Vollständige Version anzeigen : Warum hat Alfa ein Rost-image ??
Hallo Alfisti ! !hello!
Warum taumelt sich im Folksmunde immer so ein Rost "flair" gegenüber italienischen Automaken ? vorallem bei Alfa. Woher kommt denn diese blöde Vorurteil ? und warum galube das so viel, wobei es doch gar nicht stimmt !? Ich meine, nehmen wir mal Opel als Beispiel. Fast alle Inserate in Zeitungen beinhalten den Satz "hat Rost da und da". Warum neigt denn dieses Klischee (oder wie man das auch immer schreibt) denn so zu Alfa Romeo ? kann mir das jemand beantworten ? oder stimmt es tatsächlich ?
Ich werde eben ständig mit dieser Rostaussage geärgert :-* , und ich will nun endlich tatsahen und Fakten sprechen lassen. Mein 155er ist 9 Jahre alt, hat bald 200 tkm und wirklich noch KEINEN PUNKT Rost !! Nicht mal unterdem Wagen, niergens, nichts nada niente !
Für mich ist das immer ne Frage, wie man das Auto behandelt und hat nur wenig mit der Herstellung zu tun.
Was meint ihr ?
danke...
Original geschrieben von Guggi
Warum taumelt sich im Folksmunde immer so ein Rost "flair" gegenüber italienischen Automaken ? vorallem bei Alfa.
Weil es vor 30 Jahren den Alfasud gab.
Einmal den Ruf versaut, ist er für lange Zeit hin. Das wird über Generationen weitergegeben.
Und wenn wir ehrlich sind, hat Alfa erst seit dem 156, also 1998 (?) wieder ein *richtiges* Eisen im Feuer, um das Image aufzupolieren. Die bestimmt nicht wirklich "schlechten" Vorgänger in allen Ehren, aber um sich mal wieder positiv ins Gedächtnis zu rufen, brauchte es etwas besonderes.
Gruß
Stefan
hi guggi
ich habs selber nicht bewusst miterlebt, aber ich glaube es war tatsächlich so. die alfa-sud-zeiten sind wohl der grund. soweit ich es aus diesem und dem alten forum mitbekommen habe, war golf1 und sud am anfang gleich schnell beim rosten, allerdings haben die anderen was dagegen gemacht und alfa nicht...
ausserdem wurden solche geschichten erwähnt, dass die blanken karrosserien in der salzluft einfach dalagen, weil im werk gerade gestreickt wurde... ein stichwort in diesem zusammenhang war eine sog. "weisse serie" des sud, aber die dazugehörige geschichte kenne ich leider nicht... hoffe jemand hier vom forum wird die erzählen können ;)
nebenbei: mein 12 jahre alter 164 hat leider noch ein paar roststellen, die sind auch in der kaufberatung beschrieben... also ganz ohne rost ist wohl erst knapp 10 jahre...
gruss
michel, gespannt auf weitere geschichtsstunden ;D
@guggi
das liegt an der arroganz und geschmacklosigkeit vieler deutscher autofahrer und medien, die meinem autos können nur aus wolfsburg kommen. Jeder den ich kenn sagt "Man dein Alfa ist ein tolles Auto..." aber jeder würde sich doch lieber ein A3 oder so kaufen, weil der subjektive Qualitätseindruck von VAG besser ist, da er mehr wie ein Panzerschrank aussieht und Audi draufsteht.
Cruise,
JTD
wir teilen uns also durchaus die Meinung, das auch andere Marken dazumals Rostanfällig waren ? Nun kommen wir zum nächsten Punkt...Motor....auch wird immer wieder erwähnt:"hmm hast du schon mal nen Alfa mit 200'000Km gesehen ?" hahahah. Das ist der lustigste witz den man zu hören bekommt oder den ich immer zu hören bekommen muss ! Sind nun die alfamotor nicht genauso gut wie VW oder andere ? Ich muss zugeben seit Fiat die hände im spiel hat , sind die motoren schon sehr anfällig. Von daher finde ich den 156er gar kein gelungens Auto. Ausser dem GTA würde ich jetzt keinen kaufen. Aber reden wir von den richtigen alfa motoren. Wie ist das Image das zu verstehen ?
