Vollständige Version anzeigen : Giulia im Alltag
Ingenere
27.04.2002, 08:36
Hallo zusammen!
Meine Frau braucht ein Auto, um damit täglich 30 km zur Arbeit zu fahren.
Nachdem zur Zeit alle meine Schäfchen halbwegs vernünftig laufen, packt mich der Übermut: Gibt's hier jemanden, der schon mal auf die Idee gekommen ist, eine Giulia im Alltagsbetrieb einzusetzen, womöglich noch im Winter?
Wenn ich mir den Wertverlust von Neuwägen ansehe, bin ich mir sicher, daß die Sache vom ökonomischen Standpunkt aus funktioniert: Eine schöne Giulia, die zum Start eine komplette Hohlraumversigelung kriegt, rechnet sich im Vergleich zu einem Punto, der nur beim Rumstehen 300 Euro im Monat kostet. Bleibt auf der Habenseite der Spaß.
Was denkt Ihr? Wird mich die Idee in den Ruin treiben?
Salut,
Johannes
Moin dottori,
habe Alltags Giulia vor einigen Jahren selbst mal ausprobiert, mit einer etwas maladen 1300 Super.
Das erste Jahr hat es prima funktioniert. Auch im Winter. (Schneeketten und dicke Socken inkl.)Allerdings war das Julchen alles in allem nicht ganz fit. Bei Km Stand 190000 verabschiedeten sich die Kurbelwellenlager und irgendwann stand der TÜV
( TOD -ÜBEL-VERNICHTUNG ]:-))Termin an. Es zeigte sich dann, dass man auch einen Alfa nicht gleichzeitig reparieren (-restaurieren) und fahren kann. !brutzel!
Fazit : Julchen sollte schon fit sein. Irgendwann werde ich es auch noch mal versuchen. Muß dann ja nicht unbedingt mit einem (Julchen) vom Zustand 1-2 sein.
Also viel Spaß damit und schenk Deiner Frau, wenn `s soweit ist, zum nächsten Hochzeitstag ein warmes Leibchen und Wollsocken !;D
Mit sonnigen Grüßen
Stefan
Hallo zusammen,
ich habe das die letzten zwei Jahre so praktiziert. Die Giulia ist fast voll alltagstauglich.
Einschränkend kann ich eigentlich nur die passive Sicherheit nennen, keine Kopfstützen und Gurte da die Jule Baujahr 1967 ist. Daher nehmen ich ungern Fremde zu Terminen mit. Für mich selbst ist das aber völlig o.k.
Wenn mann die Flöhe husten hört (soll heissen z.B. mit defekten Radlagern nicht so lange fährt bis nix mehr geht) und neben dem Tanken auch die sonstigen Dinge eingehend betrachtet (Oel, Bremsen usw.) läuft das Schätzchen uneingeschränkt gut. Ich habe lediglich einen Petronix Ignitor eingebaut um die laufende Wartung zu vereinfachen.
Mein Schrauber des Vertrauens ist ganz begeistert und meint gerade die regelmässige Bewegung tut dem Auto gut. Is ja irgendwie klar , da z.B. die Batterie immer geladen ist und keine langen Standzeiten sonstiges Übel verursachen.
Fazit: Ich kann das nur empfehlen. Meine Beweggründe waren der Ausfall meines Alltags 164 und obwohl ich auch damit immer zufrieden war wollte ich nicht wieder so viel Geld durch Wertverlust vernichten. Also ran an die Suche! Je nach Vorliebe schlage ich eine Nuova vor weil die etwas leiser und damit komfortabler ist.
Gruss
clemensh83
28.04.2002, 15:06
Hallo an alle!
