Vollständige Version anzeigen : Boxer neu machen...
Hi,
hätte da mal ne Frage:
Ich habe vor über den Sommer meinen Boxermotor neu zu machen, da er nicht mehr wirklich gut ist.
Daß ich da nicht mit neuen Laufbuchsen arbeiten kann, ist klar, da die Kolben direkt im Block/Kopf laufen. Aber wie siehts mit den Lagerschalen von Kurbelwelle/Nockenwellen aus? Die dürften doch normalerweise nicht direkt im Block/Kopf laufen - habe ich zumindest noch nie gesehen, oder haben die das bei Alfa mal wieder nur um mal was anderes zu machen anders gemacht?
Maik
Hi Maik
also auch beim Boxermotor kann mann die Lagerschalen wechseln. Allerdings muss man bei Alfa sehr genau arbeiten, jedes Lager einzeln messen. Wenn man das nicht kann sollte man die Finger davon lassen. Das sagt zu mindest der Typ der mir meinen Motor mal überholt hat. Naja wenn du es trotzdem machst schreib mir mal wie es ausgegangen ist.
Ciao Miele
Jo, ne...
Der Boxer ist kein Hexenwerk, das sind nur die Nordmotoren... Und selbst die nich, wenn man das mal selber gemacht hat. Es ist nur so: Die Nordmotoren sind aus Hub/Bohrung etc. so gebaut (außer 1750, der is zivil), dass die Lagerdrücke hart an der Grenze sind, bei hohen Drehzahlen weit darüber hinaus, aber es funktioniert vom Feinsten...
Der Boxer gehorcht, obwohl Alfa Romeo draufsteht, schon eher den gängigen Physikalischen Gesetzen. Nicht, das das ein Alfamotor nicht machen würde, aber es ist nunmal so, dass so einen Motor immer irgendetwas magisches umgibt, wenn er da am Motorkran baumelt...
Ne, ich mach denm Boxer im Frühjahr mal auf und sehe mit das Teil erstmal von innen an, vielleicht ist es ja auch nur ne Kleinigkeit. Das klappern kann ja auch ohne Weiteres von den Hydros oder ner eingel. Nockenwelle kommen (oder beides?) und das zusammen mit den Öldruckproblemen (könnte ja auch nen Stopfen aus ner Ölbohrung der KW sein, der rausgeflogen ist und nun etwas Öldruck im Leerlauf fehlt) muß ja nicht gleich nen Lagerschaden bedeuten, ist ja alles möglich, ich habe schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen :)
Maik
Na ja
der Boxerist kein Hexenwerk, das vielleicht nicht aber er ist halt sehr empfindlich. Alfa baute da auch nicht gerade sein Meister stück. Versteh mich nicht falsch der Boxermotor ist schon eine tolle sache, nur halt immer diese schlampige Ausführung. Glaube mir habe bei meinem Sud 5 Motoren gebraucht. Für meinen 33 baue ich vorsichtshalber auch schon mal einen Ersatzmotor zusammen.
Wünsche dir aber viel Glück mit deinem, muss ja wirklich nicht gleich ein Lagerschaden sein.
Ciao Miele
Hmmm, da hste glaube ich was falsch verstanden. Die Dinger sind nicht empfindlich während einer Revision, sondern danach, wenn sie wieder im Auto sind, wie jeder andere Motor auch. Denn wenn man ihn tritt, wenn er kalt ist, mögen das Laufflächen, Lager etc gar nicht. Dabei ist es egal ob bei kaltem Öl der Schmierfilm in nem Alfamotor, in nem Opelmotor oder in nem VW-Motor abreißt, Du hast jedesmal nen Problem!!!
Bei alfa isses halt so, dass die im Gegensatz zu anderen Herstellern (heute ja wohl auch nicht mehr...) immer ne ganze Ecke mehr Öl mitgeführt haben, da man sich hierdurch und durch die verrippte Ölwanne den Ölkühler und damit Gewicht sparen konnte. Deshalb muß die ganzeBrühe auf Temp. gebracht werden.
Der Boxer an sich ist ne sehr langlebige Maschine und bei der Richtigen Pflege gut für mehr als 300.000 KM - und da kenne ich persönlich mehr als ein 33 mit der Laufleistung, ohne Motorrevision. Das waren aber beide Erstbesitz. Ich habe meinen gebraucht gekauft - und da steckste eben nicht drin. Der Vorbesitzer machte einen seriösen Eindruck und sah mir eigentlich nicht so aus, als ob der morgens in sein Auto steigt und dann plötzlich zum Tier wird und das Gaspedal bis in die Ölwanne durchlatscht. Tja, so kann man sich irren - hat er wohl doch gemacht...
Maik
Hi Maik
die Motoren sind nicht empfindlich bei einer Revision, das nicht aber man muss halt bei den Lagerspielen sehr genau arbeiten.
Das wollte ich dir nur sagen.
