Vollständige Version anzeigen : Bremse vorn quietscht beim Lenken
Ciao alfisti,
ist von euch Fahrwerks- und Bremsenspezialisten noch jemand am Wochenende online?
Bei meinem 76er FB Spider gibt es folgendes Problem.
Die Bremse vorn links quietscht auch unbetätigt wenn man links oder rechts lenkt
Genauer gesagt Mittellage ist o.k., etwas links oder rechts quietscht, Vollausschlag ist wieder o.k. Das ganze passiert nur wenn die Bremse warm ist und ich so mindestens 10km gefahren bin.
Es ist 100% die Bremszange vorn links, da ich neben meinem eigenen Auto hergelaufen bin während jemand anders gefahren ist.
Die Bremsbeläge sind nicht einseitig abgefahren und die Manschetten sehen recht frisch aus. Generell hatte ich den Eindruck, dass die Bremse vor gut 2 Jahren als ich das Fahrzeug gekauft hatte, recht neu war. Ein Bremsenprüfstandsprotokoll attestiert gute gleichmäßige Werte und fluten mit Bremsenreiniger brachte keine Besserung.
Zuerst hatte ich auf zu großes Radlagerspiel getippt und vorn links nachgesehen. Ergebnis: vorn links war das einzigste Rad, welches sich recht schwer drehen lies obwohl der Wagen immer geradeaus fährt und auch in der Spur bremst. Daraufhin habe ich das Radlagerspiel vorn links neu eingestellt (mit Stahlfelge, so dass man gerade so noch ein Spiel spürt). Ergebnis: es quietscht immer noch beim Lenken, nur anders!
Jetzt habe ich den Verdacht, dass die Bremszange vorn links nicht mehr richtig öffnet oder ein Kolben nicht zurückgeht.
Was kann ich dagegen tun außer neu kaufen?
--> Hilft mehrere male mit einem Holz und Schraubzwinge den Kolben zurückdrücken und wieder Bremse treten, wenn man die Bremszange frei hängen hat aber die Leitung noch angeschlossen ist ???
--> Oder lieber ausbauen und auf der Werkbank mit Rostlöser fluten ???
--> Wie leicht müssen sich die Kolben einer ausgebauten Bremszange zurückdrücken lassen um sie auf Gängigkeit zu prüfen ??? Reichen 2 Daumen ???
--> Es gab schon mehrere Bremsenthemen hier im Forum, dabei erinnere ich mich, dass die Kolben rausdrücken wohl gemacht werden könnte aber die Zangen auseinander zuschrauben wohl nur absolute Profiarbeit wäre, ist das so ???
--> Ich habe noch einen gebrauchten Satz 2000er Bremszangen in der Garage. Wie kann ich diese testen, ob sie einwandfrei funktionieren bevor ich sie einbaue ???
Ich wäre wirklich froh für jeden Hinweis!
Viele Grüße von
Steffen
p.s. Zangen neu kaufen scheidet als Lösung aus.
christian_fleer
15.06.2002, 10:02
Hallo Steffen,
ist bei mir genauso - seit ich den Wagen habe (9 Jahre); und zwar wechselnd rechts und links.
Ich nehme an, daß sich beim Einschlagen der Druck in den Hydraulikschläuchen ganz leicht verändert, was dann die Bremskolben gaaanz leicht rausdrückt.
Habe darin nie ein Problem gesehen (hat mein Renault 5 z.B. auch gemacht).
!hello!
Hallo,
das mit dem sich verändernden Druck kann ja wohl nicht sein, Christian, denn bei nicht betätigter Bremse ist die Leitung "unverschlossen", es kann sich also gar kein Druck aufbauen, so lange nicht der HBZ die Leitung "verschließt".
Ich tippe eher darauf, daß es eine relativ normale Erscheinung ist, die wohl eher daher kommt, daß einfach das Radlagerspiel da ist und die Scheibe je nach Lenkeinschlag bzw. Belastung ihre Position (v.a. Winkel) zu den Bremsbelägen verändert und manchmal am Belag leicht streift, manchmal halt nicht.
Verstärkt werden kann so eine Erscheinung natürlich zusätzlich durch einen eher relativ fest sitzenden Kolben.
