nach Arco. Jetzt konnte man den Lago schon fast riechen und ruckzuck waren wir in Riva d.G.
Ein wunderbares Gefühl, endlich am Ziel zu sein. Fast, denn unsere Residenz befand sich in Malcesine und so nahmen wir die Uferstrassen von Riva und Torbole unter die Räder und scheuchten den Spider durch etliche Tunnel nach Süden. Dann sahen wir die Scaligerburg unseres Urlaubsortes durch die fliegenverdreckte Frontscheibe. Geschafft!! Ab in die Tiefgarage, Koffer raus und erstmal in den Pool.
Soll noch einer sagen, mit alten Autos kann man keine 1000 Km in den Urlaub fahren!
Das Wetter meinte es gut mit uns und so düsten wir in den nächsten Tagen die Gardesana hoch und runter: Ferraritreffen in Torri, Wein kaufen in Peschiera, Mittagessen in Garda, Mechanico finden der den richtigen Kleber für unseren abgefallenen Vorreiber hat. Das war allerdings nicht von Erfolg gekrönt, erst später in Germania fand ich den richtigen U-V-Kleber.
Unsere Touren waren traumhaft.
Sonnenschein, super klare Sicht und dann im offenen Spider mit Gianna Nannini im Ohr um den Lago cruisen, wohl kaum zu toppen!
Mit dem Alfa den Monte Baldo hochzufahren war dann doch noch einmal eine tolle
Erfahrung. Wir nahmen den kürzesten Weg, was holprige Strassen und 20% Steigung sowie etliche Haarnadelkurven zur Folge hatte. Oben, auf ca. 1700m angekommen, wurden wir mit einem grandiosen Ausblick belohnt. Die klare Sicht hatte sich gehalten, so dass wir den See unter uns in seiner ganzen Länge von Riva
bis Sirmione blau schimmernd sehen konnten. Kurzentschlossen lenkte ich den Spider auf eine einsame Almwiese und wir genossen dass fantastische Panorama bei
einem Picknick. Zur Abfahrt vom Monte Baldo nahmen wir eine bessere Strasse, die
uns durch enge Kurven und mit spotzendem Auspuff nach Torri di Benaco führte.
Auf der Gardesana angekommen, stellte ich fest dass der Tacho ausgefallen war.
Das hiess für die am nächsten Tag geplante Heimfahrt mit dem Drehzahlmesser aus-
kommen, was sich als nicht so schwierig erwies.
Bei sonnigem Wetter sagten wir Arrivederci und fuhren über Rovereto und die Brennerautobahn nach München, wo wir bei guten Freunden übernachteten.
Am nächsten Morgen regnete es wieder in Strömen und so machten wir uns auf eine
feuchte Reise gefasst. So war es, der Spider lief prima, aber Dach und Boden liessen Wasser eindringen. Wir entschlossen uns im kommenden Winter eine mittlere Restauration anzugehen, denn der Spass mit dem Alfa, trotz seiner von Haus
aus mitgegebenen Macken, bringt soviel gesteigerte Lebensqualität, dass sich eine solche Investition lohnt. Davon, wie aus der mittleren Restauration eine grosse wurde, berichte ich demnächst mal!
Mit 3500 km mehr auf dem Tacho (Kilometer zählte er noch), dem Wissen den Fastback viel besser zu kennen und dem Mythos Alfa Romeo Spider restlos verfallen zu sein, kamen wir wieder nach Hause. Wir hatten eine tolle Zeit in Bella Italia.
Ciao Alfisti , Achim und Mary.
Einmal eine richtig grosse Tour mit unserem Alfa Romeo Spider 2000 Fastback zu machen setzten wir im September 2001 in die Tat um.
Dass Risiko, mit einem Alfa Baujahr 82 (dem letzten vor der Gummilippe!) 1000 km mal eben zum Gardasee zu cruisen, ignorierten wir, denn sonst machst du es sowieso nicht.
