Vollständige Version anzeigen : Leerlaufprobleme AR GT Junior 1.6
Besitze einen AR GT Junior 1.6, bei welchem ich den Leerlauf einfach nicht in den Griff bekomme. Das Problem: In kaltem Zustand stellt der Motor immer wieder ab, kann die Leerlaufdrehzahl nicht halten. In warmen Zustand hält er dann irgendwann die eingestellten 800 u/min, mit zunehmender Motortemperatur erhöht sich die Leerlaufdrehzahl weiter. Nach ca. 20 km, (Motor nun voll warm), fällt die Drehzahl nach dem Gas wegnehmen zuerst auf ca. 1500 - 1600 Touren, danach sehr, sehr langsam runter auf ca. 1200 u/min, dort verbleibt der Leerlauf für ca. 2 Minuten, um dann auf 800-900 zu fallen. Habe auch schon erlebt, dass er von diesen 900 ohne jegliches Zutun meinerseits wieder auf 1200 u/min ansteigt!!
Nach intensivem Gebrauch der maximalen Drehzahlen im Fahrbetrieb (4500 bis 6000 u/min) fällt die Leerlaufdrehzahl dann im Allgemeinen nie mehr unter ca. 1600 u/min. Also, Kalt = Leerlauf auf 0, warm/heiss = 1600 u/min, das scheint mir doch eine etwas zu grosse Differenz zu sein.
Zu erwähnen wäre, dass ich "scharfe" Nockenwellen des 2000 GTV (105.48.03.200.01) eingebaut habe, könnte dies die Ursache des Problems sein? Zündverteiler sowie Vergaser (Weber DCOE 27) wurden beide bereits komplett überholt, ohne Verbesserung der Situation, gehe davon aus, dass diese beiden Aggregate einwandfrei funktionieren. Steuerzeiten wurden ebenfalls überprüft, sind i.O. WAS TUN ??????? Danke für jeden Tipp!!
Hallo,
Dein Problem liegt gerade in der "Überholung" der Vergaser und des Verteilers.
Dieses Problem tritt sehr oft auf und lässt sich immer! auf die Vergaser (z.B. undichte Lager oder Flansche, schlecht justierte Drosselklappen, gealterte Rückholfedern) oft noch in Kombination mit einer ausgeleierten Fliehkraftverstellung zurückführen.
Also: Gehe lieber mal davon aus, daß Vergaser und/oder Verteiler nicht funktionieren.
Agent
frank0815
18.11.2005, 23:02
halli hallo hallöle,
züdung muss passen, steuerzeiten muessen optimal sein, dann bitte erst an die vergaser. flansche ok, drosselwellenlager ok,
an einem zu mageren gemisch sollte es bei dir nicht liegen... hast du vielleicht noch ein paar andere vergaser zum gegenprüfeb??
cu
frank
Haben wir alles schon versucht... Weber 40 DCOE einer Giulia Sprint GT Veloce Jg. 67 wurden probehalber installiert, ohne Verbesserung. 2 verschiedene Bosch Verteiler sowie ein Marelli installiert, ohne Zeichen der Verbesserung. Deshalb meine Vermutung, dass die 2000er Nockenwellen ieinen Einfluss haben könnten.
Haben wir alles schon versucht... Weber 40 DCOE einer Giulia Sprint GT Veloce Jg. 67 wurden probehalber installiert,
Da ist der Fehler doch schon. Jeder Vergaser der 40 Jahre alt ist, läuft im Leerlauf zu mager, da er undicht ist. Die 2l Welle verstärkt diesen Effekt noch etwas, da hast du Recht.
Grüße,
Agent
Na ja, wie gesagt, die DCOE 27 wurden komplett überholt (sämtliche Dichtungen neu, Flansche neu, Schwimmernadelventil neu, Schwimmerstand kontrolliert und justiert, sämtliche Düsen auf korrekte Dimension und Funktion geprüft, komplett gereinigt etc. etc.), nach Montage und Synchronisation mit Vergaserspray nochmals auf Falschluft geprüft, alles o.k.
Na ja, wie auch immer, dass Problem liegt mit Sicherheit im "Bermudadreieck" Steuerzeiten, Vergaser und Zündung, etwas anderes kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Im übrigen läuft der Motor anstonsten perfekt, kein Loch beim Beschleunigen, saubere Gasannahme aus allen Drehzahlbereichen, keine Fehlzündungen, Lastwechsel perfekt, dreht sauber hoch, daher habe ich auch etwas Skrupel, nun wieder die 1600er Nockenwellen einzubauen.
Hallo,
der Unterschied der Nockenellen ist minimal!
Sind neue Rückholfedern in den Vergasern verwendet worden? Wie geht Dein Gasgestänge?
Du kannst die Vergaser im eingebauten Zustand an der mittleren Lagerung nicht auf Falschluft prüfen, sondern nur aussen. 67er Vergaser haben Messingwellen, diese können u.U. einlaufen.
Nicht solange selber experimentieren, bis gar nichts mehr zusammen passt. Das Auto jemand zeigen, der sich damit auskennt (mein Standardspruch).
Agent
Slow-Driver
19.11.2005, 14:13
Hi filtek,
es "riecht" nach gebrochenen Rückholfedern in den Vergasern oder ausgeleierten Federn in der Fliehkraftverstellung des Verteilers (oder kein Öl auf dem Filzplättchen!).
Vielleicht klemmt aber auch das Gasgestänge leicht bei Erwärmung.