Wie sind die Verhältnisse heute bei den Karosserien ? Sind nicht bald alle etwa gleich aufgebaut und somit fast nicht mehr Rostanfällig oder gibt es doch noch gravierende Unterschiede ? nehmen wir man nen A3 und nen 156er im vergleich ?
... !hello!
Ich glaub´auch, daß es dieser unselige Staatskonzern-Alfasud war. Meine Mutter hat sich 1978 nen´Golf I GTI gekauft. Ein Jahr später durfte ich das Teil durch den Main-Tauber-Kreis jagen:) Der Wagen ging tierisch, trotz Viergang, aber 900kg und 110 PS sprachen eine eigene Sprache. Ebenso tierisch dünn waren die Bleche, hab´sie auch oft genug poliert:) Sie hat den Wagen dann 1982 verkauft. Er hat auch gerostet, aber nur an der Heckklappe. Die tragenden Teile und das Fahrwerk waren jedoch tadellos. Paralell dazu hatte der Vater eines Freundes von mir einen Alfasud. Der Wagen hat wirklich nur gerostet und dem Mann eigentlich nur Geld gekostet, obwohl er damals schon vom Design her im Straßenverkehr ein Eye-Catcher war. Alfa-Romeo hat in der Tat mit diesem Wagen auf lange Jahre seinen Ruf ruiniert.
alfistagj
15.04.2002, 00:49
Wie auch hier geschrieben fing alles mit dem Alfasud an.
Als "Arbeitslager" in Sud Italien gegründet, wurde nicht nur schlechtes Blech eingekauft, sondern auch die Arbeitsmoral war mies.
Viel streiks, viele Blecheteile und Arbeitsdurchgänge wurde deswegen nur Halbe gemacht. Ausserdem viel konkurrenz, also wurde gesparrt, gesparrt, gesparrt.
Rost war kein Alfa privileg, aber Alfa war schon der Rostmeister!!
Habe selber mit Alfasud's (z.B. 2x der Tank unterwegs wegen Rost verloren!) und Guillietta's vieles mitgemacht.
"Meister" war ein neugekauften Guillietta 1.8 der nach 3½ Jahre so von Rost angegriffen war das der Vorderradaufhängung auf die Strasse liegen blieb. Damals wurde ich von Alfa finanziel (sehr) stark entgegengekommen; ich sollte nur nicht darüber reden und wieder ein neuer Alfa kaufen!
So ein "Image" baut man in 2, 3 Jahre auf.
Das danach die 33 u. 75 schon sehr viel besser war und mit dem 145/146/155 alles wirklich gut im Griff war (Rostmässig) ist inzwischen klar.
Mit dem 156 ist jetzt die Gesammtqualität inzwischen auch prima.
Jetzt kommen die "neuen" Alfa's so langsam auch in den Statistiken klar als "gut" oder noch besser raus; nur die Zeit wird Alfa wirklich und definitiv weg bringen vom "Rost-image"
Oliviero
15.04.2002, 07:59
Na, man kann aber dem Alfasud nicht alleine den Rostruf Alfas in die Schuhe schieben, da waren alle beteiligt. Ich habe genug Alfetten (Jahrgänge 75-80 waren schlimm) als 7jährige Autos irreparabel am Schrott gesehen, und die Berlinas waren fast noch ärger...es war ein generelles Problem der neu aufgekommenen Recyclingbleche (so ab 1973), das hatten alle mehr oder weniger. Aber die Spezialprobleme der britischen und italienischen Gewerkschaften sind Sonderfälle. Ich las mal einen älteren italienischen Bericht über die Alfaqualitätsprobleme, da stand wörtlich, daß aus Kapazitätsgründen die fertigen Rohkarosserien im Freien zwischengelagert wurden,dann wurde wiedermal gestreikt, dann regnete es auch noch, dann wurden die Autos wieder reingeholt, lackiert, komplettiert (oder auch zusammengeschustert). Die italienische Arbeitnehmermentalität zu dieser Zeit war so kontraproduktiv, daß sich die Leute im Bewußstein ihrer starken Gewerkschaft wenig im Norden und nichts im Süden pfiffen. Außerdem waren die Autos gegen Ende der 70er Anfang der 80iger alte Konstruktionen, sodaß auch viele die Qualitätsprobleme nicht wegen überragender Technik und Ästhetik "übersahen". Warum es trotzdem noch so viele alte Alfas gibt? Wegen der Pflege, die ihnen oft zuteilgeworden war. Deswegen gibt es viele Bertone oder Spider. Aber keine Alfetta Limousinen mehr....und das Problem in Deutschland (und auch ein bissl bei uns in Österreich) war immer, daß ein starker Heimmarkt mit Herstellern das natürlich ausnutzt und auch die Medien Heimmarken eher bevorzugen, und die germanische Metalität halt mehr Wert legt auf tadellose Spaltmaße denn Grandezza und Auspuffklang. Ist der Ruf erst ruiniert, lebst sichs ungeniert...das stimmt leider nicht bei Autos...
