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Vollständige Version anzeigen : meine erste Vergaserinspektion


Toto
14.06.2002, 09:37
Hallo,

nachdem ich als SchrauberLaie von den Beiträgen zum 'Vergaserfüllstand' dazu ermutigt wurde, mir ein Vergaserüberholset für die Webers zu bestellen und ich langsam auch glaubte, daß das gar nicht sooo schwer sein kann, dachte ich, ich könne mal was gegen meine 12 Liter Spritverbrauch bei gleichzeitiger ständiger Benzingeruchsbenebelung während der Fahrt tun.
In der Werkstatt bekam ich letztes Jahr gesagt, ich solle mir schon mal neue Vergaser suchen, da meine nicht mehr so toll sind und das Einstellen über eine Stunde gedauert habe.

Eigentlich waren die Vergaser außenherum trocken, an der Unterseite ein wenig versifft, aber nicht so feucht, daß ich sagen könnte, es tropft durch die untere Dichtung raus. Die Dichtung zum Ansaugkrümmer wurde imletzten Jahr neu gemacht (von der Werkstatt, warum eigentlich mit zusätzlicher roter Dichtpaste?)Ich fragte mich, ob ich die Weber denn dann wirklich ausbauen muß und öffnete zuerst den oberen Deckel. Der Benzinstand war nach ca. 2 Wochen Standzeit (welch eine Schande, aber das Wetter war so schlecht)
noch ca. 30mm in der Kammer, Schwimmer ok, Schwimmernadelventil mit Gebrauchsspuren aber die rundum, d.h. fürmich, daß es auch noch abdichtet, Beschleunigerpumpe leichtgängig und ok.
Der Federring für das Starterventil vom 3. Zylinder war herausgesprungen, der Federhalter hing oben am Deckel und hatte dabei auch die Dichtung vom Vergaserdeckel mitbeschädigt.
Das Startventil war geöffnet und bewegt sich auch nicht mehr mit dem Starterzug (das Ventil für den 4. Zylinder funktioniert).

Nach langem Überlegen und mehreren Flaschen Bier entschied ich mich dafür, die Vergaser nicht auszubauen, da ich z.Zt. keine Zeit habe für eine Vergaserkomplettüberholung und beide Vergaser innen eigentlich noch gut aussehen. Die Benzinkammer war ja auch noch gefüllt und die untere Dichtung muß wohl auch noch nicht zwingend getauscht werden. Das Starterventil drückte ich nach unten (schwergängig), so geschlossen kann ich doch wenigstens den Sommer überstehen bevor ich den Vergaser im Winter ausbaue und nach der Mechanik schaue, oder?

Die Düsenbestückung ist mir noch ein Rätsel (Hauptdüse 117), aber damit habe ich mich überhaupt noch nicht beschäftigt.
Die Dichtungen an den Vergaserdeckel, Benzinzufuhr und Filter sind gewechselt und Vergaser wieder zugeschraubt. (Es war wohl auch mal an der Zeit, die Dichtung vom Prüfdeckel zu tauschen)

Inzwischen hatte ich auch einen neuen Luftfilter besorgt mit äußerem Metallgitter, die anderen werde ich wohl nicht mehr kaufen nachdem ich gesehen habe, wie die sich mit der Zeit verformen.

Die alten schwarzen Beru-Zündkerzenkabel habe ich durch neue blaue Silikonkabel ersetzt (die jetzt auch keine festen Kerzenstecker mehr haben *wunder*)
Natürlich kamen auch neue Zündkerzen rein (GL 2HL - nein, nicht schlagen)

Ein wenig weiche Knie hatte ich schon, als ich den Zündschlüssel rumdrehte, aber der Motor sprang schnell an und läuft wirklich butterzart

Als Hilfe für die Einstellarbeiten von den Vergaser habe ich Peter's Ausführung, die er mal im alten Forum postete. Dazu muß ich aber am WE erst mal nach der Einstellung der Zündung schauen.
Ich drehte bei allen Zylindern die Leerlaufgemischschraube 1/8 Umdrehung weiter rein um das Gemisch magerer zu kriegen (und keine Flecken mehr auf dem Kofferraumdeckel)- ich weiß noch nicht, wie sich 1/8 auswirken, aber ich wollte halt langsam anfangen.
Wie gesagt, die eigentliche Einstellarbeit muß noch folgen. Trotzdem bin ich jetzt schon begeistert, wie ruhig er im Leerlauf läuft (trotz GL!!). Auf der Fahrt heute morgen (immerhin 30km) stank es im Auto irgendwie auch nicht nach Benzin - das kann aber auch Einbildung sein.

