PDA

Vollständige Version anzeigen : c't-Artikel: Tacho-Justierung bei ALFA ROMEO


ahofer
05.04.2005, 08:21
Servus,

in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift c't (8/2005) steht ab Seite 78 ein Artikel über Tachomanipulationen.
Getestet wurden u. a. ALFA ROMEO, Audi, BMW und DaimlerChrysler.

Abwohl lt. Aussage von FIAT die Tachostände nicht nach unten manipuliert bzw. nachgewiesen werden können, beweist eine Fotostrecke des ADACs, dass trotzdem der Tachostand bei einem 156 JTD um 40.000 km nach unten justiert werden konnte. Es konnte aber auch keine der anderen Werkstätten (z. B. Jaguar, VW oder Toyota) die Manipulationen über die entsprechenden Diagnosegeräte entdecken.

Benötigt werden entsprechendes Werkzeug, ein Flasher für 9500,- € und diverse Kabel. Aufpassen sollte man lt. ADAC/c't, dass man auf der Tachoscheibe keine Fingerabdrücke hinterlässt (also vorher kein FingerFood essen bzw. Handschuhe verwenden !mgrins! ), was übrigens auch als Warnzeichen für den künftigen Käufer dienen soll.

Der c't-Artikel bezieht sich u. a. im Übrigen auf einen Artikel der ADACmotorwelt 4/2005 und ist leider nicht online einsehbar.

StokeR
05.04.2005, 08:41
Der Selbe Artikel war auch in der aktuellen ADAC Zeitung zu lesen.
Eventuell kann man ihn auf der ADAC Seite online lesen.

33-146
05.04.2005, 08:44
Hi,

Abwohl lt. Aussage von FIAT die Tachostände nicht nach unten manipuliert bzw. nachgewiesen werden können, beweist eine Fotostrecke des ADACs, dass trotzdem der Tachostand bei einem 156 JTD um 40.000 km nach unten justiert werden konnte. Es konnte aber auch keine der anderen Werkstätten (z. B. Jaguar, VW oder Toyota) die Manipulationen über die entsprechenden Diagnosegeräte entdecken.


In dem Artikel steht aber auch, dass die Werkstätten nicht die Diagnosemöglichkeiten genutzt haben, sondern sich auf so tolle Indizien wie den Abnutzungsgrad von Pedalgummis und Fußmatten beschränkt haben.
Witzigerweise haben die Werkstätten nicht einmal vorhandene Ölwechselaufkleber mit höherem Kilometerstand als Tachostand ausgewertet :D ...
Der ADAC hat daraufhin den annonymen Test abgebrochen.
So richtig ist man im Artikel nicht darauf eingegangen, wie denn die Aussage zu werten ist, dass der tatsächliche Tachostand bei Alfas manipulationssicher in einem nicht überschreibbaren Speicher im Steuergerät abgelegt ist.
Insofern ist der Artikel eigentlich etwas enttäuschend - eher unter dem üblichen Niveau der c't :-( ...


Benötigt werden entsprechendes Werkzeug, ein Flasher für 9500,- € und diverse Kabel. Aufpassen sollte man lt. ADAC/c't, dass man auf der Tachoscheibe keine Fingerabdrücke hinterlässt (also vorher kein FingerFood essen bzw. Handschuhe verwenden !mgrins! ), was übrigens auch als Warnzeichen für den künftigen Käufer dienen soll.


Na dann lob' ich mir den MARBELLA meiner Frau - da reicht eine Bohrmaschine vom Bauhaus für €9,50 für die Tachostandmanipulation ;) ...


Thomi

engel
05.04.2005, 09:04
Servus,

in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift c't (8/2005) steht ab Seite 78 ein Artikel über Tachomanipulationen.
Getestet wurden u. a. ALFA ROMEO, Audi, BMW und DaimlerChrysler.

Abwohl lt. Aussage von FIAT die Tachostände nicht nach unten manipuliert bzw. nachgewiesen werden können, beweist eine Fotostrecke des ADACs, dass trotzdem der Tachostand bei einem 156 JTD um 40.000 km nach unten justiert werden konnte. Es konnte aber auch keine der anderen Werkstätten (z. B. Jaguar, VW oder Toyota) die Manipulationen über die entsprechenden Diagnosegeräte entdecken.

