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Vollständige Version anzeigen : Langer Standzeit


Marco.acp
24.07.2002, 09:34
Hallo,

Ich werde ein Bertone ausschlachten (ja, es tut weh ich weiss..)
und dessen Teile in einen fertig restaurierten Karosse einbauen.
Wie soll ich mich mit der Mechanik verhalten?
Das Auto steht seit 10 Jahre (geschätzt). Dass die Vergaser gereinigt werden müssen ist mir klar, das Benzin besteht wahrscheinlich nur aus Wasser (also weg damit).
Was kann ich aber mit der Motor, Getriebe, Lenkung und Diff machen? (ausser frisches Oel)
Soll ich alles zerlegen oder einfach frisches Benzin rein und starten (mit gereinigten Vergaser)?
Wenn es schon mal ein Thema war, ich habe hier gesucht und nichts speziell über den Motor usw. gefunden.
Info oder ein Link wäre super!!

Marco

Rainer
24.07.2002, 11:58
Hi Marco,

den Sprit mußt Du entsorgen. Getriebe, Lenkung und HA werden mit einer neuen Ölfüllung glücklich sein. Dazu noch alle Simmering tauschen. Beim Getriebe dürfte auch die Abdichtung der Gehäusehälften Sinn machen - dabei kannst Du auch das Innenleben prüfen. Beim Motor würde ich eine Revision empfehlen. Nach 10 Jahren können z.B. die Kolbenringe festgegammelt oder verharzt sein- nur eine Möglichekit von vielen. Wenn Du dann loslegst ist der Spaß schnell vorbei. Neu abdichten mußt Du ihn sowieso, weil nach 10 Jahren nox mehr lange dicht hält. Also schön zerlegen, alles prüfen und ggf. ersetzen. Da der Motor ja eh draußen ist, ist die Sache schön entspannt zu machen.

Ciao


Rainer

chief
24.07.2002, 12:09
Hallo Marco,

hier meine Vorschläge in aller Kürze:

Motor und Getriebe: auf jeden Fall Motor zerlegen, kontrollieren, neu abdichten, v.a. Vergasergummis, Kolbenringe, Lager. So leicht kommst du nie mehr an den Motor ran... Beim Getriebe sollten beide Simmerringe getauscht werden, weil die nach langer Standzeit zur Undichtigkeit neigen, Ölwechsel ist klar.

HA: Ölwechsel reicht vorerst, du kannst danach noch immer leicht was tauschen/reparieren.

Lenkung: ebenso

Mechanik (Fahrwerk?): Gummiteile überprüfen, die meisten Lagergummis und Buchsen usw. sind mit sicherheit hinüber bzw. so spröde, dass die eh nicht mehr lange halten. Genauso bei den anderen Lagern: Auf Spiel kontrollieren, ggf tauschen.

Komplettprogramm geht sicher ins Geld (habe ich 2000 gemacht), aber wenn du eh schon alles in Einzelteilen hast, wäre es schade, einfach die alten Teile einzubauen (um dann das ganze in 2 Wochen wieder auszubauen, weil z.B. das Getriebe saut, der Motorsabbert usw...)

Gruß Thomas

marco/hamburg
24.07.2002, 12:12
hi,
ich habe letztes jahr einen motor mit getriebe gekauft welches ca.12-15 jahre gestanden hatte.
letzte woche habe ich das motoröl abgelassen und die ölwanne demontiert.
das was beim ölablassen rauskam war schon sehr sehr zäh.
was aber in der ölwanne und in der ölpumper war, war so wie teer.
der schlamm wird sich also auch in sämtlichen kanälen befinden und du wirst um eine komplett überholung nicht herrum kommen.

viele grüße
marco/hamburg

Alex
24.07.2002, 12:39
Hallo,

mache auf jeden Fall auch die Bremsen, die Schläuche werden total zugequillt sein und ob alle Manschetten und Dichtungen noch halten ist auch nicht anzunehmen!!!

Gummiteile kannst Du sowieso alle einplanen!

Gruß Alex

Ingenere
24.07.2002, 14:38
Ciao Marco,

vom ökonomischen Standpunkt betrachtet: wenn Du sicher sein kannst, daß die Teile von Deinem alten Schlacht-Bertone grundsätzlich in Ordnung waren, lohnt es vielleicht, die Spuren von 10 Jahren rumstehen zu beseitigen.

Wenn es Grund zur Annahme gibt, daß die Aggregate sowieso schon halb verschlissen waren, bevor das Auto für 10 Jahre in die Ecke gestellt wurde, würde ich mich zur Ergänzung Deiner restaurierten Karosserie lieber auf die Suche nach einem rostigen Alltags-Bertone machen, dessen Mechanik sich noch halbwegs knackig anfühlt.

Salut,
Johannes

Marco.acp
24.07.2002, 17:15
Danke für eure Antworten.

Wenn ich den Motor und Getriebe eh zerlegen muss gibt es da Verbesserungen. Bessere Dichtungen, Lager, Ringe usw.?
Leichtes Tuning vielleicht ? (muss schon bezahlbar sein weil
die Karosse noch gestrahlt und lackiert werden muss!!)

chief
24.07.2002, 17:40
Hallo Marco,

zu weiteren Maßnahmen, die vielleicht nicht schlecht wären:
Synchronring 2. Gang (bekannter Schwachpunkt) kontrollieren oder tauschen, Dichtungen der Ölbohrungen im Bereich der Kopfdichtung mit Hohlspannstift in der Bohrung sichern und Viton-Ringe nehmen (falls das noch nicht so ist). Mehr fällt mir grad nicht ein.

Zum Thema Tuning kann ich nicht viel sagen.
Ein kleiner Tip vielleicht:
Versuch einfach mal, die serienmäßig ziemlich starken Übergänge im Ansaugtrakt (Übergang Gummis- Saugrohr, Saugrohr-Kopf) per Fräser und Polierer weg zu bekommen und díe Kanäle zu Polieren, das bringt zwar nix gewaltig spürbares, aber schaden tuts auch nicht... Auch den Übergang im Auslassbereich zwischen Kopf und Krümmer nicht vergessen (mein Krümmer stand da im Serienzustand ein paar Millimeter in den Kanal rein...).

Für "Tuning" mußt du auf andere Antworten warten... da kenn ich mich nicht so aus.

Gruß Thomas

Marco.acp
25.07.2002, 07:59
das mit der 2.Gang habe ich schon einkalkuliert.
Vitonringe ist ne gute Tipp.
Naja, ich glaube ich habe noch viel zu tun und zu lesen damit
er wieder gut da steht (lieber gesagt fährt)
Ich werde auch noch schauen wie das ist mit den Bremsen.
Ihr habt hier im Forum schon einiges darüber geschrieben,
(Verbesserungen). Er soll kein Rennsemmel werden oder so.
Meine Meinung ist wenn es etwas gibt wodurch das Auto besser
läuft, bremst (Weniger Öl verliert :-)) usw. ohne grosse Umbauten und die Originalität es zulässt, könnte ich es tun. Es sollte ja verbesserungen sein. Weil er zerlegt ist werde ich das (versuchen) ausnutzen.

Danke nochmals für eure Info

Marco