Ciaoliviero
es lag definitiv am Sud.
Speziell für dieses Modell wurde Blech aus dem Ostblock geordert. Es war drittklassiges Billig-Recyclingblech mit irgendwelcher ungünstiger Beschaffenheit (Chem. Zusammensetztung).
Zudem standen die Rohkarossen nach dem Zusammensetzten tagelang schutzlos (ohne Grundierung) im Freien; bis zur Weitermontage.
Daher...
Hallo Alfisti,
ich bin auch der Meinung, dass der Sud für den ruinierten Ruf unserer Marke verantwortlich war. Die anderen in dieser Zeit produzierten Modelle waren ebenfalls extrem vom Rostteufel befallen. Der Spruch: "Die rosten schon im Prospekt" hat sich teilweise bis heute gehalten. Die Produktion des Alfasud sollte eigentlich der Aufbruch in eine neue Ära werden, aber das Gegenteil ist damals eingetreten. In den 80er Jahren versuchte Alfa Romeo mit aufwendigen Anzeigenkampagnen, die für ihre Fotos viele Werbepreise gewannen, diesen Ruf wieder los zu werden. Aber wir wissen selber wie lange es gedauert hat, bis diese Sünden vergessen waren.
Als der Alfasud auf den Markt kam, hatte meine damalig Nachhilfelehrerin eines der ersten Modelle in blau. Bei meinen wöchentlichen Besuchen konnte ich damals den Verfall des Autos quasi mitbeobachten. Es war keine Garage vorhanden, was sicher den Rostbefall beschleunigt hat. Soweit ich weiss, hat dieser Sud nur einmal den TÜV-Segen bei der Erstanmeldung erhalten. Zu einem zweiten TÜV-Siegel ist es nie gekommen. Am Ende fielen fast Heck-und Windschutzscheibe in den Innenraum, weil die Fassungen völlig weggerostet waren.
Die letzten Serien des Sud, der TI zum Beispiel, waren wieder viel besser. Von der Motorleistung und Performance konnten frustrierte GTI-Fahrer nur träumen. Aber ist der Ruf einmal ruiniert...
Heute sind die Alfasud der ersten Serie natürlich sehr sehr selten geworden und echte Raritäten. Ich habe letzten Sommer noch einen der wenigen, die noch existieren in Originalzustand in Eupen (B) gesehen. Noch eine kleine Erinnerung zum Schluss. Der damalige Alfahändler in Aachen verkaufte nicht nur Alfas, er betreute einige Cup-Sud, die im Markenpokal eingesetzt wurden. Wenn ich mit meinem Vater dort vorbei kam, hat er mich auf die Schulter genommen und ich konnte über das Firmentor die Cup-Fahrzeuge bewundern. Die damaligen Mitarbeiter der Werkstatt und der Tuningabteilung sind heute die absoluten Gurus für alle historischen Alfas. Vielleicht hat einer von Euch auch noch Erinnerungen an den Sud - würde mich sehr interessieren.
Ciao Carlo
Visconti
15.04.2002, 11:59
Original geschrieben von Guggi
"hmm hast du schon mal nen Alfa mit 200'000Km gesehen ?"
Jepp, und dann wird als germanisches Bollwerk solider Dauerhaltbarkeit ein W124er Taxi angeführt, welches "problemlos" schon weit mehr als 400.000 km gelaufen sei... Jaja, immer das gleiche mit den Herren "Fachleuten"! Dass so ein Mercedes nahezu einen Bruchteil der Kaltstarts hat, die ein normaler Pkw zu absolvieren hat, wird dann immer vergessen...
Aber woran lag es denn, dass die meisten Giulias, Giuliettas oder diversen Sprints seltener die 200.000 km-Grenze zu sehen bekamen? Vielleicht an den Hobby-Rennfahrern, die das vorhandene Potential bis zum letzten ausreizten? Vielleicht an den Eignern, denen nicht selten das Geld für die nötige Wartung ausging? Oder vielleicht doch an allem zusammen??
