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Vollständige Version anzeigen : Zukunft von Alfa Romeo - Financial Times Deutschland


Claude
21.03.2002, 19:13
Aus der FTD vom 21.3.2002

Alfa Romeo soll Fiat aus der Krise ziehen

Von Guido Reinking, Hamburg

Alfa Romeo spielt eine Schlüsselrolle bei der Sanierung des angeschlagenen italienischen Autoherstellers Fiat. Die Marke soll ihren Absatz in den kommenden Jahren nahezu verdoppeln.

Die sportliche Marke soll den Konzern nicht nur auf traditionellen Exportmärkten wie Deutschland stärken, sondern auch neue Märkte wie die USA erschließen. Haydan Leshel, Vorstandschef der deutschen Fiat Automobil AG, des Importeurs von Fiat, sagte anlässlich der Präsentation des neuen Alfa Romeo 156 in Hamburg: "Alfa Romeo ist in der neuen Struktur von Fiat eine eigenständige Division." Das zeige, welche Bedeutung der neue Chef von Fiat Auto, Gian-Carlo Boschetti, der Marke beimesse. Künftig soll es auch in Deutschland ein von Fiat getrenntes Vertriebsnetz mit Exklusivhändlern geben. "Alfa Romeo wird in Deutschland die Nummer eins unter den elitären Importmarken werden", sagte Leshel. 2001 hatte Fiat in Deutschland 25.774 Alfa Romeo verkauft. Mit dem überarbeiteten Mittelklassemodell 156 und dem neuen Kompaktmodell 147 sollen es in diesem Jahr 27.000 Autos sein.

Insgesamt will Fiat 2002 rund 250.000 Alfa Romeo absetzen. Ein Rekord, nach den 223.000 des Vorjahres. 1996, vor Erscheinen des 156, führte die Marke ein Schattendasein bei Fiat. Nur 118.000 Alfas wurden in jenem Jahr verkauft. Die Marke mit dem Mailänder Wappen am verchromten Kühlergrill hat in der Autoindustrie eine einzigartige Position. Bei Umfragen erzielt keine andere Marke höhere Imagewerte in puncto Sportlichkeit und Emotionalität. Nach Jahren der Stagnation begann mit Erscheinen des von Star-Designer Walter de Silva gestalteten 156.1998 der Wiederaufstieg der Marke.


Es war eine Aufstieg mit Tücken: "Wir haben den 156 zu schnell auf den Markt gebracht", gibt Leshel zu. Qualitätsprobleme der ersten Modelle trugen nicht dazu bei, den ramponierten Ruf auf diesem Gebiet zu verbessern. Folge: Viele der ersten 156-Kunden kehrten der Marke wieder den Rücken. Nur etwa jeder dritte Käufer dieser ersten Autos kaufte sich wieder einen Alfa. "Erst mit den jüngeren Autos haben wir eine Loyalitätsrate von 58 Prozent erreicht", so Leshel. Ein im Industrievergleich hoher Wert.


Schlechtes Qualitätsimage

Doch noch immer gibt es Qualitätsprobleme: "Wir haben in Turin klargemacht, dass der Kunde in Deutschland keine Fehler akzeptiert. Boschetti hat zugesichert, ab sofort Qualität vor Marktanteil zu stellen. Wir werden hier zusätzlich Gas geben", sagte Leshel. Denn noch immer ist das Qualitätsimage von Alfa eines der schlechtesten in der Branche, wie eine Umfrage unter den Lesern der Fachzeitschrift "Auto Motor und Sport" ergab.


Das muss besser werden, denn Fiat hat mit seiner erfolgreichen Premiummarke Großes vor: So soll Alfa Romeo die Rückkehr von Fiat auf den US-Markt einleiten. "Teams von uns haben bereits den Markt in den USA sondiert", sagte Leshel. So werde im Vertrieb eine Zusammenarbeit mit dem Allianzpartner General Motors geprüft. GM und Fiat sind wechselseitig beteiligt. Auch GM kann eine junge Premiummarke in den USA gut gebrauchen.


Der Markteinstieg in den USA ist für 2004/2005 geplant, wenn der neue offene Sportwagen Spider verfügbar ist. "Wir haben in den USA allein für den Spider einen Markt von 150.000 Autos ausgemacht." Die USA sind der größte Cabrio-Markt der Welt. Weitere Modelle wie ein Coupé und ein Allradfahrzeug sind in Vorbereitung.

Visconti
21.03.2002, 22:58
Hallo Claude!
Danke für den Beitrag!
Auch hier wieder unverkennbar die Tendenz erkennbar, Alfa Romeo mehr und mehr aus dem engeren Kreis von eher bürgerlichen Fiat-Produkten zu sondieren. Das wird auch eine technisch vergrößerte Eigenständigkeit mitsich bringen.

Und dann das Ziel, Alfa Romeo zur Nummer eins der elitären Importmarken zu machen... Da haben sie sich mit Jaguar ja einen ganz netten Gegner ausgesucht!