Benötigt werden entsprechendes Werkzeug, ein Flasher für 9500,- € und diverse Kabel. Aufpassen sollte man lt. ADAC/c't, dass man auf der Tachoscheibe keine Fingerabdrücke hinterlässt (also vorher kein FingerFood essen bzw. Handschuhe verwenden !mgrins! ), was übrigens auch als Warnzeichen für den künftigen Käufer dienen soll.

Der c't-Artikel bezieht sich u. a. im Übrigen auf einen Artikel der ADACmotorwelt 4/2005 und ist leider nicht online einsehbar.

Gelesen habe ich ihn nicht, aber:

Wie schon mehrfach geschrieben ist der AR manipulationssicherer als ein BMW; MB, oder VW/Audi, da dort eben wie auch hier herauszulesen der Tacho geöffnet werden muss, was bei der Konkurenz entfällt. Die tachoöffnung geht fast nie "unsichtbar" über die Bühne, sodass man sobald man den tacho herausnimmt auf jeden fall spuren der "öffnung" sehen sollte.

Das alles ist bei z.bsp VW nicht nötig, da kann man über den OBD einfach den Tachostand ändern.

Das man auf den nicht überschreibbaren Speicher im Bosch steuergerät nicht eingagangen ist, ist mir fast klar... den haben ja alle, und auch den kann man überschreiben ( auch über OBD) die passenden Routinen habe ich mir angeschaut.... Klar ist, das auch alle anderen behaupten, das die Daten Löschsicher gespeichert werden.

Worauf ich hinaus will:

Manipulation ist immer möglich. Wer behauptet das es nicht geht, der lügt. Die Frage ist nur welchen "aufwand" ich betreiben muss!! Das AR/Fiat darauf nicht eingeht, und mit der Bosch Steuergerät leier daherkommt ist schon schwach...

Während ich bei VW nur 20€ für das umjustieren bezahlen muss, lehnen es die meisten bei Fiat / AR ab, geben keine Garantie auf das Öffnen des Tachos und verlange wegen erheblich höherem Aufwand um 150€ dafür...Somit ist der "nutzen" teilweise dahin...

profis mit krimineller absicht wird auch das nicht abschrecken.

Marcus

markusw
05.04.2005, 09:20
Moins,

den Artikel habe ich gelesen.

Die Essenz des ganzen ist eben, dass prinzipiell alle elektronischen Tachos manipuliert werden können und dass die Werkstätten nicht in der Lage sind diese Manipulationen zu entdecken. Wie auch immer dort geprüft wurde - das entzieht sich meiner Kenntnis.
Die Kosten für eine Rückstellung müssen natürlich im Verhältnis zum daraus resultierenden Mehrerlös stehen. Aber wenn man mal überlegt: da gebe ich vielleicht 200€ für eine Rückstellung aus und erziele damit einen Mehrerlös von 3000€ (als Beispiele). Dann rechnet sich das doch schon.

Naja, es bleibt einfach ein Beigeschmack, denn auf Anfrage des ADAC konnten einige Hersteller nicht mal präzise sagen, wo und wie die Daten denn überhaupt abgelegt werden. Man wird in naher Zukunft wohl weiterhin Tachostände rückstandsfrei manipulieren können. Das haben wohl bisher alle Hersteller ignoriert oder einfach verdrängt. :-{

33-146
05.04.2005, 09:47
Hi,

Man wird in naher Zukunft wohl weiterhin Tachostände rückstandsfrei manipulieren können.

Früher war das noch einfacher mit der Bohrmaschine ;) ...

Wer sich beim Autokauf auf den Tachostand verlässt, hatte schon immer schlechte Karten.
Er war, ist und bleibt ein grober Richtwert, der erstmal zur Vorauswahl in Verkaufsanzeigen dienen kann - mehr nicht...


Thomi

hicoonair
05.04.2005, 10:09
Hier ! (http://www.adac.de/mitgliedschaft_leistungen/motorwelt/m_archiv/Pressemeldungen/Tachomanipulation.asp?ComponentID=111851&SourcePageID=20057%230&location=33) nachzulesen


Gruß

Kersten

33-146
05.04.2005, 10:14
Hi,

Hier ! (http://www.adac.de/mitgliedschaft_leistungen/motorwelt/m_archiv/Pressemeldungen/Tachomanipulation.asp?ComponentID=111851&SourcePageID=20057%230&location=33) nachzulesen


Gruß

Kersten


Das ist aber nur ein kleiner Auszug des Artikels.