Ich bin relativ fest davon überzeugt, dass das Gros der gebrauchten Alfas geprügelt wurde bis zum gehtnichtmehr. Und sowas hinterlässt Spuren.
Übrigens: Weitaus seltener in der deutschen "Fach"presse zu lesen aber dennoch vergleichbar: Die "Neue Klasse" von BMW hielt auch selten länger!
Hi Alfisti,
nicht nur der Sud war so übel. In den 70igern wurde Ostblockblech mit hohem Altmetallanteil verbaut. Das betraf nicht nur den Sud, sondern auch die 105er Familie. Fälle von rausfallenden Frontscheiben sind keine Mär, sondern wirklich passiert. Nur war die Fertigungsqualität in Milano einfachbesser als in Neapel.
Diese Rostflüche betrafen aber nicht nur Alfa. Wer von Euch hat in letzter Zeit einen 74/75 Golf gesehen ??? Genau, wahrscheinlich keiner. Die Gölfe der 1 Serie waren mit dem gleichen miesen Blech gesegnet. Ein Bekannter hatte einen der ersten Gölf und mußte diesen nach 2 Jahren in die Presse fahren, weil er unrettbar verfault war. Und das war nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Der Unterschied zu Alfa war aber, daß man außerhalb von Italien schneller gelehrnt hat und schnell Blech und Rostschutz verbessert hat. Bei Alfa kam man genau genommen erst mitte der 80iger langsam auf den Trichter, daß etwas mehr Wachs Wunder wirken kann.
Also haben sich unsere Freunde in Italien ihren Rost-Ruf lange und mühsam erarbeitet.
Ciao
Rainer
Stefan O.
15.04.2002, 13:11
Ciao Alfisti,
so, jetzt bin ich mal dran: Ich hatte vor Urzeiten mal nen Arna, der wie jeder weiss, auch in Alfasud zusammengeschraubt wurde. Nach langem suchen hab ich ein kleines Rostpickelchen unter den hinteren Scheibengummis gefunden, na toll.
Ich kenne natuerlich auch anders aussehende Alfas.
Im Alfaclub gibts jemand, der hatte mal ein Montreal, schon Anfang der 80er Jahre ist der ihm unterm Arsch weggerostet.
Ein Kumpel von mir hat ne Alfetta GTV. Der war nur so zusammengeschweisst. Aber immerhin ist die Kiste schlappe 24 Jahre alt und gehoert mit knappen 200.000km auf der Uhr zu den ehr selten bewegten Exemplaren.
Und nun zu Audi & Co.: Mein Vater hat sich 1974 einen Audi 80 gekauft. 10 Jahre spaeter konnte er die gesamte Fahrertuer auswechseln lassen, da die ganze Karre mit brauner Akne ueberzogen war. Unten rum sahs vermutlich nicht besser aus.
Erst mit der Einfuehung der Vollverzinkung, die wie jeder weis, bereits 1987 auch im Fiat-Konzern Einzug erhielt, war es bei den meisten Autos vorbei mit der braunen Pest. Mein 164er aus 1993 hat keine einzige Rostblase.
Der einzige Nachteil bei den neuen Alfas ist der, dass aufgrund ihrer Zuverlaessigkeit und der nachwievor einmaligen Optik schon jeder Ex-VW-Fahrer ploetzlich im Alfa sitzt. Gegruesst wird ja bekanntlich schon lange nicht mehr.
alfistische Gruesse
Stefan
JanHennig
15.04.2002, 13:26
Original geschrieben von Stefan O.
Der einzige Nachteil bei den neuen Alfas ist der, dass aufgrund ihrer Zuverlaessigkeit und der nachwievor einmaligen Optik schon jeder Ex-VW-Fahrer ploetzlich im Alfa sitzt.
Also ob man als Ex-Arna-Fahrer in der Position ist auf Ex-VW-Fahrer herabzublicken ist zumindest diskusionswürdig, lieber Stefan.
Grüße von einem Ex-VW-Opel-BMW-Audi-Honda-Citroen-Peugeot-Toyota-Mercedes-Fahrer
Nur zur Info..Die Arnakarosse wurde nicht bei Alfa gefertigt, sonden bei Nissan. Alfa hat nur den Boxer verbaut und die zweifelhafte Innenausstattung leicht modifiziert.
