PDA

Vollständige Version anzeigen : Das größe Händlersterben


Heiti
08.04.2002, 22:33
Hallo Leute,

ich muß mal was loswerden !!

Natürlich wollen wir hier im Forum nicht Partei für irgendwelche Händler o.a. ergreifen...

Trotzdem muß ich traurig feststellen, dass mein Alfa Händler nach 77 (!) Jahren Konkurs anmelden mußte.

Es ist schade, dass gerade die kleineren Händler auf dem Lande immer mehr verschwinden. Stattdessen werden wir gezwungen, die großen Platzhirsche zu wählen bei denen ich bisher immer die Erfahrung machen mußte, dass dort ziemlich lustlos geschraubt wird.

Zwar kenne ich auch einen "freien" Schrauber, einen richtigen Fan; aber wenn meine Bella elektronische Zicken macht (und wenn's nur die Airbaglampe ist), kann der mir nicht helfen, weil er sich die Software nicht leisten kann.


Es ist zum Heulen !!


Ciao
Heiti:-{

André
08.04.2002, 23:24
tja, rate mal wer daran schuld ist!!!???

das sind wir lieben verbraucher die lieber ihr auto ein paar euros günstiger kaufen als dort wo es den besseren service gibt! und nachher ist das gejammere gross...

das betrifft übrigens alle bereiche, nicht nur die der autobranche...

gruss
andré
*der keine EG alfas kauft und auch nicht unbedingt zum billigsten angebot greift...*

Heiti
09.04.2002, 06:01
Kann ich Dir nur zustimmen.

War auch der Grund, warum ich da gekauft habe - immer etwas teurer, aber top Service.

Ciao
Heiti

Mige
09.04.2002, 09:08
Hallihallo zusammen


In der Schweiz sieht es leider genauso aus :'(

Darum mein Leitsatz, Qualität über Quantität!

Tweety V6
09.04.2002, 09:26
Original geschrieben von André
tja, rate mal wer daran schuld ist!!!???

das sind wir lieben verbraucher die lieber ihr auto ein paar euros günstiger kaufen als dort wo es den besseren service gibt!

Hi Andre !

Ich teile deine meinung da aber nicht..... das ist vie zu einfach gesagt.

Frage dich mal warum ein Alfa-Händler nicht mit den Preisen mitgehen kann. Da ist doch wohl die Preispolitik des Fahrzeugherstellers schuld.

Ich weis von meinem (Holländischen) Alfa Händler das sein Einkaufspreis bei FIAT Holland (drastisch) erhöht wurde, der Listenpreis blieb aber gleich also hat er weniger Spielraum wen ein Kunde kommt und einen Rabatt haben möchte. Hat er anmerkungen über diese Politik, wird er "Boykottiert" er hat bis heute noch keinen Stilo vorführwagen bekommen (!!!!!!)

Ausserdem spielt die Steuerpolitik der einzelnen EG Mittgliedstaten eine wichtige Rolle. In Holland zum beispiel liegt der end-Preis eines neuen Fahrzeuges viel Höher als zB. in D weil wir noch eine Luxus-steuer haben (end-Preis= (Netto Preis + MwSt)+ Luxussteuer) Deswegen ist der Nettopreis in NL weniger als in D, also für Deutsche wird's interessant um einen Wagen aus Holland zu importieren. (5-10% Ersparniss, bei vergleichbarer Austattung)

Da wird aber schon (aus der EG) dran gearbeitet, nur (und da haben die Autohersteller gut gelobbyt) es werden die niedrigen Nettopreise angehoben auf das niveau der Länder wo die Nettopreise am höchsten sind.

Das heisst für mich zum Beispiel das, sollte ich mir einen neuen Spider V6 kaufen wollen, dieser richtung DM 130.000 gehen wird.
(Jetziger Listenpreis: EUR 57.000,-)

Also, es sind (meiner Meinung nach) nicht die Verbraucher sondern die Automobilkonzerne und die EG-Politik dran schuld.

carnifex
11.04.2002, 07:37
Guten Morgen Heiti!