Gruß Thomas
www.schoenacher.de
oder auch durch mürbe Bremsscheiben. Wenn sie einen leichten Schlag haben, dann ist das - in Kombination mit dem Lagerspiel - oft der Grund. Ich hatte das auch mal. Mit neuen Scheiben war das Problem gelöst. Du kannst es aber auch mal mit Kanten brechen der Beläge versuchen (mit Feile etwas anschrägen)
Ciao
Rainer
Ích habe mal gehört dass der schleifende Belag normalerweise nicht quietscht sondern es quietscht irgendwo Metall auf Metall und zwar an den Stellen an denen der Belag mit den Bremszangen in Kontakt ist. Es gibt eine spezielle Bremsenmontagepaste (ich kenn den Namen aber nicht) mit der man eben diese Stellen dünn einschmiert (auch dort wo der Kolben auf den Belag drückt).
hab allerdings keine Erfahrung damit weil meine Bremsen nicht quietschen :)
Gruesse
Niki
Ciao alfisti,
Vielen Dank für eure Hinweise und Tipps.
@Christian: Na ja, dass ist so nicht meine Devise, wie es hier schon öfter im Forum propagiert wurde „....das hat die Diva eben, damit muss man halt leben ...“ Das heißt ja im Umkehrschluss Pininfarina hätte gute Arbeit gemacht, nur die Ingeneure in Arese waren Flaschen. Ich kann dem immer nur schwer Glauben schenken.
@Thomas: ja, es ist bestimmt ein fester Kolben. Siehe unten.
@Rainer: ich wollte gerade Deinen Tipp mit dem Bremsbelegen in die Tat umsetzen, da habe ich folgendes festgestellt:
* die Bremsscheibe läuft absolut gerade
* ich habe die beiden Stifte und die Feder der Bremsbelege ausgebaut und wollte die Beläge nach vorn rausnehmen, den äußeren Bremsbelag konnte ich mit den Schraubenzieher gegen den äußeren Kolben drücken. Dieser lies sich zurückdrücken und kam dann wieder gedämpft gegen die Scheibe zurück.
* der innere Bremsbelag lies sich keinen Millimeter zurückdrücken
* beide Bremsbelege sind noch voll da, nur der innere ist stärker abgefahren als wie der äussere
* beide Manschetten sind noch voll elastisch und nicht gerissen.
* dann habe ich das Radlagerspiel vorn links erneut eingestellt, dabei stellte ich fest, das sich beim Anzeihen des Radlagers das Rad deshalb schwer drehen lies, weil es am inneren Bremsbelag schleifte und nicht weil das Lager fester wurde. Ich habe also mit Anzeihen des Radlagers die Scheibe gegen den nicht zurückweichenden Bremsbelag geschraubt.
* Ergebnis Probefahrt: Anteil Quietschen ist jetzt größer als der Ruheanteil beim Lenken in Fahrt.
Würdet Ihr das bestätigen, das wohl der innere Kolben des linkeren vorderen Sattels fest sitzt ???
Muss sich normalerweise der Bremsbelag und damit der Kolben mit einem Schraubenzieher zurückdrücken lassen oder ist etwa der äußere defekt ???
Wie kriegt man sonst neue Bremsbeläge aus einer schon leicht T-förmigen Bremsscheibe heraus ??? (ganz ganz leicht)
Ich werde wohl probehalber den gebrauchten Sattel aus der Garage einbauen müssen. Wie kann ich überprüfen, ob der nicht die selben Krankheiten hat???
Wie kann ich dann meinen Sattel wieder gängig kriegen ???
Nichts sieht wirklich alt oder verrostet aus. Es muss also an einer minimalen Stelle hängen. Ist beim ausgebauten Sattel fluten mit MoS2-Rostlöser und anschleißendem Fluten mit Bremsenreiniger o.k. ???
Würde mich über zahlreiche Tipps freuen
Viele Grüße
Steffen
p.s. die Bremse ist komplett entlüftet und mit neuer Bremsflüssigkeit befüllt.
Hi Steffen,
im Archiv findest Du eine genau Anleitung zum Ausbau der Kolben. Nur 2 Dinge vorweg.