Ciao
Rainer
Stefan O.
15.04.2002, 15:50
Ciao Feunde des Wolfsburger Automobilbaus :D
lieber 80% Alfa, als 100% VW!
Is nur meine Meinung und das mit den Ex-VW-Fahrern sollte eigentlich nur so ne - nicht ganz ernst zu nehmende - Randbemerkung sein, obwohl ich es tatsaechlich schade finde, dass die jahrzehnte alte Tradition vom Gruessen !hello! anscheinend keiner mehr kennt.
Ich dachte auch, der Sinn dieses Threds laege primaer im Rostproblem aelterer Alfa-Modelle. In einem Alfa-Forum halte ich darueberhinaus eine Markendiskussion !streit2! fuer ueberfluessig.
viele Gruesse
Stefan
Original geschrieben von Stefan O.
[
Erst mit der Einfuehung der Vollverzinkung, die wie jeder weis, bereits 1987 auch im Fiat-Konzern Einzug erhielt, war es bei den meisten Autos vorbei mit der braunen Pest. Mein 164er aus 1993 hat keine einzige Rostblase.
]
Die Vollverzinkung erfolgte beim 164 erst ab Jahrgang 1991, die ersten Serien waren (noch)teilverzinkt, was ihrer Rostresistenz aber kaum einen Abbruch tat:) Da ist der liderliche Umgang vieler
Möchtegern-Alfisti mit den Autos schon eher ein Problem, denn die schönen Fahrzeuge wurden teilweise in 4./5.Hand so "heruntergewirtschaftet" und nach Unfällen not-instandgesetzt, dass es manchmal ein Grauen ist:,( :-* Zum historischen Rost-Problem ist ja schon alles gesagt worden, aber nichts hält sich ja bekanntermassen länger als ein(ehemals berechtigtes) Vorurteil....
Gruss
Peter
Nein, nicht der Sud alleine ist Schuld - eine Alfetta war auch nicht wirklich besser!!! Nur äußerten sich die Durchrostungen in einem Sud durch den schlichten Zusammenbruch (im wahrsten Sinne des Wortes) des Autos, während man mit einer in diesem Maße durchgerosteten Alfetta noch fahren konnte (Karosseriestabilität!). Desweiteren fehlte der Alfetta ein wesentliches Bestandteil um den durchgerosteten Wagen zusammenbrechen zu lassen - nämlich die Federdome! Die meisten Sud, die ich kannte sind nur auf den Schrott gewandert, weil mal irgendwann die Federbeine unter der Motorhaube aufgeschlagen sind...
Jedoch waren SÄMTLICHE Autos dieser Zeit auch nicht besser - es wurde halt nur nicht so ein Wirbel darum gemacht. Ob nun Sud, Alfetta, 02er BMW, Golf/Polo, v.a. Audi 80/100 etc (die waren Rekordroster) und auch entsprechende französische Derivate rosteten im Zeitraffertempo!!!
Die Geschichte, dass Suds schon im Verkaufsraum rosteten, ist übrigens kein Witz!!! Diese besagte "weiße Serie" (das waren teileweise die Karossen, die unlackiert im Regen standen), hatten tatsächlich schon die ersten rostbläßchen, als die vom Hänger abgeladen wurden.
Der Imagekiller war aber nicht der Rost alleine. Ich denke mal die miese Verarbeitung hat einen Großteil dazu beigetragen. Ich habe mal mit einem Alfamech gesprochen, der mitte der 70er bei einem AR-Händler war. Einen fabrikneuen Sud, an dem man nichts nacharbeiten mußte, gabs einfach nicht! Das fing bei nicht funktionierenden Elektrikteilen an, ging über schlecht passende Anbauteile und Rost hin zu Getriebeöl, was im Werk nicht eingefüllt wurde, oder Kurbelwellenlager, die vergessen wurden einzubauen!!! Das und diese Rostanfälligkeit killten den Ruf nachhaltig!!!