Da du als Wohnort Dortmund angegeben hast, kann ich dir auch die Werkstatt von Hannes empfehlen. Der hat vor zwei Wochen einen nagelneuen KTS 500 Tester von Bosch bekommen mit dem er dir auch bei allen deinen Elektrikproblemen helfen kann.

Du findest ihn in DO-Wickede unter:

H.G. Werner
Wickeder Strasse 34
44319 Dortmund
Tel.: 0231 21 13 24
oder
http://www.kfz-werner.de/

Auch sonst ist Hannes ein sehr kompetenter Mechaniker und ehrlicher Kerl! Der kümmert sich seit Jahren um alle Fabrikate ( ausser einen Citroen, denn hat er mir verboten zu kaufen...:) )die ich gefahren habe und ich kann nichts Negatives berichten.

Sonst gibt es nur noch Berke und die werden immer unverschämter!

Schöne Grüsse und vielleicht sieht man sich ja mal...

carnifex:-] :-]

André
11.04.2002, 09:20
Ich weis von meinem (Holländischen) Alfa Händler das sein Einkaufspreis bei FIAT Holland (drastisch) erhöht wurde, der Listenpreis blieb aber gleich also hat er weniger Spielraum wen ein Kunde kommt und einen Rabatt haben möchte. Hat er anmerkungen über diese Politik, wird er "Boykottiert" er hat bis heute noch keinen Stilo vorführwagen bekommen (!!!!!!)

da die erhöhung für alle händler gilt, ist das kein argument das überzeugen kann...


Ausserdem spielt die Steuerpolitik der einzelnen EG Mittgliedstaten eine wichtige Rolle....


natürlich ist das ein "problem" für die händler, nur kann ich deiner argumentation nicht folgen. die kernaussage war händler sterben! ich hatte dazu geschrieben das die (meisten) verbraucher zu den billigsten anbieter rennen und sich einen feuchten ... um die folgen scheren. europa wird weiter zusammenwachsen und die steuern werden langfristig angeglichen. das problem liegt an der europapolitik und weniger an den herstellern... die arbeiten natürlich mit mischkalkulationen. solange die deutschen die übliche luxus/neuwagen/oderwieauchimmer steuer nicht zahlen müssen wenn sie im "ausland" kaufen wird es diese problematik geben.
vielleicht solltest du dir mal gedanken machen wie du in deutschland deinen ersten wohnsitz durchbekommst :-) dann könntest du hier deinen neuen spider zulassen und sparst nicht nur beim kauf sondern vor allem bei den horrenden jahressteuern auf den wagen. ich weiss das dies nicht sooo einfach ist aber es gibt immer wege :) wenn du eine adresse brauchst kann ich dir gerne weiterhelfen :)


Also, es sind (meiner Meinung nach) nicht die Verbraucher sondern die Automobilkonzerne und die EG-Politik dran schuld.
ein grossteil liegt sicher in der politik, da stimme ich dir voll zu, aber es sind doch nicht "nur" die EG neuwagen die den händlern zusetzen!!!

viele grüsse
andré

Der Dude
11.04.2002, 12:44
Steuerpolitik hin, Konzernstrategien her : letztlich bestimmt der Markt das Handeln !

Daher stimme ich André zu. Ich kann nicht auf der einen Seite verlangen das mein Frühstücksei nur 10 Cent kostet und mich dann darüber mokieren das die Viecher in Batterien gehalten werden.

Gruss

Der Dude

Strolchi
11.04.2002, 13:12
Original geschrieben von André
tja, rate mal wer daran schuld ist!!!???

das sind wir lieben verbraucher die lieber ihr auto ein paar euros günstiger kaufen als dort wo es den besseren service gibt! und nachher ist das gejammere gross...

das betrifft übrigens alle bereiche, nicht nur die der autobranche...

gruss
andré
*der keine EG alfas kauft und auch nicht unbedingt zum billigsten angebot greift...*

:-]

Bin ebenfalls voll Deiner Meinung. Im Bereich FR gibt's auch einen größeren FIAT/ALFA-Händler und einen kleineren richtigen ALFA-Händler. Wo der Service um Welten besser ist und dessen Preise günstiger sind, dürfte klar sein !