Also kurzer Technikcheck, Koffer in den für ein Cabrio riesigen Kofferraum und ab ging es von Langenberg, Kreis Gütersloh, in Richtung Süden.
Unsere gute Laune wurde weder vom noch in der Garage plötzlich abfallenden Schliessmechanismus des linken Ausstellfensters (kleben uns die Italo-Mechanicos wieder an) noch vom sintflutartig niederprasselnden Regen gedämpft. Schön langsam bis Geseke den Motor warmgefahren, so zwischen 2000-3500 Upm, und immer sauber durchgeschaltet damit ich, sobald der Regen aufhören würde, die 127PS voll nutzen könnte.
Kassel...Regen. Fulda...Regen. Tankstopp, super, keine 9 Liter genommen, Cappucino und weiter. Würzburg, München der Spider geht klasse, aber immer Regen.
Wir beschliessen kurz vor Kiefersfelden auf einem Bauernhof zu nächtigen und am nächsten Tag die alte Brennerroute zu fahren.
Technikcheck: ein halber Liter Synthetiköl wird nachgefüllt, Dach und Boden auf Feuchtigkeit geprüft. Dach leicht feucht, Fussraum links nass. Der Gummistöpsel ist nicht dicht, da bahnen sich Schweissarbeiten an. Teppiche raus, trockenwischen und erst mal unser Quartier beziehen.
Unser Landhotel in Oberaudorf war einfach, sauber, aber für eine Nacht völlig ausreichend.
Am nächsten Morgen lachte die Sonne über dem Kaisergebirge und nach einem deftigen Bayrischen Frühstück hiess es startklar machen für die Weiterfahrt. Leider hatte ein nächtlicher Gewitterregen das Dach auf der Beifahrerseite so durchnässt, dass der Sitz darunter total nass war. Eine Plastiktüte und ein dünnes Kissen halfen erstmal dagegen. Die noch leicht feuchten Teppiche wieder rein und ab ging es über die Landstrasse in Richtung Kufstein.
Jetzt wurde die Fahrt richtig klasse, denn es ging praktisch neben der E45 durch alte Dörfer, typische, blumengeschmückte Alpenkleinstädte wie Wörgl und natürlich durch eine fantastische Berglandschaft.
Die ersten Kilometer zum Warmfahren im gemächlichen Tempo, wobei immer wieder die grandiose Elastizität des Doppelnockers beim Fahren in hohen Gängen und niedriger Geschwindigkeit auffällt.Dann konnten wir endlich das Dach öffnen und auf der herrlichen, kurvenreichen Strecke den Spider fliegen lassen.
Die Orte Schwaz, Hall i.T, Innsbruck, die Europabrücke liessen wir hinter uns. Am Brenner kilometerweit Stau. Nicht für uns, denn die alte Brennerstrasse war nicht stark befahren und so konnte unser kurvenhungriger Alfa die Strecke über Sterzing, Brixen nach Klausen schnell abwedeln. Nach kurzer Siesta cruisten wir weiter nach Bozen, quer durch die Stadt, teilweise begleitet von einem gelben Spider, in Richtung Kalterer See um auf dem Kalterer Marktplatz Cappucino zu trinken.
Der historische, blumenbunte Marktplatz mit seinen grossen hellen Sonnenschirmen und kleinen Bistrotischen ist so angelegt, dass man mit dem Auto direkt an seinen Stuhl fahren kann, für ein Cabrio aus Sicherheitsgründen ideal.
Nach einer Stunde Genuss des Südtiroler Flairs von Kaltern schwangen wir uns in unseren roten Coda Tronca, um über die Weinstrasse nach Trento zu fahren. Sonne von oben, Weinreben links und rechts und dazwischen das Röhren des Alfas, ein tolles Feeling! In Trento kennen wir uns etwas aus, so fanden wir schnell die Landstrasse nach Arco, welche landschaftlich wesentlich reizvoller ist, als die über Rovereto.