In der c't ist er mehrere Seiten lang.


Thomi

ahofer
05.04.2005, 10:24
Insofern ist der Artikel eigentlich etwas enttäuschend - eher unter dem üblichen Niveau der c't :-( ...
Basis war wohl ein Vorabdruck dieses ADAC-Artikels, entsprechend mit einigen Fachinformationen aufgepeppt (wobei ich den ADAC-Artikel bis dato noch nicht gelesen habe). Insofern einer lässlicher Ausrutscher der c't-Redaktion.

33-146
05.04.2005, 10:39
Hi,

Basis war wohl ein Vorabdruck dieses ADAC-Artikels, entsprechend mit einigen Fachinformationen aufgepeppt (wobei ich den ADAC-Artikel bis dato noch nicht gelesen habe). Insofern einer lässlicher Ausrutscher der c't-Redaktion.


Nicht dass mich jemand falsch wersteht.

Wenn ich schreibe, dass dieser Artikel unter dem üblichen Niveau der c't liegt, dann liegt er noch meilenweit über dem Niveau aller anderen Composterzeitschriften.

Die c't ist für mich der beste Beweis, dass es guten Journalismus auch in der heutigen Medienwelt geben kann - und das auch noch erfolgreich.
Da sind fast ausnahmslos Artikel über Themen drin, die die Welt wirklich interessieren. Dazu sind gut recherchierte Hintergrundinformationen ohne Ende vorhanden und werden weitervermittelt
Der IT-Industrie wird nicht nach dem Munde geschrieben und trotzdem inseriert jeder Hersteller gerne in der Zeitschrift, weil die kritische Auseinandersetzung mit der c't anerkannt wird.


Thomi

markusw
05.04.2005, 10:50
Wer sich beim Autokauf auf den Tachostand verlässt, hatte schon immer schlechte Karten.
Er war, ist und bleibt ein grober Richtwert, der erstmal zur Vorauswahl in Verkaufsanzeigen dienen kann - mehr nicht...

Gebe dir da absolut Recht. Nur zählt der Tachostand leider immer noch zu den Verkaufsargumenten mit der höchsten Gewichtung.
Aber in dem Artikel wurde auch IMHO auf ein Gerichtsurteil hingewiesen, wonach lt. StVZO ein Kilometerzähler im Auto noch nicht mal vorgeschrieben ist und somit der Besitzer damit letztendlich machen kann, was er will.

ahofer
05.04.2005, 12:27
@33-146
So sehe ich das auch. Wenn bei mir irgendein User etwas von "Ich hab in der ComputerBild gelesen" murmelt, antworte ich meistens mit Sorry, aber die einzige Zeitung die ich gelten lasse ist die c't..

Zurück zum Artikel.
Die c't schreibt, dass laut FIAT der tatsächliche Kilometerstand in der Elektronik der Motorsteuerung hinterlegt wird. Ein korrigieren des Wertes nach unten ist nicht möglich. Sobald versucht wird, den Wert nach oben zu korrigieren um dadurch wieder "über 0" zu kommen, schaltet das Gerät auf "BLOCK" und zeigt an, dass es nicht mehr funktionsfähig ist. Dies gilt für alle Fahrzeuge des Konzerns die seit 1999 neu herausgekommen sind.

Gleichwohl zeigt der ADAC zwei Fotos eines 156er Tachos (wohl Sportpaket, da rote Nummern), bei denen der Kilometerstand von128687 km auf 87123 km zurückgesetzt wurde. Der ALFA hätte dadurch 1400,- € mehr beim Verkauf erlöst. Ein Angebot aus dem Internet für die Manipulation beim ALFA betrug übrigens 125,- €.

derosa65
05.04.2005, 12:47
Zurück zum Artikel.
Die c't schreibt, dass laut FIAT der tatsächliche Kilometerstand in der Elektronik der Motorsteuerung hinterlegt wird. Ein korrigieren des Wertes nach unten ist nicht möglich. Sobald versucht wird, den Wert nach oben zu korrigieren um dadurch wieder "über 0" zu kommen, schaltet das Gerät auf "BLOCK" und zeigt an, dass es nicht mehr funktionsfähig ist. Dies gilt für alle Fahrzeuge des Konzerns die seit 1999 neu herausgekommen sind.