EG-Fahrzeug < ---- > Kundendienst vor Ort, soll ich sowas gut finden ??? !sonicht!

Ciao
Strolchi !casper!

33-146
11.04.2002, 13:41
Hi,

Da verstehe ich jetzt aber bald gar nichts mehr ?!?

Der offizielle Autohändler, der vom Autoverkauf lebt, ist schon lange ausgestorben. Die Preislisten der Autohersteller nimmt doch wohl nicht irgendwo noch einer Ernst.
Die Händler leben schon lange nicht mehr vom eigenen Handeln, sondern vom Service danach. Das kann er mit EU-Wagen genau so gut wie mit selbst verkauften Wagen. Der Händler verkauft in erster Linie deswegen auch noch selber, weil er damit den Kunden an sich binden kann und über die Jahre weitaus mehr Geld an ihm verdient.
Von der tatsächlichen Händlermarge kann er mit etwas Glück seinem Verkäufer die Provision und die Ausstellungsraumheizung bezahlen.

Es mag zwar einige (große) Händler geben, die auch noch etwas am Verkauf verdienen, aber das liegt dann an den besonderen Einkaufskonditionen über die Menge.


Grütze
von
Thomi

André
11.04.2002, 14:40
@Thomi

kein geld verdienen ist relativ! natürlich verdient der händler daran, zu seinem leidwesen hat er aber nicht die margen wie sie z.b. in der textilbranche üblich sind.
er braucht aus betriebswirtschaftlicher sicht auch nicht solche margen weil er ein deutlich geringeres risiko eingeht. wenn ein fahrzeug kaputt geht hat nicht er das ersatzteil zu bezahlen sondern es zahlt der hersteller, genau wie die dafür anfallenden mechanikerstunden.

selbst wenn einem händler noch 5% bleiben ist es zwar wenig... aber immer noch geld.
mal eine ganz einfache und fiktive beispielrechnung:
8 neuwagen pro monat = 10.000 euro - das wären im verkauf 166 mechanikerstunden.
mit nebenkosten und allem zip und zap kostet der mechaniker vielleicht 25-30 euro. bei einem verkaufspreis von ~55 euro müssten anstelle der 8 neuwagen 330 mechanikerstunden verkauft werden. das entspricht einer arbeitsleistung von 2 mechnikern pro monat!!! wenn man jetzt rechnet das eine reparatur im schnitt vielleicht 2 Stunden dauert, müsste die werkstatt 160 wartungs bzw. reparaturfälle pro monat mehr machen! das wären eine menge kunden die sich der händler auch nicht aus den rippen schneiden könnte...

natürlich sind jetzt nicht die erträge der ersatzteile und vor allem des motoröls berücksichtigt, auch nicht das es wohl eine 100% auslastung gibt. die zahlen an den haaren herbeigezogen aber ich denke es veranschaulicht das allgemeine aussagen wie "die verdienen KEIN geld mit dem neuwagenverkauf" nicht stimmen...

gruss
andré

ulvi
11.04.2002, 20:25
Welcher ist denn der Händler, der im Raum Dortmund kaputt gegangen ist. Würd mich echt mal interessieren.
Gruß

ulli
11.04.2002, 20:54
@heiti: Ist ja schon bedauerlich, daß dein Lieblingshändler dichtgemacht hat - aber deswegen gleich das große Händlersterben ausrufen? Schön wäre es ja, denn manchem offiziellen Vertragsmurkser in meiner Nähe (4 Stück in 30km und näher) gönne ich dieses Schicksal sogar. Nicht jedem natürlich!

@André: Guter Beitrag! Selten wurde das mal so anschaulich und knapp auf den Punkt gebracht.

rgrdz, ulli.
http://www.fade.de/fapic/Quatt1/Quatt1.gif <--- ricambi originale

alfamania
11.04.2002, 23:24
Hi !!

