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Vollständige Version anzeigen : Tausch der vorderen Bremsbeläge / Bremsbacken am Alfa 147


Nils
04.01.2006, 22:43
Nabend Alfa-Gemeinde.

Habe mir mal die Mühe gemacht und eine Anleitung zum Tausch der Bremsbeläge zusammengebastelt.


Zunächst:
Diese Anleitung wurde nach bestem Wissen erstellt. Keine Garantie auf Richtigkeit oder Vollständigkeit. Keine Haftung für eventuelle Schäden an Fahrzeugen oder Personen.

Benötigte Werkzeuge

•Kräftiger Schraubendreher
•7er Inbus (nach Möglichkeit als Aufsatz für die Ratsche)
•Schraubzwinge
•Beilage um den Kolben zurückzudrücken
•Kupferpaste


Ablauf

Alle Arbeiten bitte nur durchführen wenn das Fahrzeug entsprechend gegen wegrollen gesichert ist. Wagenheber nur auf festem Untergrund verwenden, zusätzlich Stützböcke verwenden.


http://people.freenet.de/Gelber_Trabi/Bilder%20Sonstiges/Dscn1145-480.jpg

Als erstes müsst ihr die Federspange entfernen. Geht am einfachsten wenn ihr den Schraubendreher, wie auf dem Pic zu sehen, zwischen Sattel und der Spange drückt. Vorsicht: die Spange hat relativ viel Druck.



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Dann entfernt ihr die Abdeckkappen der Bremssattelbolzen. Diese befinden sich an der Innenseite des Sattels, also gegenüber der Federspange (rote Pfeile).
Tip: Das Lenkrad voll in die entsprechende Richtung einschlagen, dann habt ihr mehr Freiraum beim arbeiten.



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Nun könnt ihr den 7er Inbus aufsetzen und die Bolzen lösen. Je nach alter des Fahrzeuges sowie Zustand der Abdeckkappen können die Bolzen sehr fest sein. In diesem Fall eine größere Ratsche (z.B. 3/8“) verwenden.



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Tip: Die Schrauben soweit wie möglich herausdrehen, sonst quält ihr euch unnötig beim Demontieren des Sattels.



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Nun könnt ihr Bremssattel abnehmen. Hierzu mit einem kräftigen Schraubendreher abwechselnd zwischen Sattel und oberer bzw. unterer Bremszange gehen, und den Sattel heraushebeln. Die roten Pfeile symbolisieren die Ansatzpunkte für den Schraubendreher.

Wenn ihr den Sattel abgenommen habt, solltet ihr darauf achten, dass ihr ihn nicht an der Bremsleitung „baumeln“ lasst. Entweder mit einem Draht anhängen, oder entsprechend unterbauen.


Nachdem ihr die alte innere Bremsbacke mit leichten Kippbewegungen aus dem Kolben gelöst habt, muss als nächstes der Bremskolben zurückgedrückt werden. Dazu müsst ihr vorher unbedingt den Bremsflüssigkeitbehälter öffnen und den Stand der Flüssigkeit überprüfen. Sollte diese bereits bis max stehen, muss die Flüssigkeit bis zur Mitte (also zwischen min und max) abgesaugt werden. Alternativ kann man auch einen Putzlappen um den Behälter legen, ist aber eine elende Sauerei wenn es überläuft.



http://people.freenet.de/Gelber_Trabi/Bilder%20Sonstiges/Dscn1156-480.jpg

Dann drückt ihr wie auf dem Pic zusehen den Kolben zurück. Dabei immer schön den Ausgleichsbehälter der Bremsflüssigkeit im Auge behalten.
Wichtig ist, dass ihr eine flächige Beilage verwendet und nicht direkt auf den Bremskolben drückt. Der Druck sollte immer gerade erfolgen, damit der Kolben nicht verkantet. Normalerweise lässt er sich ganz leicht zurückdrücken. Bitte keine Hammerschläge oder rohe Gewalt.



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Nun geht es an die Pflegearbeiten.
Vor dem Einsetzen der neuen inneren Bremsbacke die Auflagefläche des Bremskolbens von Verunreinigungen befreien, und ein wenig Kupferpaste auftragen. Achtung: beim Einsetzen der neuen inneren Backen unbedingt darauf achten, das man die Manschette nicht beschädigt.
Auch auf die Anlagefläche der äußeren Backen kann man ebenfalls etwas Kupferpaste geben.



http://people.freenet.de/Gelber_Trabi/Bilder%20Sonstiges/Dscn1163.jpg

Nun noch etwas Kupferpaste an die Bremsbackenaufnahme der Bremszange. An dieser Stelle ist die Kupferpaste besonders wichtig, da hier die Beläge bei späterer Abnutzung „nachrutschen“.
Jetzt nur noch äußeren Belag einsetzen und schon könnt ihr den Bremssattel wieder aufstecken. Wenn ihr den Bremskolben weit genug zurückgedrückt habt geht der Sattel sehr einfach drauf.