1. Bremsenreiniger nur auf den geschlossenen Bremssattel. Niemals den Bremssattel mit Bremsenreiniger ausspülen. Nur Spiritus und Bremsenpaste verwenden. Zum lösen kannst Du natürlich Rostlöser vewenden.
2. Du mußt sehr sehr gründlich arbeiten und vorallem sauber.
Wenn Du noch nie an Bremsen gearbeitet hast, dann empfiehlt sich immer der Weg zum Spezialisten.Hier kann man sehr viel falsch machen und eventuell sein und andere Leben riskieren.
Der Kolben muß relativ leicht zurückgehen. Will er nicht und er ist nicht verkantet, dann ist er wohl fest.
Also beu den Sattel komplett aus , dann hast Du auch den Bremsbelag in der HAnd.
Ciao
Rainer
Hi Rainer,
Original geschrieben von Rainer
Hi Steffen,im Archiv findest Du eine genau Anleitung zum Ausbau der Kolben. Nur 2 Dinge vorweg. Danke, habe vier verschiedene Themen zu festen Kolben in Bremssätteln gefunden. Da muß ich Dir ja noch einmal meinen besonderen Dank aussprechen, dass Du überhaupt auf ein Bremsenthema geantwortet hast, so überhitzt, wie es in dem einen zugegangen ist. Mir kommt es vor, dass niemand wirklich Tipps zu Bremsen abgeben will, um keine Verantwortung für was Schiefgegangenes übernehmen will. Verständlich! Aber sicher schraubt jeder von denen seine Bremsen im Keller auf.
1. Bremsenreiniger nur auf den geschlossenen Bremssattel. Niemals den Bremssattel mit Bremsenreiniger ausspülen Nein, werde ihn nicht auseinander nehmen, aber warum eigentlich nicht Bremsenreiniger, wie kriegt ihr (allgemein ihr) dann die Sättel sauber, wenn ihr die Kolben mit Fett auspresst?
Nur Spiritus und Bremsenpaste verwenden. Zum lösen kannst Du natürlich Rostlöser vewenden. Bremsenpaste werde ich mir besorgen, dachte die wäre nur zwischen Kolben und Bremsbelag anzuwenden, habe aber in einem Thema gelesen, dass auch die Kolben in seiner Fürung leicht eingeschmiert wird. Ist das richtig? Im gleichen Thema wurde auch gesagt, das Rostlöser Gummi (Dichtgummi) angreift und somit nicht zu empfehlen wäre. Wie dann aber den Kolben gängig kriegen. Bremsflüssigkeit oder Spiritus wie empfohlen hat doch meines Wissens keine rostlösende Eigenschaft?
2. Du mußt sehr sehr gründlich arbeiten und vorallem sauber. Auf jeden Fall, und nur wenn ich den anderen in mein Fahrzeug eingebaut habe und den festen auf der suberen Werkbank habe.
Wenn Du noch nie an Bremsen gearbeitet hast, dann empfiehlt sich immer der Weg zum Spezialisten.Hier kann man sehr viel falsch machen und eventuell sein und andere Leben riskieren. Ja, was soll ich sagen. Ich habe schon gehörigen Respekt vor Bremsen und Lenkung, aber seit Ihr alle mit der Fähigkiet geboren worden? Irgendwann war es doch mit allem das erste mal? Also keine Panik. Ich mach schon keinen Bockmist. Das verspreche ich hier. Wenn irgendetwas unklar oder unsauber ist, lasse ich dann meinen neuen alten Bremsattel liegen oder bringe ihn weg!
Der Kolben muß relativ leicht zurückgehen. Will er nicht und er ist nicht verkantet, dann ist er wohl fest. Meinst du das auf der Werkbank oder noch mit angeschlossener und befüllter Bremsleitung?
Viele Grüße
Steffen
Hallo Steffen,
auch wenn mich jemand jetzt (verbal) totschlägt, geb ich ein Paar Tips zu der Bremsensache, so wie ich das mal gemacht habe.
1. Ich hab Bremsenreiniger genommen, da der eine hohe Fettlösekraft hat und auch rückstandslos verdampft - Auch im Sattel ! Wieso Spiritus?
Meine Kolben hab ich übrigens per Druckluft ausgeschossen, ist zwar nicht elegant, weil man das nur mit wenig Gefühl machen kann, aber egal.