Mich würde auch interessieren, von welchem Händler im Raum Dortmund ihr sprecht. In Dortmund selber kenn ich nur DEN einen und der nächste in der Umgebung, wäre jener in Kamen, dem leider die Lichter ausgegangen sind.
Die Umgangsformen in der Automobilindustrie werden generell immer härter. Ich kenne da z.B. Fälle bei Saab. Irgendwann wird es wohl darauf hinaus laufen, dass ein Hersteller nur noch mit wenigen, finaziell starken Händlern und eigenen Niederlassungen operiert. Ein perfektes Mittel um Preise festlegen zu können...

Gruß
alfamania !007!

Alfatech
12.04.2002, 00:19
Hallo Alfisti,

was mein Vorredner gesagt hat stimmt. Mit "Sterben" hat das eigentlich weniger zu tun. Vielmehr ist es der Wunsch vieler Hersteller Ihr Händlernetz auszudünnen. Damit macht man die noch verbliebenen Markenhändler zu einer Art Exclusivpartner für die Stadt, evtl. der Region. Ziel ist es die Preise hoch zu halten. Wettbewerb unter den Händlern drückt die Preise.

Bald werden sich noch weitere Veränderungen ergeben:
Durch EU - Ziele wird diese Situation in den nächsten Jahren noch verschärft. Händler können dann mehrere Marken vertreten und Fahrzeuge können auch bald von nicht Markengebundenen Händlern vertrieben werden. So der Wille der EU - Kommissare.

Dann wird auch mancher "freie" Händler und Werkstattbetreiber den Wettbewerb zusätzlich anheizen. Die Risiken der zukünftigen Entwicklung trägt oft der Markenhändler der wie die Audi- und VW- Partner zum Beispiel die hohen Kosten für die letzten Umbaumaßnahmen an der Verkaufsfläche und Außengestaltung nicht durch Verkäufe bezahlt bekommt.

Schlecht sieht es dann aus wenn sich Alternativen z.B. von Alfa-Vertragspartnern nicht in der Nähe befinden.

Grundsätzlich sind doch niedrige Kosten des Fahrzeugs für die Hersteller etwas erfreuliches wenn das auch noch an die Kunden weitergegeben wird dann umso mehr!

Bis bald

AlfaTech

P.S. Bei dem Aufschwung der Marke Alfa Romeo wundert es mich ehrlich wenn gerade jetzt ein Händler dicht macht - Schade eigentlich.

toddy
12.04.2002, 00:47
:-] HI LEUTE!
Ich hab mein Baby auch bei einem (damals) Alfa Händler gekauft.
Anschließend hat mich ALFA alle 4 Wochen angerufen und ausgefragt . Eigentlich war ich zufrieden aber Händler (kleiner) wurde Vertrag entzogen = Pleite . Egebnis - ich machs selber, wenn E-Problem auftauchen sollte muss ich 60km fahren und man kommt sich vor wie ein bittsteller - der kontakt zum Meister ist nicht gegeben und man versucht einem jungen Mädchen zu erklären was seiner Bella fehlt. Einen Trost habe ich- vor 26 Jahren hab ich mal Schlosser gelernt und muss nur zur Ersatzteilbeschaffung (mangelhaft bei ALFA ) oder wenn ich nicht weiterweis zur Werkstatt.
Vor paar Jahren war das beqemer, Winterreifen wurden umsonst eingelagert - man kam 2X im Jahr zur Werkstatt hat dann auch Ölwechsel und Kleinigkeiten mitmachen lassen, heute montiere ich wieder selbst ,mache Ölwechsel und ärgere mich mit der Instrumentenbeleuchtung rum - die natürlich nur komplett lieferbar ist (der Lagerist der Werkstatt hat mich einblick nehmen lassen in Werkstatt CD ) er wollte mir wohl beweisen "ich kann nichts dafür " ich gebe ihm Recht.
Bedauern tu ich wirklich die Leute die heutzutage wegen jeder kleinigkeit in die Werkstatt müssen-- bei ATU wollten die mir doch tatsächlich das Auto zwischen vordere und hinterer Stoßstange auswechseln-- anschliessend kam ich Problemlos durch den TÜV.
Der "Fahrwerkcheck" war Abzocke .


