l.otti
13.05.2002, 17:13
ist ja nicht neu,
aber für interssierte hier ein posting von heute aus dem stilo.org forum (vom admin):
Bericht zu FIAT
Für Fiat beginnt Woche harter Entscheidungen
Von Thomas Fromm, Mailand
Der Turiner Autokonzern Fiat wird bei seiner Hauptversammlung am Dienstag einen umfassenden Sparplan vorlegen. Italiens Finanzwelt steht daher vor einer turbulenten Woche, die bereits am Montag mit einem Treffen der Fiat-Vorstände mit Ministerpräsident Silvio Berlusconi in Turin beginnt.
Thema des Gipfels: Die Zukunft Fiats und der Produktion in Turin. Zuletzt kursierten Gerüchte, dass Fiat seine Autosparte ganz an den Partner General Motors (GM) abgeben könnte. Vor allem die defizitäre Autosparte hatte zu dem Schuldenstand von 6,5 Mrd. Euro bei Fiat geführt. Mit Spannung wird daher erwartet, welche Zahlen der Konzern für das erste Jahresquartal vorlegt.
Nachdem Fiat im Dezember seine Gewinnerwartungen nach unten korrigiert hatte, erwarten Analysten nicht viel Gutes: Im ersten Quartal 2002 soll Fiat einen Vorsteuerverlust von 300 Mio. Euro eingefahren haben. In dieser Woche wird es nun um Sparmaßnahmen gehen, die über einen im Dezember beschlossenen Sanierungsplan weit hinausgehen.
Mit dem Verkauf des Anlagenbauers Comau, dem Zulieferer Magneti Marelli und der Metallteile-Tochter Teksid will Fiat in diesem Jahr 2 Mrd. Euro in die Kassen holen. Was den Teksid-Verkauf betrifft, werden für Dienstag Details angekündigt. Bereits bekannt ist: Der Metallbauteilehersteller soll für 550 Mio. Euro abgegeben werden. Entsprechende Verhandlungen gibt es mit dem Londoner Fondsverwalter Questor. Berichten zufolge wird nun zudem auch ein Verkauf der Flugzeugsparte Fiat Avia nicht mehr ausgeschlossen.
Positive Signale durch neue Modelle
Impulse werden auch vom neuen Chef der Autosparte erwartet, Giancarlo Boschetti: Er könnte entscheiden, erst für 2003 vorgesehene Einführungen neuer Modelle auf dieses Jahr vorzuziehen, um ein positives Signal zu setzen.
Die Hauptversammlung steht auch unter Druck, weil zum ersten Mal einer fehlt, der seit Jahrzehnten keine Hauptversammlung verpasst hat: Fiat-Ehrenpräsident Giovanni Agnelli. Der 81-Jährige hatte nach Spekulationen über seine Gesundheit angekündigt, er werde zur medizinischen Behandlung in die USA fahren und nicht in Turin sein. Dass der Patriarch nicht dabei sein wird, wenn über die Zukunft seines Konzerns entschieden wird, hat starke Symbolkraft: Der Enkel des Konzerngründers hat in den letzten Jahren zwar die Expansion in die Dienstleistungsbranche mitgetragen. Eines aber wäre mit ihm nicht zu machen: Der Verkauf des 1899 gegründeten Autogeschäfts.
Sollte sich die Autosparte nicht rasch erholen, wäre dieses dennoch das wahrscheinlichste Szenario. Als Fiat vor zwei Jahren bei einem Aktientausch 20 Prozent der Autosparte an GM abgab und dafür mit sechs Prozent an dem US-Konzern beteiligt wurde, war viel von Spareffekten die Rede. Ein wesentliches Detail hätte man in Italien am liebsten vergessen: Die Option, bis 2004 die Autosparte ganz an die Amerikaner abzugeben. "Nur eine hypothetische Option, die aber keiner ernsthaft nutzen will", winkte Fiat-Präsident Paolo Fresco erst kürzlich ab.
Turin hat als Autometropole ausgedient
Wirklich nicht? Von den USA aus wird die kranke Eminenz Agnelli beobachten, was seine Nachfolger in Turin entscheiden. "Solange der alte Agnelli noch lebt, wird sich keiner trauen, die Autosparte abzugeben", ist eine seit Jahren beschworene Faustregel unter italienischen Analysten. Und danach?
In Turin sollen dieses Jahr rund 306.000 Autos vom Band laufen. 2000 waren es noch 370.000, vor fünf Jahren noch 570.000. Selbst wenn sich Fiat mit dem Ausverkauf des Kerngeschäfts noch Zeit lässt - Turin wird die längste Zeit Autometropole gewesen sein. Fiat-Autos werden in Zukunft in der Türkei und in Polen gebaut. Die Streichung von 6000 Stellen ist bereits beschlossen. Turin stellt sich auf die schwerste Strukturkrise in der Geschichte der Stadt ein.
na dann.....
grüße der l.otti.
