Vollständige Version anzeigen : Leistungsstreuung?
Hi!
Letzte Woche beim GTA-Event am A1-Ring ist mir aufgefallen, daß ein Wagen ganz besonders aus der Reihe gefallen ist. Er erschien mir gegenüber den Anderen ziemlich lahm.
Dazu eine Frage:
Welche Faktoren bei NEUEN Fahrzeugen spielen für die Leistungsstreuung eine Rolle?
In diversen Threads lese ich immer wieder, daß es z.B. bei der GTV große Leistungsunterschiede aufgrund der Streuung gibt.
Noch eine laienhafte Frage:
Falls es vom vom Werk oder einer Werkstatt nicht möglich ist, ein solches Leistungsdefizit zu beseitigen, warum nicht?
Ciao, Michi! !hello!
alfaromeo164q4
22.04.2002, 16:06
Manche Motoren brauchen etwas länger um sie einzufahren.Da sind die maße von Zylinder und Kolben sehr hart an der Toleranz.
Das würde aber bedeuten, daß die Streuung durch unterschiedliche Einfahrweisen zustande käme und die Leistungsunterschiede bei der Auslieferung noch nicht vorhanden sind.
Die Gefahr, motormaßig ein "Montagsauto" zu bekommen ist ja dann damit hinfällig. oder?
Ich dachte schon, daß es heutzutage egal sein müsste, wie du einen Motor einfährst, da sie, bevor sie eingabaut werden sowieso einige Zeit am Werksprüfstand laufen bevor sie eingebaut werden.
Ciao, Michi! !hello!
alfistagj
22.04.2002, 20:09
Alfa und alle anderen Hersteller verwenden + oder - 5% als oben und unter Grenze.
Bei den GTA mit 250PS also zwischen 237,5 und 262,5PS; das macht 25PS unterschied ohne das man Ansprüche machen kann auf "zu wenig" Leistung.
Warum?
Ganz einfach.
Alle Motorenteile werden mit einem Toleranz gefertigt (Massen, Gewichte); wenn alle Teile innerhalb diese grenzen gefertigt sind sind die o.k. zur Verwendung und wird damit einen Motor zusammengestellt.
Wenn so ein Motor "zufälligerweise" zusammengebaut wird mit einzelnen Teile die tatsächlich alle +/- "o" sind, ergibt sich rein theoretisch das Beste vom Besten, also maximale Leistung, niedrigste Vibrationen, niedrigster Verbrauch usw.
Sobald nur einen Teil mehr als "0" vom Optimum abweicht, ändert sich etwas in der Balanz im Zusammenspiel aller Teile und bekommt man "etwas anders". Dies ist wohl kaum (vorher) zu errechnen.
Das Gleiche gillt z.B. für Getriebe, Differential und Radlager die verantwortlich sind für Leistungsverlust zwischen Motor und wieviel PS tatsächlich netto auf der Strasse gebracht werden.
Daneben gibt es das s.g. "Einfahren". Am Anfang eines Motorlebens sollen alle unebenheiten in den Motorteilen "sanft" wegpoliert werden. Dies soll mit "Gefühl" (= nicht zu hohen Drehzahlen, und normalen Betriebstemperatur) und nicht mit "Gewalt" vor sich gehen.
Al dieses ist im Prinzip unabhängig vom Motortyp, aber es kann durchaus so sein dass von Lieferanten und in der eigener Fertigung manche Teile massgenauer hergestellt werden als andere. Aber denn 2.0 für den GTV wird genau so hergestellt wie der 2.0 für 156/147/166/Spider usw.
Es wäre nicht unlogisch als Alfa für denn GTA ganz kritisch ist (kritischer als bei den anderen Motoren) in bezug auf Toleranzschwankungen in der Fertigung. Es ist ja Alfa's Visitenkarte!!
Danke Gert-Jan! :-]
Klingt verständlich.
Ciao, Michi! !hello!
alfistagj
23.04.2002, 20:41
Noch etwas ergänzen.
Es ist durchaus möglich Motor, Getriebe usw zu "Blueprinten".
D.h. alle einzel Teilen so viel wie möglich auf "0" Toleranz zu bringen.
Wie geht das vor sich.
Man nehme den ganzen Motor auseinander.
Kurbelwelle kann mann auf "0" auswuchten (lassen).
Alle 4 (6) Zylinderbohrungen kann mann innerhalb 0,005mm gleich Gross machen ebenso die Kolben; eigentlich ist die Norm dass Spiel zwischen Kolbenaussendiameter und Zylinderinnendiameter. Hier kann man also etwas "spielen".
Auch wiegt man z.b. Kolben und Pleuelstangen und bringt die individuel innerhalb 0 Gram auf denzelben gewicht.
Pleuelstangen kann mann auch kontrolieren ob sie "gerade" sind und evt. korrigieren.
U.s.w., u.s.w.
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