schylle
11.07.2008, 03:25
Ich wundere mich angesichts des vielen Geheuls über die Spritpreise immer wieder darüber, dass es zum Spritverbrauch von Autos keine aussagekräftigeren Angaben gibt als den EG-Verbrauchszyklus. Es sollte in Zeiten vollkommen elektronisch geregelter Motoren doch kein Problem sein, etwa eine dreidimensionale Darstellung des Spritverbrauchs (Verbrauch bzw. Einspritzmenge in Abhängigkeit von Drehzahl und Last) zu erstellen. Zwar wäre das wahrscheinlich für viele "Endkunden" ein bisschen Informations-Overkill, aber immerhin eine wesentlich aussagekräftigere Vergleichsgrundlage als der genormte Verbrauchszyklus. Es ist nunmal meistens nicht möglich, komplexe Zusammenhänge auf eine Zahl zu reduzieren.
Gutes Beispiel, das diese Schwäche zeigt:Toyota Prius vs BMW M3 (http://www.youtube.com/watch?v=0o63BOVlzhc)
Hier fahren beide Autos den gleichen Zyklus (Prius Vollgas 10 Runden auf einer Rennstrecke, M3 in gleichem Tempo hinterher), wobei der M3 weniger (!) verbraucht. (Top Gear ist zwar eine ziemlich auf Unterhaltung ausgelegte Sendung, aber ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Ergebnis stimmt.)
Fakt ist, wie der Moderator auch am Ende anmerkt, dass die Fahrweise für den Verbrauch nicht weniger ausschlaggebend ist als der Motor selbst. Ich finde, das wird viel zu wenig wahrgenommen, auch, weil der Fahrer meistens schlichtweg zu wenig Möglichkeiten hat, den Verbrauch zu überwachen. Meiner Meinung nach sollte jedes Auto so eine Anzeige für den aktuellen Verbrauch (nicht den Schnitt über die ganze Strecke, sondern wirklich über wenige Sekunden) haben. Das ist mir eines der liebsten "Features" meines Autos und vor allem auf längeren Strecken oft auch ein angenehmer Zeitvertreib. Dadurch bin ich z.B. draufgekommen, dass die neue Autobahn in Kroatien zwischen Split und Zagreb wohl einen ziemlich verbrauchsunfreundlichen Belag hat, während etwa beim letzten Stück der Südautobahn vor Wien das Gegenteil der Fall ist (ca. 1,5 L Unterschied bei 160 km/h, mehrere "Stichproben") :-)
Manche würden dann vielleicht auch verstehen, dass sie die Herstellerangaben deshalb klar verfehlen, weil sie auf der AB zuviel Gas geben...
Mir würden noch viele andere Anwendungen für solche präzise Verbrauchsangaben einfallen, z.B. könnte man eine Art Anzeige anbieten, die irgendwie die "Verbrauchseffizienz" des aktuellen Fahrstils bewertet. Wie genau die Formel für so einen Koeffizienten aussieht, ist eine andere Sache, aber es wäre sicher möglich.
Da fällt mir ein, Mercedes (und wahrscheinlich auch andere Hersteller, von denen ich es aber nicht weiß) nutzt z.B. die Möglichkeiten, die die elektronische Motorsteuerung bietet, dahingehend, dass Serviceintervalle nicht mehr fix x km betragen, sondern vom Bordcomputer angegeben werden. Keine Ahnung, ob sie dafür einfach nur die Umdrehungen zählen oder auch andere Faktoren berücksichtigen, aber so oder so schonmal wesentlich intelligenter als fixe km-Intervalle. Das wäre übrigens auch eine sehr gute Möglichkeit, die Wechselintervalle für Zahnriemen etwas weniger zu Glücksspielen zu machen. Aber dieses Problem hat Mercedes ja aus anderen Gründen nicht...
Vielleicht liegt es daran, dass ich Software-Ingenieur bin, jedenfalls finde ich, dass die Autohersteller momentan (nicht nur hinsichtlich Verbrauch) viel Potenzial nicht ausschöpfen, das dank Fahrzeugelektronik eigentlich bestehen würde.
Gutes Beispiel, das diese Schwäche zeigt:Toyota Prius vs BMW M3 (http://www.youtube.com/watch?v=0o63BOVlzhc)
Hier fahren beide Autos den gleichen Zyklus (Prius Vollgas 10 Runden auf einer Rennstrecke, M3 in gleichem Tempo hinterher), wobei der M3 weniger (!) verbraucht. (Top Gear ist zwar eine ziemlich auf Unterhaltung ausgelegte Sendung, aber ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Ergebnis stimmt.)
Fakt ist, wie der Moderator auch am Ende anmerkt, dass die Fahrweise für den Verbrauch nicht weniger ausschlaggebend ist als der Motor selbst. Ich finde, das wird viel zu wenig wahrgenommen, auch, weil der Fahrer meistens schlichtweg zu wenig Möglichkeiten hat, den Verbrauch zu überwachen. Meiner Meinung nach sollte jedes Auto so eine Anzeige für den aktuellen Verbrauch (nicht den Schnitt über die ganze Strecke, sondern wirklich über wenige Sekunden) haben. Das ist mir eines der liebsten "Features" meines Autos und vor allem auf längeren Strecken oft auch ein angenehmer Zeitvertreib. Dadurch bin ich z.B. draufgekommen, dass die neue Autobahn in Kroatien zwischen Split und Zagreb wohl einen ziemlich verbrauchsunfreundlichen Belag hat, während etwa beim letzten Stück der Südautobahn vor Wien das Gegenteil der Fall ist (ca. 1,5 L Unterschied bei 160 km/h, mehrere "Stichproben") :-)
Manche würden dann vielleicht auch verstehen, dass sie die Herstellerangaben deshalb klar verfehlen, weil sie auf der AB zuviel Gas geben...
Mir würden noch viele andere Anwendungen für solche präzise Verbrauchsangaben einfallen, z.B. könnte man eine Art Anzeige anbieten, die irgendwie die "Verbrauchseffizienz" des aktuellen Fahrstils bewertet. Wie genau die Formel für so einen Koeffizienten aussieht, ist eine andere Sache, aber es wäre sicher möglich.
Da fällt mir ein, Mercedes (und wahrscheinlich auch andere Hersteller, von denen ich es aber nicht weiß) nutzt z.B. die Möglichkeiten, die die elektronische Motorsteuerung bietet, dahingehend, dass Serviceintervalle nicht mehr fix x km betragen, sondern vom Bordcomputer angegeben werden. Keine Ahnung, ob sie dafür einfach nur die Umdrehungen zählen oder auch andere Faktoren berücksichtigen, aber so oder so schonmal wesentlich intelligenter als fixe km-Intervalle. Das wäre übrigens auch eine sehr gute Möglichkeit, die Wechselintervalle für Zahnriemen etwas weniger zu Glücksspielen zu machen. Aber dieses Problem hat Mercedes ja aus anderen Gründen nicht...
Vielleicht liegt es daran, dass ich Software-Ingenieur bin, jedenfalls finde ich, dass die Autohersteller momentan (nicht nur hinsichtlich Verbrauch) viel Potenzial nicht ausschöpfen, das dank Fahrzeugelektronik eigentlich bestehen würde.