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Vollständige Version anzeigen : Spuren in der Verteilerkappe


Steffen
04.06.2002, 13:10
Ciao Alfisti,

ich habe ja gerade (siehe Posting Silikonzündkabel) mit meiner Zündanlage zu tun.
Ich habe eine kontaktgesteuerte Zündanlage ohne Unterdruckdose, mit Hochleistungszündspule + Vorwiderstand und Bremi Silonzündkabel "Supression" o.s.ä.!

Nun folgendes, seit dem ich ungefähr 50 km mit den Silikonzündkabeln herumgefahren bin stelle ich in der Verteilerkappe an den Kontakten zu den einzelnen Zündkabeln fest, dass diese recht dunkel aussehen und so als wurden sie sandgestrahlt. Also viele kleine Löcher. Ich bilde mir ein, dass dies davor nicht so gewesen ist.

Was könnte der Auslöser dafür sein?
Ich hatte mal vor einiger Zeit die Kontakte mit 1000er Nassschleifpapier gereinigt, habe ich dabei eine Oberfläche abgetragen, die die Kontakte schützt?
Liegt es an den Silkonzündkabeln (Widerstand etc.)?
Ist mein Kondendsator hinüber? Wie kann ich dass testen? Wenn ja, kann ich einen aus dem Elektronikhandel nehmen und hat jemand dazu vielleicht die Daten parat?

Noch eins: die mittlere Kohleelektrode der Verteilerkappe ist ziemlich dünn abgedreht und ist schon mit der Feder rausgefallen. Ich bin trotzdem noch damit rumgefahren. Es funktioniert. Ich habe aber schon eine neue Kappe, Finger und Kontakt und möchte nur sicher gehen, dass ich bei deren Einbau diese nicht gleich in selber weise ruiniere?
Also, was kann die Kontakte so kratrig machen?

Viele Grüße
Steffen

Ingenere
05.06.2002, 12:01
Hallo Steffen,

wenn Du Verteiler und Finger wechselst, wäre es nicht klug, nicht auch gleich den Unterbrecher und den Kondensator zu wechseln. Der finanzielle Mehraufwand sind vielleicht 15 Euro, der zeitliche 15 Minuten. Einen Einfluß der Kabel auf den Kontaktabbrand kann ich mir nicht vorstellen.

Deine Krater in den Kontakten können aber definitiv von einem defekten Unterbrecherkontakt und/oder Kondensator kommen. Ich meine, der Kondensator für die Unterbrecherzündanlage von Bosch hat 192 MikroFarad, aber es wäre ein Schmarrn bei Conrad rumzusuchen, denn der originale Kondensator kostet nicht viel, hält die Temperaturschwankungen im Motorraum aus und läßt sich einfach besfestigen.

Mit dem Reinigen der Kontakte mit Schleifpapier kann man die Lebensdauer von Finger und Kappe um ein paar hundert Kilometer verlängern, aber alle 10Tkm müssen die Trümmer raus, wenn es beim Gas geben immer schön beissen soll. Bei der Unterbrecherzündung geht der ganze Zündstrom über die Kontakte und mit der Zeit verbruzzeln sie halt.

Den neuen Unterbrecherkontakt mußt Du einstellen. Der Abstand zwischen den Kontakten ist 0,4 mm (mit dem Hebelchen vom Unterbrecherkontakt auf dem höchsten Punkt der Nocke). Du stellst am besten das Auto im großen Gang an eine Steigung und läßt es mit der Handbremse so lange runter laufen, bis die Nocke den Unterbrecher maximal abgehoben hat. Die 0,4 mm stellt man mit einer Abstandslehre aus dem Baumarkt ein.
Nur den Kondensator ohne den Unterbrecher zu wechseln bringt nix, ein verschlissener Unterbrecher führt zu Funkenschlag und zerstört gleich wieder den Kondensator.

Viel Spaß,
Johannes

Helge
05.06.2002, 13:21
Ohne dich korrigieren zu wollen, aber exakter ist das Ganze mit einem (einfachen) Schließwinkelmesser, zumindest, um die Einstellerei mit Fühlerlehre zu überprüfen. Der korrekte Schließwinkel wirkt sich nicht zuletzt auch auf die Lebensdauer des Unterbrechers aus ...

Grüße

Helge

Steffen
05.06.2002, 14:52
Danke an Euch,

ich habe gestern versucht den Kondensator zu prüfen. Durchgang hat er keinen. Eine Kontrollampe leuchtet aber auch nicht kurz bei Anschluß auf und es ist auch kein Lade- oder Entladestrom zu messen.
Darum habe ich mir heute auch gleich einen neuen Kondensator bestellt. Dann dürfte alles komplett neu sein! Nur zur Info: der Kondensator hat 0,25µF.
Ich werde dann den Unterbrecher erst mit der Lehre und dann mit dem Schließwinkelmesser einstellen!

Dabei bedeutet doch größerer Schließwinkel = Unterbrecher weiter weg vom Nocken, oder?

Mit was fettet man den Nocken leicht? Muß es immer ein Spezialfett sein?

Viele Grüße
Steffen

Helge
05.06.2002, 15:04
Unterbrecherplatte weiter weg = größerer Schließwinkel, Unterbrecher öffnet weiter = kleinerer Schließwinkel. Ich habe nichts besonderes zum Schmieren benutzt, ich glaube Motorenöl, aber das ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. Kondensator, Unterbrecher u. Kappe für den Bosch Verteiler bekommt man übrigens auch oft bei ATU und ähnlichen Läden, das geht meist schneller und ist nicht teurer als bei del Priore u. Co.

Folka
05.06.2002, 18:39
Nähmaschinenöl. Oder gleichwertig, das heisst harzfrei.

CU Folka

Steffen
05.06.2002, 21:32
Ciao alfisti,

Danke für eure Antworten,

@Helge: Ja, danke. Ich habe jetzt auch seit gestern mitgekriegt, dass der Händler um die Ecke einiges besorgen kann. Nur muß auch dieser leider alles bestellen, weil dessen Lager 60 auf der Landstrasse fährt, die Autobahn um eine Spur verkleinert und nach Diesel stinkt. !wuerg!

@Folka: Ok, danke. Dann werde ich mal schauen ob so etwas noch im Keller setht. Normal glaube ich wird so ein weißes Fett genommen für Kunststoffe etc. Aber ich wollte mir nicht extra eine teure neue Tube kaufen.

Viele Grüße
von Steffen

Daggi
06.06.2002, 19:08
Original geschrieben von Steffen
Danke an Euch,

Ich werde dann den Unterbrecher erst mit der Lehre und dann mit dem Schließwinkelmesser einstellen!

Dabei bedeutet doch größerer Schließwinkel = Unterbrecher weiter weg vom Nocken, oder?


Viele Grüße
Steffen
!hello! Steffen,
wenn ich mich recht entsinne,ist "Schließwinkel" der Verdrehwinkel der Verteilerwelle während die Kontakte geschlossen sind . Somit gilt:je größer der Kontaktabstand,desto geringer der Schließwinkel.