Natürlich kann ich mir noch nicht erklären, warum der Motor jetzt viel ruhiger läuft, eigentlich habe ich doch nichts gemacht, außer das Startventil geschlossen, daß dann wohl permanent in den 3. Zylinder gepustet hatte. Aber kann daher der Benzingestank kommen? Oder ist evtl. durch die defekte Ventildeckeldichtung Benzin verdampft (kann ich mir eigentlich nicht vorstellen)? Hoher Benzinverbrauch evtl. ja schon, oder?

Noch bin ich ganz happy, aber ob meine Maßnahmen wirklich etwas gebracht haben kann ich erst in ein paar Tagen sagen.

Vielen Dank, daß Ihr mich dazu ermutigt habt, mich an die Vergaser zu wagen.

Viele Grüße
Torsten

Peter_K
14.06.2002, 12:17
Hallo Toto.

Wenn ein Zylinder dauernd noch ein Startergemisch bekommt, quasi also dauernd mit voll gezogenem Choke betrieben wird, hat das natürlich Einfluß auf das Laufverhalten des Motors. Klar daß er jetzt besser läuft.
1/8-Umdrehung an den Leerlaufgemischregulierschrauben ist nicht sehr viel. Aber den Verbrauch wirst du mit diesen Schrauben nur wenig beeinflussen können. Wie der Name schon sagt, sind sie nur das Leerlaufgemisch, und dessen Anteil am Gemisch ist, wenn der Motor unter Last läuft, gering. Das Hauptgemisch wird vielmehr durch die Hauptdüsen und die Luftkorrekturdüsen vorgegeben. Hier kannst du nur durch Austauschen etwas bewirken. Wenn du Zweifel an der Bedüsung haben solltest, dann schau doch mal in die Tabelle, die Frank unter "Dokumente" zur Verfügung gestellt hat. Aber einen Verbrauch von 12l/100km halte ich je nach Fahrweise und Einsatzbedingungen (Anteil Stadtverkehr) für ganz normal.

Viele Grüße,
Peter

Rainer
14.06.2002, 12:21
Hi Peter,

12L für einen 1600er !alarm! Das find ich dann doch etwas viel. Da müßte Toto ja ständig vole Pulle fahren. Und da er 30km zur Arbeitsstelle hat, ist er ja kein typischer Kurzstreckenfahrer.

Wenn er 10L brauchen würde, dann könnte das bei flotter Gangart schon Ok sein, aber 12L ???

Ciao


Rainer

Toto
14.06.2002, 13:54
Hi,

volle Pulle klar - aber nur wenn er warm ist ;-)
Als ich den Wagen übernahm verbrauchte er ca. 10l, also sollte das auch jetzt wieder machbar sein. Inzwischen wurde der Motor gemacht und in dem Zuge die Vergaser neu eingestellt in einer Werkstatt, die lieber etwas fetter einstellen. Ich weiß nicht ob das der einzige Grund war, warum er soviel Sprit vrebrauchte. Nach Benzin roch es im Wagen auch schon leicht als ich ihn kaufte.
Die Achtel-Umdrehung wird mir keinen Sprit sparen, die habe ich eigentlich reingedreht, weil ich dachte, das Gemisch ist eh zu fett und mein Ziel ist es, die Flecken auf dem Garagenboden unter dem Auspuff wegzukriegen. Wenn Peter sagt 1/8 bringt nicht viel kann ich ja direkt mal eine halbe Umdrehung zugeben (ausprobieren).

Klar, daß ich demnächst eine ordentliche Einstellung machen muß nach Peters Beschreibung und vorher die Zündung kontrollieren.

Das offene Starterventil könnte aber schon Einfluß auf den Verbrauch gehabt haben, oder?