Gruss toddy
8)

33-146
12.04.2002, 12:14
Hi,

@Andre:

Was Du da zusammenrechnest, kann ich nicht so recht nachvollziehen, denn einmal rechnest Du mit einer Verkaufsmarge ohne Nebenkosten und stellst dann bei den Werkstattstunden die Kosten den Einnahmen gegenüber.
Die Autos verkaufen sich nicht von alleine, sondern müssen von einem Verkäufer, der das auch nicht umsonst macht, an den Kunden gebracht werden. Inzahlungnahmen und Kreditrabatte drücken auch noch auf die Marge. Geh mal davon aus, daß ein Neuwagenverkauf ohne Inzahlungnahme, ohne Kredit (weit unter marktüblichen Sätzen!) und ohne Preisnachlass zur unverbindlichen Preisempfehlung so selten wie ein 6er im Lotto ist.


Grütze
von
Thomi

André
13.04.2002, 00:42
@thomi

ich wollte keine betriebswirtschaftliche rechnung aufführen, nur den spruch "die verdienen kein geld mit dem neuwagenverkauf" etwas relativieren!!!

ich hasse solch pauschalen aussagen wie die pest. so ähnlich wie: "seit der einführung des euros ist ALLES VIEL teurer geworden...

wie ich bereits geschrieben hatte gibt es sehr viele unberücksichtigte faktoren... wenn ein händler KEIN geld damit verdienen würde, wäre es ihm doch egal ob er mir einen alfa verkauft. ich bin bisher noch NIE auf solch einen händler gestossen (mal abgesehen von unkompetenten verkäufern die offensichtlich keine verkaufs-ausbildung genossen haben oder denen es einfach egal ist).

der verkäufer verkauft übrigens auch noch gebrauchtwagen ;-) des weiteren sind die verdienste eines verkäufers in dieser branche ähnlich wie im "normalen" einzelhandel (also sehr gering). und die günstigen kredite trägt nicht der händler (allein)!

aber um das wirklich genau zu betrachten müsste man vielleicht einen unserer BWL studenten darauf ansetzen ;D
diplomarbeit: geld verdienen in der KFZ-Branche ;D

@alfatech
die automobilindustrie wird sich schon zu wehren wissen...
kein EU gesetz kann denen vorschreiben wer zu welchen konditionen bei denen einkaufen kann... ganz zu schweigen vom support. ich glaube kaum das ein hersteller sich auf das abenteuer einlässt. mal abgesehen von (fern-)ost-dumping-marken. faktoren wie z.b. image haben in der automobilbrache einen viel zu hohen stellenwert. problematisch wird es allerdings solange die steuern nicht eg-weit angepasst werden! das finde ich persönlich auch eine farce: die EU-komissare stellen sich hin und machen "blöde" sprüche, sorgen aber nicht für eine einheitliche basis...

gruss
andré

33-146
13.04.2002, 12:38
Hi,

@Andre:

Die von Dir zitierte Aussage, daß "Händler kein Geld mit den Neuwagenverkauf machen" hat hier in diesem Thread niemand außer Dir gemacht.

Meine Aussage war, daß die Händler, die NUR mit dem Autoverkauf ihren Lebensunterhalt verdienen, längst ausgestorben sind und dies nicht erst jetzt tun.
Eine tragende Säule (wenn nicht DIE tragende Säule) sind heutzutage die Werkstatt und der Ersatzteil- und Zubehörverkauf.

Das ist schon etwas ganz anderes als die von Dir so gehasste pauschale Aussage.


