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Vollständige Version anzeigen : können sich bremsen von selbst "festbeissen"?


Michel
13.12.2001, 02:44
hi zusammen

ich hatte heute wieder eine dieser mir noch unerklärbaren zwischenfälle...

ich fuhr relativ schnell um eine ziemlich eckige 90grad rechtskurve in eine steigung rein und hab die drehzahl wieder mal etwas hochgejagt ]:-) . nach etwa 100m wirds wieder flacher und nach weiteren 50m kommt ein rotlicht, dass latürnich rot war. am ende dieser steigung dachte ich mir schon irgendwie, dass etwas nicht stimmt. zuwenig leistung... ich ging weg vom gas und wollte wie immer zum rotlicht hinrollen, aber der schwung reichte nicht ??? also musste ich etwas gas geben um vorwärts zu kommen. etwa 20-15m von der ampel entfernt und richtig langsam rollend, ist klar das irgendetwas bremst! die ampel wurde grün und ich musste richtig gas geben um vom fleck zu kommen. das fenster hatte ich da schon etwas gesenkt. von vorne kam ein geräusch wie beim bremsen, aber irgendwie mühsamer (wie beim versuch mit angezogener handbremse anzufahren). also rechts raus. um den wagen rum, an allen rädern gerüttelt. geschaut ob irgendwo flüssigkeit austritt. öl kontroliert. alles ok. also wieder anfahren. dann ganz klar von links vorne (also von dem rad mit der höchsten belastung in der am anfang erwähnten schnellen kurve) ein geräusch von metall in metall eingeklemmt -> die bremse, oder?!

ich bin dann 5-10mal mit voller kraft auf dem bremspedal "rumgesprungen" und siehe da, danach gings wieder... was kann das gewesen sein? gibts das, dass die bremsen sich praktisch selbst festbeissen und nicht mehr loslassen?

muss ich mir sorgen machen? auch dass das auf der autobahn passieren kann?

danke und gruss
michel

ps: sorry, für den langen text. als supporter nerv ich mich immer ab den leuten, die zuwenig beschreiben was war als das problem auftauchte. und ich möchts ja eigentlich besser machen... !mgrins!

pedi
13.12.2001, 07:28
Original geschrieben von Michel
hi gibts das, dass die bremsen sich praktisch selbst festbeissen und nicht mehr loslassen?

Die Bremse betätigt sich nicht von selbst.
Ich tippe, dass ein Bremsbelag, oder mehrere Bremsbeläge, nicht mehr richtig in einem der Bremszangen (welche als Schwimmsattel ausgelegt isind) flutscht. Zunder, Bremsstaub,... kann ein Grund hierfür sein.
Weitere Möglichkeit wäre, das ein Bremskolben (je einen pro Bremszange) festhängt; grösste Wahrscheinlichkeit hierfür ist Korrosion.
Ein festsitzendes Handbremsseil wird es wohl nicht sein, da Du die Ursache auf der VA vermutest, bzw lokalisiert hast.

Mal beobachten, ob dies öffters vorkommt. Wenn dem so sein sollte, Beläge wechseln und hierbei alles gangbar machen.
Also kontrollieren, ob der Kolben leichtgängig ist, und den ganzen Schmodder von dem Sitz und den Führungen der Beläge entfernen.

ms1478
13.12.2001, 07:31
Wenn die Staubschutzmanschette um den Kolben im Bremssattel rissig oder porös ist, kann hier Feuchtigkeit, bzw. Salzwasser eindringen. Läßt man den Wagen jetzt ne NAcht stehen, fährt morgens los und tritt auf die Bremse - ZACK, ist die Bremse fest, dafür muß man noch nichtmal feste ins Pedal latschen. Wenn man dann wie ein irrer Pumpt und die Bremse löst sich wieder - gut, wenn nicht auch gut, weil kein Problem.
Besorg Dir bei Alfa nen Bremsreparaturkit (Bestehend aus dieser Staubschutzmanschette, ner Tube mit Fett und ein paar Dichtungen), der kostet so um die 35DM, meine ich hätte ich letzens dafür hingelegt.