Jedoch ist es so, dass sich zwischen den ersten Baujahren des Sud und den letzten TI von 1982/1983 schwer was getan hat!!! Spätestens mit Einführung der großen Heckklappe am Sud war der Korrosionsschutz so gut, dass er mit Konkurrenzprodukten aus WOB, K oder Rüsselsheim mithalten konnte, wenn nicht sogar besser war!!! Und wenn der damalige Erstbesitzer vielleicht auf Nebelscheinwerfer verzichtet hat und die 150DM in eine Hohlraumkonservierung gesteckt hat, dann kann nichts mehr schief gehen!!!
In einer AMS von anfang der 70er Jahre wurde mal der AR-Chef zum Werk Sud bei Neapel befragt, Zitat von ihm: "wir bauten eine Fabrik auf der grünen Wiese und machten 20.000 Bauern zu Autoherstellern" - die hatten da aber keinen Bock drauf! Gerade bei Alfasud in Neapel war die Autoherstellung mehr wir überall anders eine Lustfrage! Wenn Toni schlechten Sex die nacht hatte, wurden halt an eine stelle ziemlich Lustlos 3 Schweißpunkte gesetzt - wenn ihn seine Alte so richtig hat rangelassen, waren es am nächsten Morgen an der selben Stelle 15 Punkte!!!
Maik
Klostergeist
15.04.2002, 16:54
das Rostimage war leider kein Vorurteil
es wird ja immer gesagt, die sog. „richtigen" Alfas bis 1987 hätten mehr „Charakter", allerdings ist bzw. war die Rostanfälligkeit damals eine der herrausragensten Charaktereigenschaften dieser Marke. Bei den Alfa, die ich bisher besessen hab, (Sud, 116er) war Rost immer ein bzw. DAS Thema, bei Autos anderer Marken so gut wie nie. z.B. Saab 900, Bj.80: nicht die kleinste Rostblase nach 200.000 Km auf dem Tacho. Bei meiner ersten (gebrauchten) Alfetta Bj.79. konnte man nicht mal mehr den Wagenheber ansetzten. beim Sud ebenso, der Motor hätte wahrscheinlich 2 Karossen überlebt. Mein GTV Bj.85 wär eigentlich ein Fall für die Schrottpresse gewesen, mit nur 120000 KM auf der Uhr. Bei Fiat, Lancia und auch anderen war es allerdings auch nicht viel besser. Angeblich gab es je nach Blechqualität Schwankungen von Jahr zu Jahr. Einige Jahrgänge waren wirklich reine Schönwetterautos.
Was den Arna betrifft: villeicht war es doch eines der wenigen Vorteile, daß die Karosse bei Nissan gefertigt wurde. villeicht hätte man die Idee weiter ausbauen sollen, allerdings mit eigenen Entwürfen...?
CU, Klostergeist
Hallo
Beim lesen diese Beiträge kommen mir unweigerlich alte Erinnerungen wieder hoch.
Mein erster Alfasud Ti von 1975 brauchte schon 1978 neue Kottflügel. Mit 5 Jahren war er reif für die Schrottpresse.
Nur damals wollte eigentlich Autos mit über 80000 km kaum einer mehr haben. Ein Auto über 4 Jahre war schon eine alte Kiste.
Etwa 1974 wollte ein Kumpel für seine Berline 1750, Bj 69 irgend ein Ersatzteil bei der Alfavertretung kaufen, hatten sie aber grad nicht am Lager und musste bestellt werden.
Komentar: Wollen Sie diese alte Kiste wirklich noch reparieren?
So war der Rost eigentlich nur ein Zeichen eines alten Autos und die Käufer haben sich das meistens damals gefallen lassen.
Es gab Leute die haben sich daher jedes Jahr ein neues Auto gekauft, somit konnte die Garantie nicht ablaufen.
So auch der erste Besitzer meiner Alfetta GTV 1979. Er hat einige Monate nach Ablieferung schon den Neuen für das nächste Jahr bestellt. So bin ich nach 10 Monaten zu meinem damaligen Traumwagen, einer fast neuen Alfetta GTV in meiner Wunschfarbe blau met. gekommen.
Das Auto ist heute nach fast 23 Jahren immer noch in meinem Besitz, war immer angemeldet, hat 170000 km auf der Uhr und ist nicht den Rosttot gestorben. Allerdings bin ich ab 1983 nicht mehr im Winter gefahren.:-]
Gruss
Mariani
http://www.alfaclub.ch
...aber erst noch nen tollen Spruch den ich mal gehört habe:" Beim Sud rosten sogar die Heftklammern im Prospekt!" :) haha Spitzenwitz!!