Um die Düsen hatte ich mich wirklich noch nie gekümmert. Meine 117er Hauptdüse erscheint in keiner Liste und ich weiß nciht, ob die von Anfang an drin war oder letztes Jahr in der Werkstatt reinkam.
Kann es eigentlich sein, daß meine Vergaser 40 DCOE 32 sind? Ich habe so etwas in Erinnerung, aber ich finde die in keiner Liste muß ich nachher gleich kontrollieren)

Wenn ich Euch richtig verstehe, dann sollte ich schleunigst mal die richtigen Düsen nach Franks Liste einbauen. Ich werde solange meinen Benzinverbrauch im Auge behalten und schauen, was mir das Schließen des Starterventils bisher brachte.

Viele Grüße
Torsten

frank 105
14.06.2002, 14:13
@toto

dein gestank kam sicher von dem ständig geöffneten startervergaserkolben. von zeit zu zeit solltest du auch mal die spritleitungsanschlüsse nachziehen. das hat mir schon des öfteren wieder frische luft in die nase geweht.

zum benzinverbrauch habe ich folgende beobachtungen gemacht. im stadt-land-fluß-verkehr nimmt mein motor auch gute 11,5-12liter. auf der autobahn bei gemütlichen 130km/h sind es nur noch sage und schreibe 8 liter.
das ist aber bei den webern normal, daß sie untenrum durstig sind.

viele grüße

frank 105
14.06.2002, 14:26
@toto

kleiner nachtrag, nachdem du dich nochmal gemeldet hast:

ich würde an den düsen nix ändern, solange der motor sauber hochdreht, spontan gas annimmt und das kerzenbild ok ist.
die vermutung liegt zwar nahe, daß da schon mal irgendwas "gedreht" wurde, aber wenn du schon das optimale rausholen willst, dann bitte auf dem prüfstand.

viele grüße

Oskar
14.06.2002, 14:36
Ohne jetzt nachzulesen würde ich sagen, dass eine 117er Düse, egal mit welcher Luftkorrekturdüse(die wirk sich eh nur bei hohen Drehzahlen aus) keinesfalls zu groß ist. Da kann kein Mehrverbtauch herkommen.
Ich tippe auf den hängenden Choke. Also sollte er jetzt weniger schlucken.
Ach ja, so Zwischendüsen (Größen zwischen 5 Hundertstel) kenne ich nur bei Dellorto, kann aber sein, dass die auch bei Weber sowas haben. Bei den dellortos wurden die öfter eingesetzt(2-Liter haben gerne 147er)

Oskar

Toto
14.06.2002, 15:40
Hi,

Frank, 8 Liter ist ja schon fast studentengerecht ;-) - 10 Liter würden mir reichen. :-)

Mit den Düsen kenne ich mich einfach noch zu wenig aus und bevor ich an den Düsen etwas mache, werde ich abwarten, wie der Verbrauch denn jetzt ist. Evtl. muß ich das Starterventil nach einiger Zeit nochmal kontrollieren, daß es auch wirklich noch geschlossen ist.
Der Gedanke mit dem Prüfstand ist nicht verkehrt, das werde ich langfristig wohl mal in's Auge fassen.

!spider!
Nur daß mir keiner auf die Idee kommt, ich wolle ein 3Liter-Auto aus dem Alfa machen ;-) , ich habe nur keine Lust mit einer Tankfüllung nur ca. 320km weit zu kommen und dabei schwarze Flecken auf dem Kofferraumdeckel zu kassieren.

@Frank,
die Kraftstoffleitungen sind auch noch so ein Kapitel, daß ich mal überprüfen muß. Dazu muß ich mir auf einem der nächsten Treffen mal ansehen, wie die denn normal so verlegt wurden. Nachgezogen habe ich sie vorsorglich schon, vor allem der Übergang von der Kupferleitung in den flexiblen Schlauch war mir ein wenig feucht

Vielen Dank schon mal für Eure Kommentare

Gruß
Torsten

Toto
24.06.2002, 22:19
Zwischenstand:

durch die Vergaseraktion mit dem Schließen des Startventils auf dem 3 Zylinder bin ich jetzt wieder bei einem Verbrauch von 10,5l - das ist absolut ok.

Die Benzinleitungen sind dicht, ein Weber leckt noch ein wenig aber der dauernde Benzingestank ist auch weg

Gruß
Torsten