Grütze
von
Thomi

ron
14.04.2002, 21:41
Also ich habe die Werkstatt gewechselt, weil mir die erste zu teuer war. Bei meiner jetzigen (ist eine kleinere Werksatt) kommt zu den günstigen Preisen noch ein guter Service dazu. Wenn ich bei der alten Werkstatt Freitag Nachmittags so gegen 14-15 Uhr was wollte, haben die immer nur gesagt es sein doch schon Freitag und viel zu spät. Ich bin der Meinung nur mit günstigen Preisen kommt man auch nicht weiter, denn wenn ich dafür zehnmal zur Werkstatt muß, weil die irgendwas nicht ordentlich gemacht haben kommen ja noch andere Kosten dazu(Benzin und Nerven).

mfg Ron

michael42
16.04.2002, 15:57
Hallo Allerseits,

ich verfolge mit Spannung die Beiträge im Forum schon seit
einiger Zeit und wollte auch meine drei Cents los werden.
Ich habe eins festgestellt:Kunden gehen nicht nur dorthin, wo es
am billigsten ist, sondern auch dorthin, wo der Service stimmt.
Ich persönlich habe zwei Werkstätten in meiner Umgebung
getestet mit dem Urteil, dass ich bei sowohl bei einer als auch
bei anderer beschissen ( anders kann man das Verhalten nicht
mehr nennen ) worden bin. Seit dem bin ich wieder bei meinem
vertrauten Fiat/Lancia Händler .
Ich bin durchaus bereit mehr zu zahlen, wenn ich richtig bedient
werde, und da liegt meiner Meinung nach der Knackpunkt.
Wenn der Händler keine Lust zeigt, mich zu bedienen, nur weil
ich ein Gebrauchtfahrzeug kaufen will, oder zur Raparatur bringe,
oder wenn er versucht, mir falsche Tatsachen unterzujubeln,
dann gehe ich da nicht mehr hin.
Auf der anderen Seite ist es mit einem guten Service allein nicht
getan. Dazu gehört eine gute Portion Werbung, oder wie hier im
Forum praktiziert wird: Mund zu Mund Propaganda.
Natürlich ist auch festzustellen, dass ein kleiner Betrieb mehr
Probleme bekommen kann als ein großer. Dies zu verhindern
obliegt aber der GL, das Management richtig zu führen.
Sollte ein Traditionsunternehmen (eher Traditionswerkstatt)
Pleite sein, ist das Management dafür verantwortlich zu machen.
Dieses hat die Verantwortung, die Marktsituation richtig
einzusschätzen und entsprechend zu reagieren. Leider heisst es
oft: häää, Änderungen, nee, bei uns wird es schon immer so
gemacht...
Naja, ich glaube, ich rutsche etwas vom Pfad ab, nichtdestotrotz,

viele Grüße

Michael

Alfatech
16.04.2002, 17:07
Hallo Alfisti,
Hallo André,

Nochmal zu Deinem Statement:

"die automobilindustrie wird sich schon zu wehren wissen...
kein EU gesetz kann denen vorschreiben wer zu welchen konditionen bei denen einkaufen kann... ganz zu schweigen vom support. ich glaube kaum das ein hersteller sich auf das abenteuer einlässt. mal abgesehen von (fern-)ost-dumping-marken. faktoren wie z.b. image haben in der automobilbrache einen viel zu hohen stellenwert. problematisch wird es allerdings solange die steuern nicht eg-weit angepasst werden! das finde ich persönlich auch eine farce: die EU-komissare stellen sich hin und machen "blöde" sprüche, sorgen aber nicht für eine einheitliche basis... "

Die Erfahrung hat uns dennoch gezeigt dass die Macht die hinter diesen politischen Entscheidungen steht größer ist als die Macht der Industrie. Viele erinnern sich doch noch an die "Strafzahlungen" von mehreren Millionen Euro die Daimler Chrysler und VW an die EU wegen Wettbewerbshindernissen überweisen musste. Klar werden sich die VDA Mitglieder (VDA=Verband der Automobilindustrie in Deutschland) gegen "unpopuläre" Entscheidungen aus Brüssel zur wehr setzen. Dass die Pläne u.a. "Liberalisierung im Fahrzeugverkauf" kommen wird nur eine Frage der Zeit sein. Auf die Konsequenzen die sich daraus ergeben werden sich die Hersteller vorbereiten. Generell liegt das Interesse der EU-Kommissare in erster Linie am Verbraucher. Dass natürlich alles auf einer einheitlichen Basis und Rahmenbedingungen wie einheitliche Steuersätze, Gebühren, etc laufen sollte muss dringend auch zum Inhalt der Debatte gehören. Das sollten sich die Herren einmal genau überlegen denn sonst verzerrt es sich eher zu ungunsten einzelner Märkte.
Welchen Einfluss das auf die Preise hat wird sich dann zeigen wenn nicht - Marken - Händler die ersten Wagen verkaufen.
Ich kann mich noch an das Beispiel EDEKA erinnern. Die haben FIAT Puntos verkauft. EDEKA hat in zweiter Instanz gegen FIAT gewonnen und durfte die Puntos verkaufen. Nur ein Beispiel wie ein nicht Marken-Händler Fahrzeuge verkaufen konnte und der Hersteller es dulden musste. Die Puntos kamen meines Wissens nach von einem Großhändler aus Berlin. Ein Schelm der Böses dabei denkt.