Karl_R
22.03.2002, 06:25
[QUOTE]Original geschrieben von Claude
[B]Aus der FTD vom 21.3.2002


Schlechtes Qualitätsimage

Doch noch immer gibt es Qualitätsprobleme: "Wir haben in Turin klargemacht, dass der Kunde in Deutschland keine Fehler akzeptiert. Boschetti hat zugesichert, ab sofort Qualität vor Marktanteil zu stellen. Wir werden hier zusätzlich Gas geben", sagte Leshel. Denn noch immer ist das Qualitätsimage von Alfa eines der schlechtesten in der Branche, wie eine Umfrage unter den Lesern der Fachzeitschrift "Auto Motor und Sport" ergab.

Ciao Alfisti,

Das mit dem Qualitätsimage könnte man leicht ändern:


1) Noch strengere Qualitätskontrollen bei den Fahrzeugen

2) 4 Jahre Garantie ( ... das würde Eindruck machen )

3) Bei der Entwicklung von Neufahrzeugen genauso viel Zeit fürs Testen investieren wie fürs Designen. Wenn die Qualität genauso perfekt wie das Design wäre, dann hätte Alfa das Beste Q-Image der Welt.


Gruss Karl

TSM156
22.03.2002, 10:09
Das einstige wirtschaftliche Sorgenkind Alfa Romeo wird zum Zugpferd des ganzen Fiat-Konzerns. Wenn Alfa neben dem herausragenden Design auch noch die Führerschaft in Sachen Qualität übernimmt, dann brauchen wir uns keine Gedanken über die Zukunft der legendären Marke zu machen.

Wir Alfisti könnten natürlich sagen, wir haben´s eh schon immer gewusst!

TSM156

l.otti
22.03.2002, 11:50
es bleibt jedoch ein kleiner wermuthstropfen:

mit der teutonischen qualität und perfektion kommen auch ebensolche hochpreise über die alpen. es war mal wirklich schön preiswert ein ganz besonderes auto zu fahren. das scheint nun alfa-vergangenheit zu werden. nix für ungut. der wiederverkauf soll ja auch dementsprechend steigen...und bald fahren alle alfa...wollen wir das eigentlich?

aber die beste premium-import marke? na na na....aber mutter sagte immer, man soll ja ziele haben...

glück auf!

Juergen
22.03.2002, 12:24
*

Visconti
22.03.2002, 18:54
Original geschrieben von l.otti

aber die beste premium-import marke? na na na....aber mutter sagte immer, man soll ja ziele haben...

Was das Image angeht, sehe ich eigentlich nur Jaguar als ernsthafte Konkurrenz. Die hat`s dann aber auch gleich insich...

fabi
23.03.2002, 11:46
Der hat im der Superzeitung Autobild aber gerade voll abgeloooooost. Bei 100tkm ist der Motor schon ziemlich am Ende...
Glueck fuer uns! :)

Visconti
23.03.2002, 20:12
Original geschrieben von fabi
Der hat im der Superzeitung Autobild aber gerade voll abgeloooooost. Bei 100tkm ist der Motor schon ziemlich am Ende...
Glueck fuer uns! :)
Hi fabi!
Das mag schon stimmen! Aber über die Aussagefähigkeit eines solchen Tests/einer solchen Tortur wird ja gerade infargestellend in einem anderen Thread geredet. Hand auf`s Herz: Ohne den AutoBild-Artikel zu kennen, möchte ich einmal vermuten, dass ein 166er auch nicht viel besser weggekommen wäre. Nebenbei erwähnt, ebensowenig wie irgendein Audi A6, der in einem dieser "Dauerdebakel" schon nach kürzester Distanz die Segel gestrichen hat. Weiss nur nicht mehr genau, wo das war (TDI natürlich, Zahnriemenriss, und tschüss...).

Ich bin immernoch der Überzeugung, dass ein Jaguar in einem Imagepunkt wie beispielsweise "Prestige" locker einen Mercedes aus dem Rennen wirft. In Sachen Qualität hatte Jaguar noch nie eine Spitzen-Reputation... Schönen Gruß dabei an die Double-Six-Motoren ;)
!hello! und winke-winke von einem, der Jaguar nach Alfa und Maserati als drittliebstes Marke anführen würde :)

fabi
24.03.2002, 15:04
Ich hab es auch nur aus 2. Hand, aber meistens sind ja wenigstens die Motoren bei 100tDM noch fit (ausser TDIs).
Ich glaube das Jaguar eben NICHT Mercedes und Co das Prestigewasser reichen kann. Die plagt doch das gleiche Problem wie Alfa: Vorurteile! Ich sag nur "Lucas - King of the darkness!" :)

Timm
24.03.2002, 16:14
@fabi:
Ich denke doch, das Jaguar imagemässig den anderen Premiummarken das Wasser reichen kann, trotz der vielen Qualitätsmängel.
Jaguar umweht immer noch der Nimbus des aristokratischen, edlen. Ich denke mal das ein Jaguar von vielen noch höher bewertet wird als ein Mercedes.

Visconti
24.03.2002, 16:39
Ja, da möchte ich Timm zustimmen. So hatte ich das auch gemeint. Es stimmt sicherlich, dass Jaguar im Bereich der Qualitätseinschätzung weit von Mercedes entfernt war. Jedoch hatte Jaguar in der Vergangenheit immer auch den Vorteil der Exklusivität und der Exotik. Das meinte ich eher mit dem Vorsprung gegebnüber Mercedes in Sachen "Prestige" (was nicht zuletzt auch der stets happige Preis mitsich brachte!!)