Aber nur zur Situation der jüngeren Generation (zu der ich mich zähle): Hier ist von Rost bei Alfas überhaupt keine Rede! Höchstens noch von Qualtitätsmängeln bei ALLEN italienischen Fahrzeugen!
Alfa geniesst bei den nicht all zu sehr autobegeisterten Leuten einen erstaunlich guten Ruf! So musste ich, in Papies Alfa unterwegs, als ich einen Ex-Ausbildungskameraden vor der Disco traf unbedingt die Haube öffnen, weil er doch mal nen Alfamotor sehen wollte! :) Dummerweise wars nur nen 16V TS dessen aussehen nicht sonderlich aufregend ist. Da war er auch echt enttäuscht und er konnte auch gar nicht glauben das der NUR 4 Zylinder hat!
Bei denen jungen 20ern geniesst Alfa irgendwie so ein unantastbares und scheineteures Rennautoflair!
Das ist echt schöööööööööööön!
Original geschrieben von Stefan O.
Ciao Alfisti,
Der einzige Nachteil bei den neuen Alfas ist der, dass aufgrund ihrer Zuverlaessigkeit und der nachwievor einmaligen Optik schon jeder Ex-VW-Fahrer ploetzlich im Alfa sitzt. Gegruesst wird ja bekanntlich schon lange nicht mehr.
alfistische Gruesse
Stefan
naja, immerhin habe ich als Ex-VW-Fahrer die Alfa-Romeo-Flagge aus dem Shop auf meinem Balkon gehißt. Damit grüße ich alle vorbeifahrenden und irgenwie wird seitdem etwas langsamer vorbeigerauscht he,he.
alfista33
15.04.2002, 22:42
also,
meiner Meinung nach stimmt das oben genannte schon, die Modelle zumindest bis vor dem 33er waren schlecht geschützt, der 33er in Maßen, meinen EX-33er SW von 1990 musste ich auch nach dem Kauf teilrestaurieren lassen, muss wohl daran gelegen haben, dass das Auto aus Südbayern kam.
Allerdings ist die Karosseriequalität des deutschen Fahrzeuge aus der Zeit auch nicht besser, ich hatte 3 Audi 80 aus den Baujahren 1980 bis 1982, ich weiss, wovon ich spreche.
Der schlechte Zustand vieler älterer Alfa hängt aber auch ganz entscheident mit der oft lächerlichen Pflege zusammen. Das fängt bei nicht gemachten Inspektionen an, geht über einen materialmordenden Fahrstil und hört bei scheinbar nie getätigter Karosseriepflege auf. So ist es doch kein Wunder, dass die ohnehin anfälligeren Bleche vor sich hin rosten.
Original geschrieben von alfista33
Allerdings ist die Karosseriequalität des deutschen Fahrzeuge aus der Zeit auch nicht besser, ich hatte 3 Audi 80 aus den Baujahren 1980 bis 1982, ich weiss, wovon ich spreche.
Habe da eine Reihe von Testberichten diverser Alfasud Modelle, die meisten aus der ersten Hälfte der 80er. Damals war der Sud schon ca. 10 Jahre auf dem Markt.
Und ich sage euch:
In keinem einzigen Test wird die Korrosionsanfälligkeit auch nur erwähnt ! Und das liegt nicht daran, daß es sich um Lobhudeleien handelte - kritisiert hat man aber eher die nachlässige Verarbeitung.
Der Rost war allgemein akzeptiert und allgegenwärtig...
Der schlechte Zustand vieler älterer Alfa hängt aber auch ganz entscheident mit der oft lächerlichen Pflege zusammen. Das fängt bei nicht gemachten Inspektionen an, geht über einen materialmordenden Fahrstil und hört bei scheinbar nie getätigter Karosseriepflege auf. So ist es doch kein Wunder, dass die ohnehin anfälligeren Bleche vor sich hin rosten.
So sehe ich das auch ! "Wo gehobelt wird, fallen Späne" - sportlicher Einsatz & nachlässige Wartung haben halt ihren Tribut gefordert. Letzteres war aber angeblich Grund, den Sud zu entwickeln - im Gegensatz zu den (rennsportmäßigen) Leichtmetallmotoren der üblichen Modellpalette, waren die Grauguss-Boxer sehr robust und verlangten nicht alle 5.000km einen Ölwechsel mit etlichen Litern. Aber wenn die Karrosse nicht mehr willig war, half auch ein robuster Motor nichts mehr 8-(
Ciao,
Max
Als ich mir meinen Alfa bestellt hatte, sagt mein Arbeitskollege nur, bist Du denn wahnsinnig "Alfas rosten doch schon im Prospekt".