Ich habe meine Motoren immer warm gefahren, sind mir aber trotzdem kaputt gegangen.
Also zerlege deinen mal, messe alles nach. Ich hoffe auch das es nichts schlimmes ist mit deinem Öldruck.
Ciao Miele
Jetzt verstehen...
Aber,wenn ich nen Motor mache (egal was) dann wird das IMMER ganz genau gemacht, egal welches Fabrikat das ist. Getreu dem Grundsatz: Wenn schon Scheiße, dann mit Schwung...
Ich denke, die meisten werkstätten sehen das aber etwas anders, da wird nur das nötigste gemacht, aber alles berechnet, deswegen gebe ich meinen Motor ungern in ne Werkstatt zum machen, da hste nämlich keine Kontrolle, was gemacht und was berechnet wird.
An nem Nordmotor habe ich schon öfters gebastelt und weiß wodrauf zu achten ist, wenn man son Teil neu macht, nen Boxer mache ich das erste mal...
Aber wir werden sehen. Wenns nur ne Lapalie ist - gut, wenns was größeres ist - auch gut, dann wirds halt gemacht...
Maik
Hi,
wenn du deinen Motor machst kannst du mir ja mal Bescheid geben ich glaube du wohnst nicht sehr weit weg von mir. Würde mir das gerne mal ansehen.
Ciao Miele
Original geschrieben von mielexx
Hi,
wenn du deinen Motor machst kannst du mir ja mal Bescheid geben ich glaube du wohnst nicht sehr weit weg von mir. Würde mir das gerne mal ansehen.
das würde ich allerdings auch gerne sehen ,weil ich meinen auch demnächst aufmachen muß und nur von der zeichnung erahnen was dann trumpf ist ! :-]
mfg
gimo
Hi Maik,
also ich kann Dir aus meiner Erfahrung mit zwei 33 'ern sagen, die halten echt ewig, ohne daß groß was dran gemacht wird. Mein erster 33 hatte bereits 200.000 km!!! (1,3 Boxer, BJ '87) der ist noch gelaufen, wie wenn er gerade ausgeliefert worden wäre. Ich habe ihm dann auch noch 20.000 km draufgebrummt und ihn leider :=(( viel zu früh nochmals verkauft, aber ich habe ihn noch lange Jahre fahren sehen und er hat tatsächlich die 300.000 km Marke mit dem original Motor überschritten! Nur der Rost schlug dann allmählich zu. Die Boxermotoren laufen echt ewig, wenn sie gut behandelt werden. Bin auch aktuell in meinem 146 sehr zufrieden was das angeht.
Visconti
09.02.2002, 15:09
Hallo zusammen!
Ja, angeblich halten die Dinger ewig! Nur bei mir komischer Weise nie :-{ . Der 1.4er hatte bei 70000km eingelaufene Nockenwellen und der 16V mag keine vier Liter Öl; drückt bis auf dreieinhalb Liter alles heraus.
Generell scheinen mir bei Laufleistungen so um die 100000km sämtliche Anbauteile zu verrecken. Wasserpumpe, Lichtmaschine, Kupplungszylinder, Thermostat. Nicht zu vergessen die Federteller samt Lenkgelenke und die obligatorischen Radlager, die auch gerne bei 100000km aufgeben...
@visconti
...wo gehobelt wird - fallen späne :-]
Visconti
11.02.2002, 18:04
Original geschrieben von GIMO
@visconti
...wo gehobelt wird - fallen späne :-]
Ja, richtig! Nur -um bei meiner vorherigen Aussage zu bleiben- alle hobeln, nur bei mir fallen alle Späne. Anscheinend!
Naja, es hat sich für mich eh bald "ausgeboxt"...
@ alle
Ich kenn diese sagenumwobene Langlebigkeit der Boxer auch, das Internet ist voll von diesen Aussagen. Aus persönlicher (schmerzhafter) Erfahrung kann ich das aber nicht bestätigen - bei mir hat der erste Motor 27000km gehalten, der zweite 20000, dert dritte 2000, vom vierten weiß ich nix mehr, weil ich mich inzwischen von der Kiste getrennt habe - da macht man alle 6000km einen Ölwechsel, achtet auf alles, läßt immer alles reparieren, putzt und pflegt...und es hat nix genützt. Nur damit Ihr das richtig einschätzen könnt - ich habe das Auto aus erster Hand (Frau) mit 17000km gekauft und jetzt mit 51000km abgestoßen...
Ein Freund von mir hatte einen 33 1.4, der so gut wie keine Pflege bekommen hat (matter Lack, alles ziemlich vergammelt, Ölwechsel alle 1-2 Jahre, je nach Geldbeutel)...140.000km ohne Zicken. Das ist nicht fair...;)
Anscheinend haben die Süd-Motorenbauer extrem unterschiedliche Motoren gebaut (Toleranzen, Streik, kein Bock??)- meiner Erfahrung nach ist es wirklich so, entweder ist dauernd was oder man hat zufällig einen dieser seltenen Exemplare erwischt, bei deren Zusammenbau der Montagemeister daneben stand.