Gott sei Dank werde ich mal ermutigt, denn ich bin habe schon fast ein schlechtes Gewissen, weil ich mir gerade mit meinem Vater einen 1750 GTV frisch aufbaue, der dann ein absolutes Alltagsauto werden soll. Mit H-Kennzeichen sind Steuer und Versicherung schließlich konkurrenzlos günstig und da kann man des höheren Spritverbrauch auch akzeptieren. Wir legen natürlich höchsten Wert auf Rostschutz, damit er möglichst lange rostfrei bleibt...Wäre auf eure Erfahrungen mit einem Bertone im Alltag sehr gespannt...:)
Alfa Gruß Clemens
Oliviero
28.04.2002, 20:21
Die Giulia war mein erstes Auto, 2.5 Jahre lang und daher sommers wie winters (1985-88). War kein Problem, aber als 19jähriger ist man nicht heikel ;) , in meiner Erinnerung gab es auch mit der Wintertauglichkeit (Traktion, Startverhalten, Heizung etc) keine Probleme. Danach folgte ein 2000er Bertone, den fuhr ich jeden Tag, der war von der Substanz her gut. Allerdings macht sich der kleine Kofferraum, die niedrigen Zierstangen (Stoßstange kann mans ja wohl nicht nennen), der Chromgrill (großstadtparkunfreundlich), die lauten Windgeräusche etc doch im Alter der Konstruktion bemerkbar...also Giulia und Berlina uneingeschränkt ja (Platzangebot, langer Radstand etc), aber Spider und Bertone sollten Winter und Großstadt (Laterndlparker) eher meiden.
Allerdings fahre ich trotzdem meinen Spider in der Stadt, im Winter etc. Aber der hat eine etwas verlebte Außenhaut (Rempler an der Schnautze, Kratzer im Lack). Wenn er mal restaurerungsnotwenig ist, bleibt ihm der Alltag dann auch erspart...aber so genieße ich es, nicht extrem aufpassen zu müssen und akzeptiere die nicht concourswürdige Außenhaut ohne mit der Wimper zu zucken...den zum Fahren sind sie eigetlich gemacht, oder?
Ciaoliviero
Original geschrieben von Oliviero
...den zum Fahren sind sie eigetlich gemacht, oder?
Ciaoliviero
Ich meine mal gehört zu haben, daß sie genau für diesen Zweck gebaut wurden, oder???
Vor 30 Jahren sind die Leute mit diesen Autos doch auch im Winter in den Skiurlaub gefahren, also wo ist das Problem? Wenn das Blech gesund ist und der Motor brummt warum nicht?
Wobei der Punkt, bzw die Lücke, der passiven und aktiven Sicherheit doch auch zu denken geben sollte!
Gruß Alex
Oliviero
28.04.2002, 20:50
Original geschrieben von Alex
Ich meine mal gehört zu haben, daß sie genau für diesen Zweck gebaut wurden, oder???
Vor 30 Jahren sind die Leute mit diesen Autos doch auch im Winter in den Skiurlaub gefahren, also wo ist das Problem? Wenn das Blech gesund ist und der Motor brummt warum nicht?
Wobei der Punkt, bzw die Lücke, der passiven und aktiven Sicherheit doch auch zu denken geben sollte!
Gruß Alex
Ja im Prinzip schon, aber
o) damals waren die Autos Verbrauchsgüter und nicht erhaltenswert
o) es gab genug davon (und auch Teile ;) )
o) es gab keine Alternative
o) der Anspruch des Durchschnittsautofahrers war "leidlich ankommen" und nicht "per Navigation vollklimatisiert_6Liter_Diesel_verbrauch end" ans Ziel gefahren zu werden
o) das mit der Sicherheit ist richtig, aber "no risk no fun"... und wenn ich mit den 105ern fahre, fahre ich sicherheitsbewußter. Mit zB dem 164er mit ABS und Frontantrieb und Klima fahre ich im strömenden Regen, bei Schnee und Nebel in der Nacht um keinen Deut langsamer als im Sonnenschein...und hebe damit die höheren Sicherheitsreserven wieder auf...dafür habe ich durchs 105er Fahren gegenüber modernem degenerierten Passatdieselvariantfahrern noch Gefühl, Reflexe und Mitdenken intus...und das hilft einem Im Falle der Gefahr oft mehr als 15617663 Airbags, oder?
Ciaoliviero
Hallo Johannes,
Giulias wurden von den Alfafreaks mit etwas "Besseren" in der Garage früher gerne in den Wintermonaten als Zweitfahrzeug genutzt, das funktioniert soweit nicht schlecht.
Bedenke aber:
Du kannst in eine Giulia Hohlraumkonservierung bis zum Abwinken blasen, in einem Winter mit Schnee und Salz leidet sie trotzdem ganz gemein. Ich habe schon wirklich gut restaurierte Giulias erlebt, die in weniger als 5 Jahren Winterbetrieb wieder ein Fall für den Rostumwandler wurden. Wenn Du eine Giulia ohne die geringsten Eigenarbeiten zum Restaurator bringst, kannst Du ohne mit der Wimper zu zucken € 25.000,- in eine Komplettrestauration versenken. Da ich mir diese Prozedur nicht leisten kann und will, verzichte ich auf jeglichen Wintereinsatz. Selbst profaner Regen ist auf die Dauer Gift für einen alten Alfa.