2. Es gibt 2 Sorten "Bremsenpaste" (wer auch immer das Wort kreiert hat): Es gibt die "Montagepaste für Hydraulikkolben" (so heißt meine, ist Blau, mittelzäh), die wie gesagt zur Montage der Kolben dient. Das zweite ist nicht mehr oder weniger als die altgediente Kupferpaste, die zwischen Bremsbelag und Kolben kommt. Ich bevorzuge hierfür aber eher Pasten auf keramischer Basis.
3. Meine Kolben waren auch teilweise fest, ich hab das folgendermassen gelöst: nach Ausbau der Kolben den eventuellen Rostansatz mit 1000er Nassschleifpapier auf den Laufflächen VORSICHTIG poliert, alles gereinigt, Rep.-Satz eingebaut. Seit 1 1/2 Jahren und 6000 km kein Problem !
Ich hab so was auch noch nicht so oft vorher gemacht, das bringt mein Beruf einfach nicht mit sich (Bauingenieur), aber ich dacht mir auch: dumm bin ich nicht, das geht schon, meine Häuser bleiben schließlich auch stehen, meinen Motor hab ich auch gemacht ! ;-)))
Viel Spaß beim machen!
Gruß Thomas
www.schoenacher.de
Hallo Thomas,
Vielen dank für Deine wertvollen Tipps und davür, dass Du Dich traust etwas zum Thema Bremsen zu schreiben.
Ich werde erst einmal an einem alten nicht mehr zu grauchende Mercedes ATE Bremssattel studieren, was mich da so erwartet kann.
Ich habe meinen gebrauchten Sattel geholt und muss sagen, uuuhiiii jetzt weiß ich, was ihr meint, wenn Ihr von festgefressenen überholungsbedürftigen Sätteln sprecht. Da ist ja meiner Gold wert! Also alles metallisch glänzend und auch die Staubschutzmanschetten voll istakt. D.h. ich werde wohl meinen gebrauchten Bremssattel nicht verbauen können.
Mir ist noch eine schonende Art des gängig bekommens eingefallen! Was haltet Ihr davon:
Ich baue meinen Bremssattel aus und schließe ihn an einen Kupplungsgeberzylinder auf der Werkbank über einen Bremsschlauch an. Dann drücke ich die Kolben raus. Nicht ganz und lasse ein Dünnes Brett zwischen den Kolben. Was nicht zurückgeht wird mit 2 Hölzern und einer Schraubzwinge zurückgedrückt. Dies mehrfach so versucht müsste doch jegliche Blockaden aufheben, oder? So wird nichts auseinandergebaut und nichts gefährlich. Eventuell kann man was auf den heruasgetrettenen Kolben sehen oder durch bestreichen mit Röstlöser oder Bremsflüssigkeit beseitigen.
Viele Grüße
Steffen
Wenn Du den Kolben nicht ausbaust kannst Du den Zylinder nicht kontrollieren.
Warum lässt Du denn Sattel nicht einfach am Bremsschlauch und pumpst den Kolben mit dem Bremspedal raus ?
Wanne unterstellen, zwischendurch evtl. Bremsflüssigkeit nachfüllen und das Bremspedal beim pumpen nicht bis zum Anschlag treten.
Viele Grüße
Niki
Hallo Steffen,
das würd ich so nicht tun, denn durch das hin- und herschieben des Kolbens wird die Dichtung mit sicherheit stark in Mitleidenschaft gezogen.
Wenn, dann richtig machen mit Ausbau, Überprüfung und Reinigung der Kolben, Austausch der Dichtungen usw.
Gruß Thomas
Hallo Steffen.
Wenn die Bremskolben schon so stark angegriffen sind daß da nichts mehr zu polieren ist: Es gibt die Bremskolben auch als Ersatzteil beim Bremsenfachmann zu kaufen. Beim (Wieder)Einbau der Kolben müssen die Kolben übrigens eine ganz bestimmte Stellung haben. D.h. der Absatz auf dem Kolben auf der dem Bremsbelag zugewandten Seite muß einen bestimmten Winkel gegenüber dem Bremssattel einhalten. Man muß den Kolben also in die richtige Stellung drehen. Dazu braucht mein eine entsprechende Winkellehre!
