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Vollständige Version anzeigen : Messwerte bei Autotests!?


Michi
14.05.2002, 12:24
Hallo!

Ich hab da mal eine Frage, die ich beim besten Willen nicht imstande bin, selbst zu beantworten.

Wie werden die Werte bei Autotests ermittelt? ???

Ich weiß, es gibt da immer wieder Artikel in diversen Autozeitschriften, doch lassen die immer wieder folgende Fragen offen:

Bsp. Beschleunigungstest:
Wann fängt die Uhr an zu laufen?
Gibt es ein Startsignal für die Uhr, so wie der Fahrer auf das Gaspedal drückt?
oder
Meldet ein Bewegungssensor der Uhr, wann sie zu starten hat?
oder
Wartet der Fahrer auf ein Startsignal, wann er auf das Gas zu drücken hat? Wird in diesem Fall die Reaktionszeit ermittelt und vom Ergebnis abgezogen? Sollte sie ermittelt werden, wie?

Wird der Wagen hochtourig "losgelassen" oder erfolgt der Start aus der Leerlaufdrehzahl?

Bsp. Elastizitätstest:
Wie erfolgt dieser?
Erhält der Fahrer z.B. bei einer Messung von z.B. 80 - 100 km/h, einen Hinweis daß die 80 km/h erreicht sind und er jetzt Vollgas geben muß, oder läuft das ganz anders ab?

In welchem Drehzahlbereich erfolgt die Messung?
Wird der Wagen schon hochtourig an die Geschwindigkeit herangebracht und dann knapp vor dem Meßbereich auf den zu messenden nächsthöheren Gang geschaltet?

Bsp. Bremstest:
Wird die Reaktionszeit ermittelt und von dem Bremsweg abgezogen, oder merkt das Meßsystem wann die tatsächliche Bremsung beginnt?

Ein bisschen viel auf einmal, aber vielleicht gibt es unter euch ein paar kundige, die mir schreiben können, was da wirklich Sache ist.

PS: Ja es stimmt, daß mich das seit dem Supertest des GTA zu interessieren beginnt. Bitte aber trotzdem keine neuerliche GTA-Diskussion lostreteten. Ich möchte nur das Testsystem verstehen. #-)

Robin
14.05.2002, 15:04
Hi,

also soweit ich weiss wird die Reaktionszeit der Fahrer nicht raus gerechnet. Beim Beschleunigen und beim Bremsen werden aber immer mind. 10 Messungen durchgeführt. Ausreisser nach oben und unten werden rausgenommen und dann der Mittelwert gebildet (ob jetzt Math. oder Statistischer weiss ich nicht mehr). Hab ich mal so in der Sportauto gelesen.
Beim Bremsen kommt es dann meiner Meinung nach auf die Reifen und den Straßenbelag an. Daher auch immer teilweise die großen Unterschiede. Fading kommt natürlich von der Bremsanlage.
Vieleicht haben andere Hefte auch andere Testverfahren, und die Abweichungen von Messwerten kommen daher.
Ich finde 0-100 Werte kann man eh vergessen. Wer macht schon sowas? Ist ausserdem zu ungenau.
RallyeRacing hatte immer einen tollen Messwert im Programm. Die Messung von 80-180 km/h (Situation: Autobahnbaustelle zu ende, und Vollgas). Da spielen Reaktionszeiten keine große Rolle da diese Werte bei 200-250 PS Autos immer so bei 15-20 sec. lagen. Reifen und Straßenbelag haben auch keinen großen Einfluss.
Beim Supertest der Sportauto kann man den sich ja zum glück ausrechnen, weil die ja von 0-200 in 20er schritten Messen.
Bei meinem GTV 3.0 V6 24V waren es in der RallyeRacing knapp 16 sec.
Ein Handgestopten Versuch von mir kam diesem Wert ziemlich nah.