Einerseits vermisse ich meinen 33er, wenn er fuhr, war´s einfach klasse - aber allein die Aussage "wenn er fuhr..." zeigt, daß zumindest meine Kiste als Auto eine Themaverfehlung war.
Jetzt fahre ich einen recht gebrauchten 75er TS mit einem Klarlackproblem (fällt ab) und das ist mir sowas von egal. Vielleicht ist dieses "am Ar***" Gefühl der Schlüssel zu 300.000km...?!!!:-]
Naja, wirklich glaube ich das auch nicht...;) , mal sehen...
Gruß
Michael
Hmmmm, bist Du sicher, dass Du nicht was falsch gemacht hast? ? ?
Alle Boxer die ich kenne haben frühestens mit 200TKM aufgegeben, kenne welche mit über 300TKM ohne irgendwelche Sonderinvestitionen, nur den normalen Wartungsplan eingehalten. Die, die früher kaputtgegangen sind, denen ist der Zahnriemen um die Ohren geflogen - und das waren auch nur 16V.
Ich stecke bei meinem Motor jetzt nicht drin und weiß nicht, was der Vorbesitzer mit dem Teil angestellt hat, ich kenne beim Boxer eigentlich nur folgende Schwachstellen:
- eingel. Nockenwelle(n)
- Hydrostößel (sofern vorhanden)
- Pleuelschrauben unterdimensioniert
Das sind die einzigen Macken, die der Boxer hat, wenn man ihn normal Pflegt und behandelt (d.h. warfahren, nicht bei kalten Motor im Standgas warmlaufen lassen, auf Überhitzung achten (Öl & Wasser) regelmäßiger Ölwechsel (alle 10TKM) mit Filter etc., regelmäßiger Kühlwasserwechsel), also im Prinzip alles machen, was im Wartungsplan steht. 'N bißchen mehr kann nicht schaden, aber man kann so einen Motor auch kaputtpflegen...
Maik
@maik
ich bin ziemlich sicher, daß ich persönlich nix falsch gemacht habe - ich habe die technischen Sachen immer in einer Alfa-Werkstatt machen lassen - nicht weil ichs nicht könnte, sondern aus einer Mischung aus Faulheit und der Möglichkeit, jemanden anscheißen zu können, wenn die Arbeit nicht ordentlich gemacht ist. Daher ging zumindest der letzte Motor auf Kulanz... anscheinend habe ich einen Fehler in der Einspritzanlage seit dem ersten Motorschaden mitgeschleppt, ohne daß die Werkstatt das raus gefunden hat, denn alle Motoren hat das gleiche Schicksal ereilt - Kolbenfresser.:-{
Jetzt hatte ich halt einfach die Schnauze voll, denn ein großer Kundendienst sollte einen Öl- und nicht einen Motorenwechsel beinhalten...;)
Die grundlegenden Verhaltensweisen in Sachen "Motoren richtig behandeln" sind mir bekannt und sind auch beachtet worden.
(bißchen was zum Hintergrund - ich restauriere und sammle italienische Roller und Motorräder - hätte ich ne größere Hobbywerkstatt, könnte ich auf Alfarestauration umsteigen...aber es paßt nix mehr rein.;) .
Das war ja das Problem - ich wußte einfach nicht mehr, was ich sonst noch machen soll - das frustet gewaltig, vorallem weils halt auch ins Geld geht und man sich schon blöd vorkommt, wenn man wieder mal vom ADAC zur Werkstatt geschleppt wird, obwohl man die Kiste weder verhätschelt noch getreten hat.
Ist jetzt Geschichte, der 75er liegt eh besser...;)
Gruß
Michael
Visconti
12.02.2002, 12:19
Bei diesen Gelegenheiten kommen mir vor allem immer die Italiener in den Sinn! Da sitzt Du bei Sonnenschein in einem Straßencafé in Milano. Direkt gegenüber von Dir die Carabinieri, vor deren Tür diverse 907er aber auch 905er ruhen. Notfall!! Sirenengeheul, hektische Polizisten. Türen knallen und Motoren heulen auf. Mit dem Gaspedal auf dem Bodenblech und gewaltigen blauen Kaltstartfahnen werden die 33er in den Dienst berufen. Du hörst noch nach Minuten, dass der erste Schaltvorgang unnahe des Begrenzers stattfand!
Und da stehen nicht nur neue Fahrzeuge, sondern vor allem auch 33er, die mehr als zehn Jahre auf dem Buckel haben. Man kann mir doch nicht ernsthaft erzählen, dass die Carabinieri die Dinger erst warmfahren bevor es richtig zur Sache geht?! Oder wechseln die alle 10.000 km die Maschine?
Ich habe mir dabei nicht nur einmal die Frage gestellt, ob ich meine Autos evtl. "überpflege"...
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