Bis bald

AlfaTech

Heiti
16.04.2002, 20:33
Hallo zusammen !

Um die Sache aufzuklären; es handelt sich um FIAT Felske, zu denen ich nach unzähligen Auseinandersetzungen mit BERKE in Dortmund vor einem Jahr gewechselt bin.

Gott sei dank läuft momentan die Werkstatt noch. So konnte ich heute noch die 40000er Inspektion durchführen und den Phasenschieber (auf Garantie) wechseln lassen. Jetzt schnurrt sie wieder wie'n Kätzchen, meine Rote :-]

@Carnifex. Super Tipp. Die Werkstatt merk ich mir. Vielleicht sieht man sich mal .( Der wahrscheinlich roteste (oder röteste ?) 2 Liter in Dortmund )

Ciao
Heiti

andras
17.04.2002, 17:55
Um nochmal zum Thema zu kommen....
Hier kann ich Andre nur bestätigen und Michael42 leiden sagen das bei uns eben doch das meiste erst über den Preis geht.
Service und Qualität folgen dem dann.
Und weil das so ist werden noch viel mehr ( Geschätzte 40.000) kleine Firmen in diesen Jahr sich noch verabschieden.Übrig bleiben hier in erster Linie die großen ,bei uns z.b. Centro,und die brauchen sich dann was service etc. betrifft bei praktisch null konkurrenz gar keine Mühe mehr geben .Der Kunde wird zum Bittsteller .Ungefähr so : Darf ich einen Werkstatt Termin haben ?- Ah ja in 3 wochen - Danke

Also genau wie Andre sagt :Die schuld liegt hier zuerst beim Kunden.Und die Rechnung dafür bezahlt er auch irgendwann.

Und will er einen Persönlichen Service ,mit Namen angesprochen werden und nicht blos ein Umsatzfaktor sein dann wird er (Kunde) in Zukunft richtig in die Tasche greifen müssen.

Selbst schuld

andras

der sich über das Zertramplen des Mittelstandes durch Politik,Konzerne und Banken täglich Ärgert.

Visconti
17.04.2002, 19:46
Original geschrieben von andras
Übrig bleiben hier in erster Linie die großen ,bei uns z.b. Centro,und die brauchen sich dann was service etc. betrifft bei praktisch null konkurrenz gar keine Mühe mehr geben .Der Kunde wird zum Bittsteller .
Hallo andras!
Da sprichst Du einen wichtigen Punkt an! Die zunehmende Zentralisierung gerade bei Autohäusern wird die Servicebereitschaft der sog. "Glaspaläste" nicht wirklich steigern. Der Grund dafür liegt in der von Dir genannten Konkurrenzlage.
Jedoch sehe ich die Ursache dessen etwas anders! Dieses Ballen und Zusammenfassen der Marken Fiat, Alfa und Lancia und das damit verbundene Verschwinden einzelner, kleinerer Markenvertretungen ist selten vom Markt bestimmt! Sicherlich ist die Marktbeschaffenheit auch ein Faktor, jedoch werden diese "Glaspaläste" zunehmend durch Fiat selber iniziiert!
Beispiel Bremen:
Bis zum 31.12.2000 gab es bei uns vier Fiat-Händler, die eigenständig voneinander wirtschafteten. KAROW, SEIDELMANN, KOTHE und die hochgeschätzte Belegschaft von R&R. Zum oben genannten Datum kündigte Fiat alle Verträge und vergab sie neu. Übrig blieb lediglich die Fa. R&R. und als kleiner Nebenbetrieb die Fa. KAROW! SEIDELMANN verkauft jetzt Rover und KOTHE wurde mit seinem Geschäft von R&R übernommen.
R&R verkauft nun Fiat, Alfa und Lancia und hat ein Fast-Monopol, das wiederum dazu führt, dass nun alle Hemmungen fallen können...