Bedenke aber auch:
Ich beneide die Hardcore Fraktion immer etwas, die das ganze Jahr über Spaß an Ihren Schätzchen hat; werde selbst leider oft genug für meine Einstellung belächelt, hihi.
Grüßchen
Roger
Hi !
Ich selbst fahre seit Jahren 105er Alfas im Alltag.
Drum ein Hoch auf die Giulia als Alltagsfahrzeug. Auf der Habenseite steht eindeutig der große Kofferraum (Platz für Einkäufe) die vier Türen (Platz für die Kiddys), sogar in den Urlaub kann man mit ihr fahren. Auch ist der Sympathiewert nicht zu unterschätzen (ich habe aufgehört zu zählen wieviel Leute mich auf Parkplätzen angesprochen haben) und das stilvolle Interieur.
Nur eines würde ich echt nicht machen: Winterbetrieb.
Das ist auf lange Sicht das Todesurteil für diese Autos. !peng!
Gruß Kermi !hello!
Ingenere
29.04.2002, 20:34
Hi Jungs,
herzlichen Dank für die ermutigenden Kommentare.
Ich denke, ich mache mich auf die Suche nach einer Jule, kaufe eine Großpackung Mike Sanders und es geht los.
Merci auch für die Hinweise auf die passive Sicherheit. Ich denke mir, Oliviero hat recht: man fährt eine Ecke langsamer mit so einem Auto.
Vielleicht haben die Giulia-Freunde unter Euch noch mal kurz Zeit für ein paar konkretere Fragen. (Ich kenne die 105er bisher nur vom Spider.)
- Habt Ihr schon mal eine Hohlraumkonservierung gemacht? Gibt's irgendwo Literatur über die Stellen, an denen man am besten bohrt, usw.?
- Eine saubere Zweier kommt auf ungefähr 6500 Euro (z.B. 1600 Super)?
- Gibts irgendwelche unerwarteten Scherereien, wenn man für eine über 30jährige Giulia ein H-Kennzeichen haben will?
Salut und viel Spaß,
Johannes
clemensh83
29.04.2002, 21:49
Nochmal hallo!!
Zur Wintertauglichkeit kann ich noch folgende Erfahrung hinzufügen. Mein Vater fuhr 12 Jahre lang mit einem frisch restaurierten Junior Zagato täglich rund ums Jahr ins Geschäft. Natürlich war nach den 12 Jahren dann wieder ne Restauration fällig, aber es waren nur kleinere Schweißarbeiten notwendig. Seitdem steht er in der Garage und wird nur an Wochenenden bewegt. Gerade die Zagatos haben ja einen schlechten Ruf, was die Rostanfälligkeit betrifft, aber trotzdem scheint ein gut aufgebauter Alfa meiner Meinung einiger Jahre Wintereinsatz trotzen zu können. :-?
Aber jeder hat da seine eigene Meinung!
Gruß Clemens
Original geschrieben von Ingenere
Vielleicht haben die Giulia-Freunde unter Euch noch mal kurz Zeit für ein paar konkretere Fragen. (Ich kenne die 105er bisher nur vom Spider.)
- Habt Ihr schon mal eine Hohlraumkonservierung gemacht? Gibt's irgendwo Literatur über die Stellen, an denen man am besten bohrt, usw.?
Ich hab nen Dinol-Hohlraumplan für Bertone. Durch die vielen Gemeinsamkeiten ist er sehr nützlich. Aber Achtung, wenn Du das Komplettprogramm durchziehst: ca. 50 Löcher bohren !
Schick mir eine PN mit Deiner FaxNr.
- Eine saubere Zweier kommt auf ungefähr 6500 Euro (z.B. 1600 Super)?
Ob das reicht ? Die 1600er sind in letzter Zeit selten geworden.
- Gibts irgendwelche unerwarteten Scherereien, wenn man für eine über 30jährige Giulia ein H-Kennzeichen haben will?
Meistens nicht. Es gibt anscheinend sogar H-Zulassungen mit 2L-Motor.
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