Gruß,
Robin

Visconti
14.05.2002, 17:36
Wie es sein sollte (so wurde es mal in einer Auto-Sendung im ORB erläutert):
Zur Messung der Beschleunigungswerte wird extern am Fahrzeug ein Laufrad montiert, dass über ein Kabel mit einem Rechner im Fahrzeuginneren verbunden ist. Sobald sich fas Fzg. in Bewegung setzt, fängt der Rechner an, aufzuzeichnen und hört bei exakt Tempo 100 wieder auf! Somit sollte der Anfangs- und Endpunkt exakt zu bestimmen sein. Zwischen diesen beiden Punkten wird die vergangene Zeit ermittelt und man hat den relevanten Wert. Die Fzg. werden dabei aus dem Stand im Leerlauf hochbeschleunigt!
Die gleiche Vorgehensweise mit dem externen Rad gelte laut dieser Information für Brems- und Elastizitätswerte.

Dass ich derartige Laufräder noch nie auf Bildern der Stuttgarter Motorpresse gesehen habe, untermauert den Verdacht, dass man dort eher auf Orakel, Würfel und Tarot-Karten setzt... :D :D

Gruß
Jan

Robin
15.05.2002, 10:54
Doch, die benutzen solche Räder auch. Es gibt auch andere Geräte die Arbeiten Optisch , also mit Laser oder so.
Für die Fotos werden die Dinger natürlich immer abmontiert :) . Trotzdem sitzen nur Menschen am Steuer, und höchstwahrscheinlich bei jedem der 10 Versuche immer der gleiche. Daher kommen dann Abweichungen. Es kommt dann noch hinzu das der Motor vieleicht nicht seine volle Serienleistung erreicht, Luftdruck und Aussentemperatur. Einfach so viele Faktoren die jedesmal anders sein können. Sich also auf einen Test mit dem gleichen Auto zu verlassen ist Blödsinn. Ich habe sechs Hefte wo der GTV 3.0 24V getestet wurde. Jedesmal ein anderes Ergebnis. Die "besten" Messwerte wurden sogar in der AMS ermittelt (hört hört). Die schlechtesten in der Auto Zeitung. Warum? Kein Ahnung!

Gruß,
Robin

Chris
15.05.2002, 14:09
Hallo Visconti,


Dass ich derartige Laufräder noch nie auf Bildern der Stuttgarter Motorpresse gesehen habe, untermauert den Verdacht, dass man dort eher auf Orakel, Würfel und Tarot-Karten setzt...
Liegt es vielleicht an der Gnade der späten Geburt? ;)
Bis vor einigen Jahren waren immer entsprechende Bilder mit diesem Messrad in AMS usw. zu sehen. Aber nach 1996 vielleicht nicht mehr.... ;) ;)

Wenn ich mich recht erinnere, waren die "bösen Tester" von der AMS sogar die ersten die solches Equipment zum Testen benutzten.....

Heute wird, wie Robin es schon schreibt, fast ausschliesslich mit Laser und Lichtschranke gemessen. Auch hier sind z.B. in der AMS immer wieder entsprechende Bilder mit montiertem Gerät zu sehen.

Im Testjahrbuch der AMS wird z.b. immer wieder erklärt wie was mit welchem Gerät gemessen wird.

Gruß

Chris

jens
16.05.2002, 09:48
Hallo zusammen! !hello!

Da kann ich zufälligerweise auch meinen (tatsächlich fundierten) Senf dazugeben. Die Messwerte werden optoelektronisch ermittelt, es werden von ein und der gleiche "Übung" mehrere Versuche gemessen. Meistens liegen die Werte eng beieinander. Dass diese Geräte auch nicht immer perfekt arbeiten, zeigen einzelne Werte im Supertest des GTA und das hinterm Steuer immer nur Menschen sitzen zeigen die unterschiedlichen Werte von ams und sport auto beim GTA-Test.

Da ich auch das Vergnügen hatte mit dem GTA sowohl ausführlich selbst zu fahren als auch ein paar Runden als Beifahrer auf dem Hockenheimring zu drehen, kann ich nur sagen: Zum Rennfahren wohl tatsächlich weniger geeignet, ansonsten aber einfach nur GEIL :-] auch wenn er morgends mehrere Versuche zum Starten brauchte...

Gruß

Jens