Viele Grüße,
Peter
Ciao alfisti,
vielen Dank für Eure Tipps und Ratschläge. Normalerweise, sieht der ganze Bremsssatel inklusive Manschetten nicht so aus, als wäre da alles verrostet. Wie das aussieht habe ich an dem gesehen, den ich eigentlich austauschen wollte. Jetzt werde ich ersteinmal an diesem der danach natürlich nicht verbaut wird üben und mir die Sache mal genau zu Gemüte führen.
Das die bremskolben in einem Winkel von 20° montiert werden müssen, habe ich schon im Werkstatthandbuch gelesen, kann mir das aber praktisch nicht so recht vorstellen, wie ein Kolben aus seiner Führung im Winkel von 20° stehen kann. Es sei denn, dass die Stirnseite des Kolbens um 20° angeschliffen ist. Was ist eigentlich der Sinn davon? Beim Fahrrad ist es so, dass sich die Bremsbacken dann bei wirkender Kraft der Felge an diese durch das vorhandene Spiel anlegen und dann plan zur Felge laufen und es dann keine Geräusche mehr gibt. Kann das Quietschen auch Ursache eines nicht ausgerichteten Kolbens sein? Aber egal, ich werde ertsinmal im ausgebauten Zustand noch einmal überprüfen, inwieweit sichd der innere Kolben bewegen lässt und melde mich dann bestimmt noch einmal zu diesem Thema.
Viele Grüße und Danke
Steffen
...aber bitte nicht gleich schlagen.
Unabhängig von zu grossem Spiel in Radlagern etc. und vor allen Dingen auch wenn alles 100%ig in Ordnung ist verformen sich Fahrwerksteile (Stahl) im elastischen Bereich messbar durch die auftretenden Kräfte (Hebel) in Kurvenfahrten. Dass bedeutet, dass in Kurven die Lage von Bremsscheibe zu Bremssattel verändert wird und dann schleift ein Belag bei festem Kolben halt mehr als bei Geradeausfahrt.
...und natürlich können Beläge auf Scheiben quietschen. Für Abhilfe soll hier Kupferpaste zwischen Belag und Kolben sorgen um Schwingungen zu dämpfen.
Es gibt allerdings auch Experten, die diese Paste an die Kanten des Belages schmieren, dass dieser besser im Sattel gleiten kann. Davon ist aber abzuraten, da durch das Fett der Schmutz gebunden wird, den man genau an dieser Stelle aber nicht gebrauchen kann.
Ich benutze garkeine Kupferpaste und verspreche mir ne längere Lebensdauer meiner Kolben bei 2jährigem Wechsel der Flüssigkeit.
Karsten
@ Steffen:
Dass die Kolben, die ja eine abgestufte Oberfläche haben, um 20° verdreht werden müssen, ist mir das erste Mal beim zerlegen einer uralt- Vorderachse (ich nenns mal einfach so) aufgefallen: Hier waren zwischen Kolben und Scheibe noch ausgefräste Edelstahlbleche, in die der Kolben nur mit einer ca. 20°- Verdrehung gepasst hat.
Um Ehrlich zu sein: Ich hab die Bleche beim Einbau ganz vergessen, die Kolben aber "richtig" hingedreht, und pfeifen tut bei mir auch nichts (außer natürlich ab und an mal beim seichten bremsen!).
Gruß Thomas
Ciao Bremsenexperten,
mein vorderer Bremssattel ist noch verbaut und quietscht noch immer vor sich hin. Ich habe aber einige „ich will’s wissen“-Lehrgänge mit 2 Bremssätteln gemacht, die nur noch zum Üben da sind.
Bremssattel hinten Mercedes:
Dieser war so stark verrostet das der Guss wie Baumrinde abgeblättert ist. Beide Kolben waren fest und die Staubmanschetten zerbröselt. Diese Bremszangen haben schon sehr lange keinen Muckser mehr gemacht, da auch die Mercedesbremsscheiben hinten total verrostet waren. Wie ich die Sättel bekommen habe, waren sie schon in ihre 2 Hälften zerlegt. Plane unverrostet Dichtflächen mit 2 O-Ringen. Deswegen gleich hier
Frage1: Warum wird immer vom Auseinanderschrauben der beiden Hälften des Sattels abgeraten. Es ist hier nichts kompliziertes zu erkennen oder ist das „Gefährliche“ dabei die Sauberkeit und das richtige Drehmoment beim Zusammenschrauben???