Gleichwohl zeigt der ADAC zwei Fotos eines 156er Tachos (wohl Sportpaket, da rote Nummern), bei denen der Kilometerstand von128687 km auf 87123 km zurückgesetzt wurde. Der ALFA hätte dadurch 1400,- € mehr beim Verkauf erlöst. Ein Angebot aus dem Internet für die Manipulation beim ALFA betrug übrigens 125,- €.
... eigentlich ist das alles doch nichts Neues. Egal wie aufwändig Sicherungssysteme gestaltet werden, mit hoher Intelligenz und krimineller Energie lassen sich alll' diese Lösungen knacken. Am Ende bleibt potentiellen Käufer nichts anderes übrig als die Fahrzeuge genau zu prüfen und sich eben nicht auf den Augenschein zu verlassen.

Gruß
Werner

33-146
05.04.2005, 14:15
Hi,

@33-146
So sehe ich das auch. Wenn bei mir irgendein User etwas von "Ich hab in der ComputerBild gelesen" murmelt, antworte ich meistens mit Sorry, aber die einzige Zeitung die ich gelten lasse ist die c't.


So richtig heftig trat der Vorsprung der c't vor allen anderen Coposterzeitschriften zu Tage als damals die RAM-Doubler-Software auf den Markt kam.
Alle Zeitschriften außer der c't konnten in Tests kleine spürbare Vorteile feststellen.
Erst als die c't eine Analyse des Programmes vornahm, feststellte dass es wirkungslos sein muss und eine triftige und nachvollziehbare Erklärung dafür formulierte, sprangen alle anderen Zeitschriften auf den Zug auf und schrieben genau das Gegenteil ihrer eigenen Tests...

Zurück zum Artikel.
Die c't schreibt, dass laut FIAT der tatsächliche Kilometerstand in der Elektronik der Motorsteuerung hinterlegt wird. Ein korrigieren des Wertes nach unten ist nicht möglich. Sobald versucht wird, den Wert nach oben zu korrigieren um dadurch wieder "über 0" zu kommen, schaltet das Gerät auf "BLOCK" und zeigt an, dass es nicht mehr funktionsfähig ist. Dies gilt für alle Fahrzeuge des Konzerns die seit 1999 neu herausgekommen sind.

Gleichwohl zeigt der ADAC zwei Fotos eines 156er Tachos (wohl Sportpaket, da rote Nummern), bei denen der Kilometerstand von128687 km auf 87123 km zurückgesetzt wurde. Der ALFA hätte dadurch 1400,- € mehr beim Verkauf erlöst. Ein Angebot aus dem Internet für die Manipulation beim ALFA betrug übrigens 125,- €.

Ja - und das ist normalerweise der Punkt, an dem ich etwas mehr Initiative von der c't erwartet hätte.
Ich gehe aber davon aus, dass in einer der nächsten Ausgaben ohne den ADAC ein Grundlagenartikel zu dem Thema erscheinen wird.


Thomi

T.sos
05.04.2005, 14:29
*Ironiemodus an*

Es gibt auch einen ganz natürlichen Hinderungsgrund für Tachomanipulationen an Fiat & Co und der lässt sich gar nicht austricksen. Ob mit 40tkm mehr oder weniger auf dem Tacho, gebrauchte Italiener will sowieso keiner haben. :+) !hehe!

*Ironiemodus aus*

ahofer
05.04.2005, 15:10
Ja - und das ist normalerweise der Punkt, an dem ich etwas mehr Initiative von der c't erwartet hätte.
Ich gehe aber davon aus, dass in einer der nächsten Ausgaben ohne den ADAC ein Grundlagenartikel zu dem Thema erscheinen wird.
Ich glaub, dass sich der Heise-Verlag in dieser Beziehung etwas gedeckt halten wird, besonders nach diesem Urteil (http://www.heise.de/newsticker/meldung/58249) hier.

Tobi
05.04.2005, 15:20
BTW: Der Text der c't sagt übrigens 156, laut den Bildern ist es aber ein 147er...

MfG
Tobi