Er fährt einen SLK.
Meine Frau hielt mich für verrückt, sie sagte nur "Italienische Bastelkiste". Sie fährt einen Golf IV TDI.
Soweit die aufmunteren Worte, die waren aber nur die Spitze des Eisbergs. Eigentlich überwiegend nur Ablehnung und Unverständnis!!:-*
So weit so gut!
Ich hatte übrigens vorher (ja es ist wahr) einen VW Golf II GTI, einen VW Golf III GTI sowie zwischendurch einen Honda CRX vtec.
Rost hatte ich bei keinem, nur mein erstes Auto (VW Polo 76 Baujahr) hatte alles an Bleche neu bekommen was geht!
Auch ich habe mich früher schon für Alfa interressiert (alfa 33, spider). Den 33 hab ich damals nicht gekauft, weil dort saß ich wie ein Frosch!!!
Der Spider (damals als Jahreswagen Bj.92) fand ich nur super genial, hab mich dann aber doch für den crx entschieden, weil das Ding einfach tierisch gut ging und er sah auch noch gut aus.
Also, auch ich hatte immer das Thema Qualität, Rost etc. im Kopf! Das Interesse am Kauf Alfa (mein Traum war es immer) kam erst wieder mit dem 156.
Und auch die Qualitäts-Erfahrungen mit dem 147 zeigen, Alfa braucht sich nicht mehr zu verstecken.
Der Golf meiner Frau ist auch nicht besser verarbeitet, er hat sogar immer noch die gleichen Macken wie meine (Golf II und III).
- Elektrik spinnt
- Leuchten sind ständig kaputt
- Knarzgeräusche Türen
Das Problem mit Alfa ist, sie werben in der Öffentlichkeit zu wenig und zudem sehen die meisten Werkstätten/Verkaufsräume nicht wirklich toll aus. Bei BMW/Mercedes/Audi sieht es einfach besser aus. Des weiteren geben sich auch die deutschen Zeitschriften (insbesondere ams) alle Mühe, Alfas schlecht zu machen.
Beim letzten Test in ams (147-stilo) schrieben, daß man im Alfa beim Fahren mit den Füßen im Teppich hängen bleibt, die Klimaautomatik total unverständlich ist und und und....
Fazit: Ein Image aufzubauen kostet Jahre, es kaputt zu machen geht ruckzuck!
Vor ein paar Tagen begutachtete mein Nachbar mal meinen Sportwagon. Ich war ja schon gespannt, was für Kommentare nun kommen würden. Er fuhr früher VW und aktuell einen Opel, und hat zu Alfa überhaupt keinen Bezug.
Nachdem ihm die "tolle Linie" aufgefallen war und er den Motor bestaunt hatte, kam als Nächstes natürlich die Frage, wie es denn mit dem Rost aussehen würde und ob das Auto schon zuverlässig sei. Daraufhin konnte ich es mir nicht verkneifen, ihn ein wenig aufzuklären.
Bei manchen Leuten hat sich das Rost-Image also bis heute erhalten, aber sobald sich jemand nur ansatzweise mit Alfa (Fiat/Lancia) beschäftigt, bemerkt er schnell, wie falsch seine Vorurteile sind.
TSM156
Ich musste mir die letzten 4 Jahre schlechte Fiat Witze von meinem Vater anhören ( Passat Fahrer ) - seit seine Heckklappe durchgerostet ist ( der Passat ist 3 Jahre jünger als mein Fiat ) wird er immer ruhiger.
Seit seine Karre dann im Urlaub den Geist aufgegeben hat und in die Werkstatt musste hab ich keine Witze über italienische Autos mehr gehört.
Tja,. und jetzt wo der 146 vor der Tür steht schaut er immer so sehnsüchtig wenn er dran vorbeiläuft :)
Ich hab mit dem Rost Image kein Problem,. die Ignoranten die glauben das die Alfas rosten kaufen keinen daher gibts sehr wenige - das macht ihn irgendwie exotischer finde ich ;)
cu, Sebastian
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