Diese Bremssättel habe ich 1 Woche lang 2 mal täglich mit Rostlöser besprüht. Ergebnis: die Kolben ließen sich trotzdem nicht mit dem Daumen reindrücken. Ich habe sie dann in einen Schraubstock eingespannt und die Kolben (hatten eine Nut für die Staubschutzkappe) mit 2 großen gegenüber angesetzten Schraubenziehern ausgehebelt und kamen ganz easy raus, nichts beschädigt, hätte ich aber nicht so machen können, wenn der Sattel nicht in 2 Hälften getrennt gewesen wäre. Das Innere: Rost gibt es nur in dem Teil des Kolbens, der unter der Staubschutzkappe liegt. Hinter dem Dichtring war alles O:K. Am Kolben ließ sich der ganz ganz leichte Rost mit Chrompolitur einfach ohne Narben wegpolieren (obwohl der Sattel so drastisch verrostet aussah). Der Kolben ging aber nicht in den Zylinder bevor nicht der Rand unter der Staubschutzkappe bis zum Dichtring mit 1000er Schleifpapier und Politur geglättet wurde. Dann ging der Kolben ohne Dichtring recht leicht rein. Trotzdem durfte ich kaum verkanten. Der Rostlöser hatte den Dichtring überhaupt nicht angegriffen (muss ja auch Bremsflüssigkeit widerstehen und ist nicht ganz billig). Mit Dichtring ging der Kolben dann nur sehr schwer rein. Gleich hier:
Frage2: Also nur der Dichtring macht die Bewegung des Kolbens schwer, Hilft hier die erwähnte Bremskolbenmontagepaste von ATE???
Bremssattel vorn Alfa 2000er:
Dieser hatte auch einen Kolben der schon länger hing (ein ganz neuer Bremsbelag und ein ganz abgefahrener plus zerbröselte Staubkappen. Um die Kolben des noch in einem Stück befindlichen Sattels rauszubekommen habe ich eine alte Pedalerie mit Bremshauptzylinder in einen Schraubstock gespannt und mit dem Sattel verbunden. Beim Pumpen mit dem Pedal kam natürlich zuerst der gängige Kolben raus. Diesen habe ich dann mit einer Schraubzwinge (beide Daumen gingen nicht!) zurückgedrückt und fixiert. Beim Weiterpumpen kam dann auch bisher feste Kolben raus. Nur musste ich dann aus Platzgründen die Schraubzwinge vom anderen abnehmen. Ergebnis: der gängige kam raus und der schwergängige steckt nun noch drin. Deswegen gleich hier
Frage3: Wie bekommt man einen leichten und einen schwergängigen Kolben auf diese Weise gleichzeitig raus???
Der schwergängige Kolben steckt natürlich noch drin und lässt sich nicht bewegen. Auch ist an der Alfa ATE Bremse keine Nut im Kolben für die Staubschutzmanschette, so dass man die Hebelmethode anwenden könnte. Angenommen ich hätte beide Kolben raus, dann ist der Platz im noch zusammengeschraubten Sattel recht eng, um die Zylinder zu reinigen , die Dichtringe zu wechseln und die Kolben wieder verkantfrei einzusetzen.
Frage4: Wie macht Ihr oder ein Fachbetrieb das mit einem zusammengeschraubten Sattel, ist das überhaupt möglich, oder sollte man ihn doch trennen???
Ja, ja, ich weiß: Viel zu lesen, für Leute die keine Zeit haben. Ich würde mich aber trotzdem freuen, wenn Ihr euer hart erarbeitetes Schrauberwissen mit mir teilen würdet. Noch einmal zur Erinnerung: dies sind alles alte Sättel zum üben. Der eigentliche Patient ist noch am Alfa und die neuen Dichtringe, Staubschutzkappen und Befestigungssets liegen parat.
Würde mich freuen von Euch zu hören.
Viele Grüße
Steffen
Hallo Steffen,
1. das Thema mit dem auseinanderschrauben wurde schon mal behandelt. Hauptproblem sind die Dehn-Schrauben, die man nur 1x verwenden kann, die ja bei den meisten Sätteln drin sind. Klar, daß das rein technisch nicht kompliziert ist!