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FIAT STILO COMMUNITY
www.stilo.org
aber für interssierte hier ein posting von heute aus dem stilo.org forum (vom admin):
Bericht zu FIAT
Für Fiat beginnt Woche harter Entscheidungen
Von Thomas Fromm, Mailand
Der Turiner Autokonzern Fiat wird bei seiner Hauptversammlung am Dienstag einen umfassenden Sparplan vorlegen. Italiens Finanzwelt steht daher vor einer turbulenten Woche, die bereits am Montag mit einem Treffen der Fiat-Vorstände mit Ministerpräsident Silvio Berlusconi in Turin beginnt.
Thema des Gipfels: Die Zukunft Fiats und der Produktion in Turin. Zuletzt kursierten Gerüchte, dass Fiat seine Autosparte ganz an den Partner General Motors (GM) abgeben könnte. Vor allem die defizitäre Autosparte hatte zu dem Schuldenstand von 6,5 Mrd. Euro bei Fiat geführt. Mit Spannung wird daher erwartet, welche Zahlen der Konzern für das erste Jahresquartal vorlegt.
Nachdem Fiat im Dezember seine Gewinnerwartungen nach unten korrigiert hatte, erwarten Analysten nicht viel Gutes: Im ersten Quartal 2002 soll Fiat einen Vorsteuerverlust von 300 Mio. Euro eingefahren haben. In dieser Woche wird es nun um Sparmaßnahmen gehen, die über einen im Dezember beschlossenen Sanierungsplan weit hinausgehen.
Mit dem Verkauf des Anlagenbauers Comau, dem Zulieferer Magneti Marelli und der Metallteile-Tochter Teksid will Fiat in diesem Jahr 2 Mrd. Euro in die Kassen holen. Was den Teksid-Verkauf betrifft, werden für Dienstag Details angekündigt. Bereits bekannt ist: Der Metallbauteilehersteller soll für 550 Mio. Euro abgegeben werden. Entsprechende Verhandlungen gibt es mit dem Londoner Fondsverwalter Questor. Berichten zufolge wird nun zudem auch ein Verkauf der Flugzeugsparte Fiat Avia nicht mehr ausgeschlossen.
Positive Signale durch neue Modelle
Impulse werden auch vom neuen Chef der Autosparte erwartet, Giancarlo Boschetti: Er könnte entscheiden, erst für 2003 vorgesehene Einführungen neuer Modelle auf dieses Jahr vorzuziehen, um ein positives Signal zu setzen.
Die Hauptversammlung steht auch unter Druck, weil zum ersten Mal einer fehlt, der seit Jahrzehnten keine Hauptversammlung verpasst hat: Fiat-Ehrenpräsident Giovanni Agnelli. Der 81-Jährige hatte nach Spekulationen über seine Gesundheit angekündigt, er werde zur medizinischen Behandlung in die USA fahren und nicht in Turin sein. Dass der Patriarch nicht dabei sein wird, wenn über die Zukunft seines Konzerns entschieden wird, hat starke Symbolkraft: Der Enkel des Konzerngründers hat in den letzten Jahren zwar die Expansion in die Dienstleistungsbranche mitgetragen. Eines aber wäre mit ihm nicht zu machen: Der Verkauf des 1899 gegründeten Autogeschäfts.
Sollte sich die Autosparte nicht rasch erholen, wäre dieses dennoch das wahrscheinlichste Szenario. Als Fiat vor zwei Jahren bei einem Aktientausch 20 Prozent der Autosparte an GM abgab und dafür mit sechs Prozent an dem US-Konzern beteiligt wurde, war viel von Spareffekten die Rede. Ein wesentliches Detail hätte man in Italien am liebsten vergessen: Die Option, bis 2004 die Autosparte ganz an die Amerikaner abzugeben. "Nur eine hypothetische Option, die aber keiner ernsthaft nutzen will", winkte Fiat-Präsident Paolo Fresco erst kürzlich ab.
Turin hat als Autometropole ausgedient
Wirklich nicht? Von den USA aus wird die kranke Eminenz Agnelli beobachten, was seine Nachfolger in Turin entscheiden. "Solange der alte Agnelli noch lebt, wird sich keiner trauen, die Autosparte abzugeben", ist eine seit Jahren beschworene Faustregel unter italienischen Analysten. Und danach?
In Turin sollen dieses Jahr rund 306.000 Autos vom Band laufen. 2000 waren es noch 370.000, vor fünf Jahren noch 570.000. Selbst wenn sich Fiat mit dem Ausverkauf des Kerngeschäfts noch Zeit lässt - Turin wird die längste Zeit Autometropole gewesen sein. Fiat-Autos werden in Zukunft in der Türkei und in Polen gebaut. Die Streichung von 6000 Stellen ist bereits beschlossen. Turin stellt sich auf die schwerste Strukturkrise in der Geschichte der Stadt ein.
na dann.....
grüße der l.otti.
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