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Vollständige Version anzeigen : Alfa 75 Kaufberatung


Alfa75 Fan
01.09.2002, 22:49
Hallo Leute,

möchte mir gerne eine Alfa 75 1.8 ie kaufen.
Hatte schon mal einen 75 2.4 TD und hatte so meine Problemchen, aber der 75er ist halt noch ein richtiger Alfa.

Auf was sollte ich den besonders achten ?
Karosserie ist nicht so schlimm, da ich mir vorstellen kann, das ein 92er BJ nicht allzugrosse Mängel haben kann, oder ?

Mir wurde mal gesagt, das der 75er in den vorderen Federbeinen Gewinde hat. Ist das so richtig ?

Da der 75er ja ein Transaxle hat, auf was sollte man da besonders achten ?

Im vorraus schon mal danke für die Tips..... ;)

Gruß,
Markus

Chris
02.09.2002, 10:56
Original geschrieben von Alfa75 Fan
möchte mir gerne eine Alfa 75 1.8 ie kaufen.
Hatte schon mal einen 75 2.4 TD und hatte so meine Problemchen, aber der 75er ist halt noch ein richtiger Alfa.

Dann solltest Du mit dem Großteil der nicht Motorbezogenen Probleme ja schon vertraut sein.... ;)


Auf was sollte ich den besonders achten ?
Karosserie ist nicht so schlimm, da ich mir vorstellen kann, das ein 92er BJ nicht allzugrosse Mängel haben kann, oder ?

Die letzten 75er waren zwar besser als die bis Mitte 88, aber die grundlegenden Rostrobleme sind auch hier vorhanden.

Wichtigster Punkt ist bei allen 75ern die Reserveradwanne. Dort ist von unten die Abschleppöse angeschweißt. In dem offenen Profil sammeln sich gerne Dreck und Feuchtigkeit. Durchrostungen sind bei fast allen 75ern der Fall. Von unten sind die hinteren Innenkotflügel, oft wegen der Kunststoffverkleidungen nicht zu sehen, zumindest angerostet. Der Rest ist eigentlich wenn, auch nur angerostet. Vorne sind auch wieder die Innenkotflügel und/oder die unteren Rahmenteile, im Bereich der Querlenkerbefestigungen von Korrosion betroffen. Im gesamten Motorraum sind es vor allem die Schweißnähte die nur unzureichend gegen Rost geschützt sind......
Obenrum sind die 75er der letzten Baujahre nur noch selten von der "braunen Pest" befallen. Hier vor allem die Scheibenrahmen vorne und hinten. Die Stege zwischen hinterer Türscheibe/ Dreiecksfenster sehen bei einigen Exemplaren auch schon reichlich mitgenommen aus. Das ist aber eher ein optisches Problem......... Ansonsten sollten die hinteren Radläufe, alle Ecken und Falze sowie der Wasserkasten vorne unter der Motorhaube überprüft werden.


Mir wurde mal gesagt, das der 75er in den vorderen Federbeinen Gewinde hat. Ist das so richtig ?

Alle 75er haben genau wie die technische Basis, die Alfetta des Typs 116, vorne Drehstabfedern. Federbeine, wie das klassische McPherson-Federbein gibt es beim 75 nicht. Gewinde daher nur an den Befestigungsschrauben......


Da der 75er ja ein Transaxle hat, auf was sollte man da besonders achten ?

Ein Transaxle, die Kombination aus Achsantrieb und Getriebe in einem Gehäuse mit gemeinsamen Ölschmierkreis, haben auch alle modernen Fronttriebler.

Beim 75 ist der Schwachpunkt die Kardanwelle. Die Welle ist zweigeteilt und mit Gummikupplungen (Hardyscheiben) miteinander, bzw. an Motor und Getriebe/Kupplung verbunden. Da die Kardanwelle immer mit Motordrehzahl dreht, die Konstruktion an sich nicht die beste ist, gibt es hier entsprechenden Verschleiß. Da Teile und Arbeit recht teuer sind, werden fällige Arbeiten hierdran genau so gerne verschlampt wie der Austausch der Bremsklötze an den hinteren innenliegenden Scheibenbremsen. Die Behebung von Folgeschäden durch Vibrationen im Antriebsstrang oder durch gerissene Hardyscheiben kann viel Geld kosten........

Das folgende macht man am besten auf einer Hebebühne oder einer Grube. Sollte gegen geringes Entgeld bei jeder Tankstelle möglich sein.
Die Hardyscheiben sollten also mindestens einer Sichtprüfung - es sollten keine Risse vorhanden sein - unterzogen werden. Wenn man dann schon mal unter dem Auto ist, kann man gleich die Auspuffgummis kontrollieren und den Tank auf feuchte Stellen - durchgerostet - absuchen.
Im vorderen Bereich verölte Unterböden deuten entweder auf eine defekte Servolenkung bzw. undichte Schläuche/ Leitungen, oder auf einen defekten hinteren Kurbelwellendichtring am Motor hin.

Auch das Getriebe sollte nicht allzu verölt sein......

Die hinteren Bremsen sollte man dann auch gleich noch einer Sichtprüfung unterziehen. Verschleiß ist vom Material her nicht so teuer - die Arbeit kostet viel Geld!

Der Auspuff und dessen Gummis/ Aufhängungen kann dabei auch gleich überprüft werden.


Motorseitig ist der 1,8er eigentlich recht pflegeleicht. Es sollten nicht überall Ölverschmierungen zu entdecken sein, der Ölverbrauch sollte sich in Grenzen halten. Indiz für hohen Ölverbrauch ist z.B. eine rund um das Auspuffendrohr ölrußverschmierte hintere Stoßstange....
Die Gummis der Ansaugbrücke sollten keine Risse aufweisen. Auch der Gummisschnuddel zwischen Luftmengenmesser und Ansaugrohr soll gerne rissig sein. (Vergleiche hierzu die letzten Threads die den unrunden Motorlauf beim 1,8er behandeln!)

Gruß

Chris

Alfa75 Fan
05.09.2002, 14:46
Hallo Chris,

danke für die Tips. Es wird dann doch warscheinlich ein 3L V6.
Er ist in sehr gutem Zustand und hat etwas über 100' km.

Da hab ich jetzt mal ne Frage.

Da der 3L V6 noch die konventionelle Zündanlage hat, würde ich ihn gerne auf die elektronische Zündung umbauen.
Hat das schon jemand von Euch gemacht ?
Was kosten ungefähr die Teile ?

Gruß,
Markus

!007!

Chris
05.09.2002, 14:53
Original geschrieben von Alfa75 Fan
Da der 3L V6 noch die konventionelle Zündanlage hat, würde ich ihn gerne auf die elektronische Zündung umbauen.
Hat das schon jemand von Euch gemacht ?
Was kosten ungefähr die Teile ?


Auch die "konventionelle" Zündanlage ist schon vollelektronisch und kontaktlos. Ändern könntest Du höchstens auf eine MOTRONIC. Dazu brüchtest Du dann den Motor-Kabelbaum eines 75 QV, das entsprechende Steuergerät und alles was dazu gehört. Zur Not könnte man zwar auch mit Teilen (Kabelbaum usw.) der Motorsteuerung vom 164 V6 was zurechtbauen, aber dazu sollte man zumindest ungefähr wissen was zu tun ist.......

Mein Tip: Lassen wie es ist!

Gruß

Chris