Und bitte alles nochmal in Augenschein nehmen und selbst prüfen,
nicht aus der Erinnerung heraus sagen: Das war doch neulich noch in Ordnung.
Lieber nochmal nachsehen!
Es kann aber auch gut sein, daß die Vergaser trotz Überholung nicht korrekt arbeiten, auch wenn damals alles kontrolliert wurde.
Ich würde zuerst mal das Gasgestänge überprüfen, weil Du as bisher noch nicht ins "Bermudadreieck" aufgenommen und geprüft hattest.
Slow-Driver
Herzlichen Dank für eure Hinweise....
Der Verteiler wurde überprüft, Fliehkraft/Zündverstellung/Kurve o.k, hängt nicht. "Spasseshalber" wurde der original Bosch Verteiler (Endzahl 044) durch einen Bosch 045 ausgetauscht, ohne Verbesserung. Um ganz sicher zu gehen, haben wir auch noch schnell einen Marelli aus einer Giulia Nuova Super 1.6 versucht, ebenfalls ohne Effekt. Die Schwierigkeiten treten auch bei ausgehängtem Gasgestänge auf, deshalb kann's nicht an dem liegen.
Alle Arbeiten sind von einer Alfa Romeo Garage vorgenommen worden, von einem Mechaniker, der die Vergasertechnik noch aus der Praxis von früher kennt. Natürlich sind solche Arbeiten heute nicht mehr an der Tagesordnung, ein gewissen Manko an täglicher Praxis erschwert das Ganze sicher etwas.
Nun zu den Vergasern, die wurden wie folgt komplett überholt:
- Neues Schwimmernadelventil
- Alle Dichtungen neu, alle Düsen überprüft auf Verschmutzung und richtige
Grösse)
- Schwimmerniveau geprüft, minimale Korrektur nötig
- Neue Drosselklappenwellenlager, inkl. neuen Lederdichtungen
- Neue Dichtungen zum Ansaugkrümmer
- Leerlaufgemischregulierschrauben geprüft
- etc. etc.
Natürlich ist es schwierig zu beurteilen, inwiefern die Arbeiten 100 % korrekt ausgeführt wurden, da auch ich nach wie vor vermute, dass bei den Vergasern die Wurzel des Uebels liegt. Deshalb hier zwei Vermutungen, mit Bitte um Hinweise:
- Die Gummiflansche waren porös, sie wurden ersetzt, jedoch nicht mit neuen, sonder solchen, die aussen zwar porös sind, innen jedoch dicht sind, zumindest soweit man dies mit dem Auge beurteilen kann. Eine Ueberprüfung nach Einbau mit Vergaserspray gab keinen Hinweis auf Falschluft.
- Drosselklappenwellenlager.... diese wurden ja ersetzt, aber irgendwie kann ich mir fast nicht vorstellen, dass die Lederscheiben alleine wirklich komplett abdichten, müsste hier nicht zwischen Lager und Lederscheibe eine anständige Schicht Fett eingebracht werden, um die Vergaser von dieser Seiten wirklich total abzudichten (siehe auch Kommentar von Agent)
Diese Vermutungen daher, weil von den Sympthomen wirklich vieles auf Falschluft hinweist, obwohl der Test mit Vergaserspray keinen Hinweis darauf gibt (sagt zumindest der Mechaniker).
Du kannst die Vergaser im eingebauten Zustand an der mittleren Lagerung nicht auf Falschluft prüfen, sondern nur aussen. 67er Vergaser haben Messingwellen, diese können u.U. einlaufen.
Agent,
herzlichen dank für den Hinweis... kann natürlich gut sein, dass der 67er Vergaser nicht taugt...siehe auch meine Antwort an Slowdriver, zum Punkt "Drosseklappenwellenlager-Abdichtung"
Hallo,
hatte exakt das gleiche Problem mit meinem Spider; dachte anfangs auch immer, es muß an der Vergasereinstellung oder am Verschleiß an all den angesprochenen Punkten liegen... ;)
Tatsächlich hilft aber auch die beste Vergasereinstellung bzw. Überholung nichts, wenn es mechanische Probleme gibt. Sind die Ventile sauber eingestellt bzw. der Kopf absolut in Ordnung? Davon schreibst Du nämlich nichts...
Hast Du bei dem Motor auch mal die Kompression geprüft?
Bei mir ist das Problem verschwunden, seit dem ich einen neuen Zylinderkopf drauf gemacht habe, Leerlauf seitdem absolut top, keine Schwankungen mehr, ohne daß ich noch irgendwas an den Vergasern machen mußte :)
Grüße
Michael
Tja,
genau das war's... eigentlich fahrlässig, dass die Kompression nicht getestet wurde. Nachdem wir das gemacht haben und kritische Werte erhalten haben, sind wir mit einer Sonde über die Zündkerzenöffnungen mal ins Detail gegangen... Resultat: Auslassventile verbrannt! Also Kopf runter, hat sich dann rausgestellt, dass ausserdem ein Riss vorhanden ist, also Kopf unbrauchbar! Neuer Kopf gekauft, schweineteuer, montiert und.... Leerlauf perfekt!
Die Freude währte nur kurz... beim Blick in den Rückspiegel zeigte sich auf einmal viel Blau aus dem Auspuff, ein Phänomen, welches vorher nie in Erscheinung trat...
Fortsetzung der Leidensgeschichte in meinem Beitrag "Oelqualm"
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