Das Problem dabei ist, dass die Bereitschaft zu guter Dienstleistungsqualität durch Derartiges enorm abnimmt! Es ist ja allbekannt, dass die Corporate Identity unter den Fiat-Autohäusern nicht gerade die beste ist! Somit ist eine wichtige Voraussetzung für guten Service schonmal dahin! Durch geschäftsbelebende Konkurrenz kann in der oben geschilderten Situation auch nichts entstehen! Fazit: Der gute Kundenservice wird von "oben" verordnet! Was das bedeutet, kann sich jeder an seinen zehn Fingern abzählen. Man kann Freundlichkeit und Leistungsbereitschaft einfach nicht verordnen.

Vaumax
18.04.2002, 19:27
Hallo Alfisti,
heute ist in meiner Zeitung folgendes gestanden:

Der Rüsselsheimer Automobilhersteller Opel hat zum 31. März all seinen Vertragspartnern mit einer Frist von 18 Monaten gekündigt. Hintergrund dieser Aktion war, daß der Hersteller die Zahl der Opel-Standorte von derzeit 2.300 auf 1.700 reduzieren will. Begründung: Restrukturierung. Zitat Ende.
OK, Opel geht´s zur Zeit anscheinend nicht allzu gut (Im Gegensatz zu Alfa-Romeo +30%) aber die Standorte wären auch so oder so aufgegeben worden werden. So, jetzt machen 600 Händler zu. Die Leute, die nicht übernommen werden oder anderweitig keine Beschäftigung finden, für diese Leute muß erstmal der Staat gerade stehen (Arbeitsamt) Opel ist fein raus, es wird immer mehr zentralisiert und die Logistikkosten sinken. Ich glaube aber kaum, daß sich deswegen die Kundendienstpreise erniedrigen werden. Anderes Beispiel BMW:
Bei uns in der Gegend war ein Händler jahrelang BMW-Vertragshändler, bis eines Tages die Anweisung aus München kam: Modernisieren (Übrigens zu einem erheblichen Teil auf eigene Kosten) also Glaspalast oder tschüß. Er hat sich für tschüß entschieden und ist jetzt Fiat-Alfa-Romeo-Lancia- Iveco-Vertragshändler und macht seine Arbeit bestimmt nach wie vor gut und ist sicherlich kein Hinterhofbetrieb. Während der zweite BMW-Händler in meiner Gegend sich anscheinend anders entschieden hat und sich ein Gebäude hingestellt hat, von dem sich sogar der Palast der Republik in Ostberlin noch ne Scheibe abschneiden kann:) Das alles zahlen natürlich die (BMW)-Kunden. Und über Kurz oder lang wird der Fiat-Konzern auch so handeln müssen. Es ist nur schade für die Kundschaft

33-146
19.04.2002, 07:34
Hi,

Nur ein kleiner Fehler in Deinem Posting, Vaumax:

...anderweitig keine Beschäftigung finden, für diese Leute muß erstmal der Staat gerade stehen (Arbeitsamt)...
Wofür bezahle ich denn dann meine Arbeitslosenversicherung?
Der Staat steht erst mit Steuergeldern gerade, wenn es Sozialfälle werden.

Aber sonst ist es schon nicht verkehrt, was Du schreibst.

Die Opelhändler werden bestimmt nicht wegen eines besseren Kundendienstes ausgedünnt, sondern weil sie in einem Marktsegment, das inzwischen fest in der Hand der Wolfsburger ist, nicht konkurrenzfähige Autos verkaufen müssen. Daß da die Verkaufszahlen im Keller sind, ist kein Wunder.


Grütze
von
Thomi