Am Castello Toblino geriet unser Fastback unversehens in ein Rudel Triumph TR4, die sich dort zu einem Oldtimertreffen zusammengerottet hatten. Ich fand, dass sich unser feuerroter Spider ganz gut machte unter den martialischen Engländern, und nach einigen Kilometern drehten die ca.40 Roadster ab um ihr Unwesen in den Bergen um den Idrosee zu treiben.
Riesige Felsen säumten nun die Strasse entlang des Flusses Sarca bis nach Arco. Jetzt konnte man den Lago schon fast riechen und ruckzuck waren wir in Riva d.G.
Ein wunderbares Gefühl, endlich am Ziel zu sein. Fast, denn unsere Residenz befand sich in Malcesine und so nahmen wir die Uferstrassen von Riva und Torbole unter die Räder und scheuchten den Spider durch etliche Tunnel nach Süden. Dann sahen wir die Scaligerburg unseres Urlaubsortes durch die fliegenverdreckte Frontscheibe. Geschafft!! Ab in die Tiefgarage, Koffer raus und erstmal in den Pool.
Soll noch einer sagen, mit alten Autos kann man keine 1000 Km in den Urlaub fahren!
Das Wetter meinte es gut mit uns und so düsten wir in den nächsten Tagen die Gardesana hoch und runter: Ferraritreffen in Torri, Wein kaufen in Peschiera, Mittagessen in Garda, Mechanico finden der den richtigen Kleber für unseren abgefallenen Vorreiber hat. Das war allerdings nicht von Erfolg gekrönt, erst später in Germania fand ich den richtigen U-V-Kleber.
Unsere Touren waren traumhaft.
Sonnenschein, super klare Sicht und dann im offenen Spider mit Gianna Nannini im Ohr um den Lago cruisen, wohl kaum zu toppen!
Mit dem Alfa den Monte Baldo hochzufahren war dann doch noch einmal eine tolle
Erfahrung. Wir nahmen den kürzesten Weg, was holprige Strassen und 20% Steigung sowie etliche Haarnadelkurven zur Folge hatte. Oben, auf ca. 1700m angekommen, wurden wir mit einem grandiosen Ausblick belohnt. Die klare Sicht hatte sich gehalten, so dass wir den See unter uns in seiner ganzen Länge von Riva
bis Sirmione blau schimmernd sehen konnten. Kurzentschlossen lenkte ich den Spider auf eine einsame Almwiese und wir genossen dass fantastische Panorama bei
einem Picknick. Zur Abfahrt vom Monte Baldo nahmen wir eine bessere Strasse, die
uns durch enge Kurven und mit spotzendem Auspuff nach Torri di Benaco führte.
Auf der Gardesana angekommen, stellte ich fest dass der Tacho ausgefallen war.
Das hiess für die am nächsten Tag geplante Heimfahrt mit dem Drehzahlmesser aus-
kommen, was sich als nicht so schwierig erwies.
Bei sonnigem Wetter sagten wir Arrivederci und fuhren über Rovereto und die Brennerautobahn nach München, wo wir bei guten Freunden übernachteten.
Am nächsten Morgen regnete es wieder in Strömen und so machten wir uns auf eine
feuchte Reise gefasst. So war es, der Spider lief prima, aber Dach und Boden liessen Wasser eindringen. Wir entschlossen uns im kommenden Winter eine mittlere Restauration anzugehen, denn der Spass mit dem Alfa, trotz seiner von Haus
aus mitgegebenen Macken, bringt soviel gesteigerte Lebensqualität, dass sich eine solche Investition lohnt. Davon, wie aus der mittleren Restauration eine grosse wurde, berichte ich demnächst mal!
Mit 3500 km mehr auf dem Tacho (Kilometer zählte er noch), dem Wissen den Fastback viel besser zu kennen und dem Mythos Alfa Romeo Spider restlos verfallen zu sein, kamen wir wieder nach Hause. Wir hatten eine tolle Zeit in Bella Italia.
Ciao Alfisti , Achim und Mary.