2. Trockener Kolben mit trochenem Dichtring geht natürlich schwer rein, klar. Mit der Montagepaste flutscht das besser.
3. Damit du den festen Kolben raus bekommst, kannst du zB den lockeren nicht direkt mit einer Schraubzwinge halten, sondern ein Flacheisen drüberlegen und links und rechts eine Zwinge nehmen, dann gewinnst du wieder platz. Reicht dann der Platz immer noch nicht (was aber eigentlich nicht passieren kann), dann greif den Kolben mit einer Zange (Kolben schützen nicht vergessen) und versuch, ihn durch leichtes hin- und herdrehen und gleichzeitiges ziehen rauszuziehen.
4. Ich hab meine Bremsen und die von anderen Fahrzeugen schon öfter überholt und NOCH NIE den Sttel auseinander geschraubt! So viel dazu.
Hoffe, das hilft Dir!
Gruß Thomas
Evtl. hab ichs überlesen, aber das vorsichtige abschleifen des Rost`s (?) mit 1000er Nassschleifpapier von den Bremskolben ist die eine Sache, die andere ist natürlich, dass sich meistens vor dem eingelegten Dichtring in der Bremszange ebenfalls eine schöne Rostablagerung befindet, die ebenfalls peinlichst abgeschliffen werden muß, nicht gerade mit 1000er aber so ca. mit 400er sollte es gemacht werden.
Im Übrigen würde ich solche Arbeiten heutzutage nicht mal mehr selbst machen. Ich habe vor ca 2 Jahren mal meine hinteren 911er Bremszangen, über meinen Teileliferanten, von einer holländischen Fa. überholen lassen und bekam für Stk. 131.-DM inclusive Fracht hin und zurück meine Zangen hochglänzend überholt, repariert und lackiert zurück, mit Garantie versteht sich!
Ciao Alfisti,
ich kann gute Nachrichten überbringen. Zuerst einmal vielen Dank für eure Hilfe!
Nachdem ich die Überholung an einem alten Alfabremssattel probiert hatte, habe ich dann meine vorderen vorgenommen.
Die Kolben habe ich mit einer alten Pedallerie im Schraubstock und angeschlossener Bremsleitung mittels Bremsflüssigkiet ausgedrückt. Um den leichtgängigen der beiden zu blockieren habe ich mir ein Werkzeug gemacht und eine zusätzliche Abdeckkappe, die den dann offenen Zylinder abdichtet um den verbleibenden Kolben rauszupumpen.
Der Rost hängt vornehmlich über der Dichtung des Zylinders. Die Kolben ließen sich ganz einfach polieren ohne dass irgendwelche Narben zurückblieben. Auch die Zylinder habe ich dann ultraschonend vom Rost befreit. Den neuen Dichtungssatz mit viel ATE-Paste eingesetzt und das selbe mit den Kolben. Jetzt weiß ich auch, wie diese sich im Normalfall mit 2 Daumen zurückdrücken lassen sollten, was vorher nicht der Fall war. Zum einsetzen der Kolben habe ich mir natürlich einen 20° Winkel gemacht.
Ohne die Bremszange konnte ich jetzt exakt das Radlagerspiel einstellen und danach die Zange wieder montieren.
Ergebnis: Alles dicht; Volle gleichmäßige Bremswirkung auf beiden Seiten; Sicheres Lenkgefühl durch jetzt stimmendes Radlagerspiel, und das WICHTIGSTE: kein Quietschen mehr bei normaler Fahrt. Und vorn nicht mal mehr bei leichter Bremsbetätigung. Ich glaube, ich werde auch hinten dieses Spezialfett auf die Rückseite der Bremsbeläge machen.
Trotzdem auch von mir jetzt hier der ernstgemeinte Hinweis: Bitte nicht nachmachen, wenn man sich nicht sicher ist, was man tut an der Bremse.
Unterstützt (aber all das haben wir hier schon zusammengetragen) hat mich der Beitrag in der OM, wo von ATE eine ALfabremszange überholt wurde.
Viele Grüße
und nocheinmal Vielen Dank für eure Komentare
Steffen
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