Nun könnt ihr wieder alles in umgekehrter Reihenfolge zusammenbauen, also:

•Bremssattelbolzen festschrauben
•Abdeckkappen aufstecken
•Federspange befestigen und auf richtigen Sitz prüfen


Abschließend solltet ihr die Bremse im Stand mehrmals betätigen, dann den Bremsflüssigkeitsstand im Behälter kontrollieren und ggf. korrigieren.


Wünsche viel Spaß und maximale Erfolge.

grüße,
rosso 147er

silyb0y
21.01.2006, 05:39
Hallo, hab schon hier und da geschaut aber immer noch ne offene Frage:

Wie ist start sind die Schrauben des Bremssattels anzuziehen?
Werte gleich fuer vorne und hinten oder?

Danke

Nils
21.01.2006, 15:37
Hallo.

1/4" Ratsche verwenden und mit Gefühl handfest anziehen.
Also drehen bis "Schluß" ist, und dann noch nen kleinen Ruck.
Ohne Gewähr: Würde so 40-50 Nm schätzen. Hinten wie vorne, egal insofern die Gewindegrößen identisch sind.

grüße,
rosso 147er

bella macchina
22.01.2006, 16:34
auch klugscheissen will ...

du solltest das wort "kupferpaste" durch "keramikpaste" ersetzen , sonst gibt es u.u. probleme mit den sätteln :)

Nils
22.01.2006, 20:12
Natürlich ist jede konstruktive Kritik jederzeit willkommen... :-)

@matthias
Du spielst sicher auf das Problem mit der Kupferpaste bei Alubremssätteln an. Allerdings ist es eine anleitung für den 147er, und der hat nunmal keine Alubremssättel. Werde trotzdem noch einige Änderungen vornehmen.

grüße,
rosso 147er

driveby
23.01.2006, 23:29
also ich drück den kolben noch vor dem lösen der
schrauben zurück. Mit dem "grossen schraubenzieher"zwischen äusserem belag
und bremszange richtung nabe friemeln wenn er dann durch ist schraubenzieher an der bremsscheibe abstützen und schraubenzieher(bla,bla,schraubendreher) mit gefühl zu sich ziehen.nur keine hemmungen.

Mille Miglia
14.02.2007, 14:43
...vorher unbedingt den Bremsflüssigkeitbehälter öffnen und den Stand der Flüssigkeit überprüfen. Sollte diese bereits bis max stehen, muss die Flüssigkeit bis zur Mitte (also zwischen min und max) abgesaugt werden. Alternativ kann man auch einen Putzlappen um den Behälter legen, ist aber eine elende Sauerei wenn es überläuft.

Dann drückt ihr wie auf dem Pic zusehen den Kolben zurück. Dabei immer schön den Ausgleichsbehälter der Bremsflüssigkeit im Auge behalten.
Wichtig ist, dass ihr eine flächige Beilage verwendet und nicht direkt auf den Bremskolben drückt. Der Druck sollte immer gerade erfolgen, damit der Kolben nicht verkantet. Normalerweise lässt er sich ganz leicht zurückdrücken. Bitte keine Hammerschläge oder rohe Gewalt.

Dazu hab ich noch nen Extra-Tipp:

Bei einem Bremsenlehrgang bei ATE wurde mir vor Jahren folgendes empfohlen:
Beim Zurückdrücken des Bremskolbens (am besten mit einem speziellen Rückstellwerkzeug) einfach die Entlüfterschraube öffnen und die überschüssige Bremsflüssigkeit in einer Entlüfterflasche auffangen.

Das hat einmal den Vorteil, dass sich der Kolben leichter zurückdrücken lässt.

Und vor Allem:
Die verbrauchte, schmutzige Flüssigkeit wird dadurch nicht an den Dichtungen im Hauptbremszylinder vobei in den Ausgleichsbehälter gedrückt.

So schont man den Hauptbremszylinder und hat auch keine Sauerei mit übergelaufenen Ausgleichsbehältern!