Wenn Du es selber kannst, gut, ansonsten laß es die Werkstatt machen. Der Bremskolben muß raus und Kolben und Buchse müssen blank gemacht werden. Danach wird der Kolben mit der Dichtung wieder eingesetzt, mal grob umschrieben...

Du kannst aber auch erstmal eine Notfalloperation machen:
Bau den Sattel ab und die Beläge raus, dann spritzt Du unter die maschette vom Bremskolben etwas Kriechöl oder Bremsflüssigkeit (Vorsicht, nicht auf die Scheibe tropfen lassen). Dann bewegst Du den Kolben mit hilfe ner großen Zange o.ä. vor und zurück, bis er wieder halbwegs gängig ist.

Am einfachsten wäre natürlich, Du hättest nen Schlachtwagen, wo die Teile noch funktionieren, dann könntest Du einfach umbauen...

Maik

Oskar
13.12.2001, 08:47
Kein Kriechöl. Öl hat an der Bremse nix zu suchen, weil es Gummi angreift.. Nimm Bremssaft oder Bremszylinderpaste, oder Spirotus.

Oskar

ms1478
13.12.2001, 08:58
Original geschrieben von Oskar
Kein Kriechöl. Öl hat an der Bremse nix zu suchen, weil es Gummi angreift.. Nimm Bremssaft oder Bremszylinderpaste, oder Spirotus.

Oskar

Wenn es so ist, dass Feuchtigkeit unter die Manschette wandert, ist die sowieso meistens hin. Wenn man sich jetzt das entsprechende Ersatzteil bestellt, kann man die feste Bremse zumindest so lang egal mit was (auch Kriechöl) wieder gangbar machen. Da ist es auch egal, ob die Manschette angegriffen wird, da sie ja eh ausgetauscht wird, andere Gummiteile habe ich an der Bremse noch nicht gesehen, außer den Kappen der Entlüftungsnippel, außerdem soll man ein paar Tropfen Kontrolliert unter die Manschette geben und nicht nen halben Liter über die komplette Bremse kippen in der Hoffnung, dass ein paar Tröpfchen schon den richtigen Weg finden werden. Aber ich gebe Dir recht, wer nicht weiß, was er tut, läßt es besser. Ich habe den Kolben damals an meinem 33 mit WD-40 gangbar gemacht und mir das Reparaturkit bestellt. Das gangbar machen mit WD-40 funktionierte letztenendes über 1 Jahr, danach war der Kolben wieder schlagartig fest (nach dem erswten Salz). Zu dem Zeitpunkt hatte ich einen 33 Schlachtwagen da stehen, wo der Sattel vor gut 2 Jahren neu gemacht wurde, also - Sattel umbauen. Das Reparaturkit liegt jetzt immer noch bei mir in der Garage...


Maik

Rainer
13.12.2001, 10:49
!alarm! !alarm! !alarm! !stop! Kriechöl in seinen diversen Varianten hat absolut NIX an der Bremse verloren. Hier geht es nicht nur um die Manschette, sondern um den Dichtring der den Kolben abdichtet und zurückzieht. Wie schon beschrieben hat außer Bremsflüssigkeit, Spiritus und Bremsenpaste nichts an der Bremse verloren. Mir wird ganz schlecht !wuerg! wenn ich hier die Bastel-Wastel knorz Geschichten höre. Mit einer Bremse wird nicht gefummelt oder provisorisch irgendwas gangbar gemacht - höchstens noch zum direkten Weg in die Werkstatt. Ihr spielt hier mit Eurem und anderen Leben :-* Wenn Ihr keine Kohle habt das richtig zu machen, dann laßt verdammt nochmal die Kiste stehen. Wer keine Ahnung vom Innenleben einer Bremse hat, soll einfach die Finger davon lassen - Selbstmörder !peng!

Ciao



Rainer

ms1478
13.12.2001, 11:12
Original geschrieben von Rainer
!alarm! !alarm! !alarm! !stop! Kriechöl in seinen diversen Varianten hat absolut NIX an der Bremse verloren. Hier geht es nicht nur um die Manschette, sondern um den Dichtring der den Kolben abdichtet und zurückzieht. Wie schon beschrieben hat außer Bremsflüssigkeit, Spiritus und Bremsenpaste nichts an der Bremse verloren. Mir wird ganz schlecht !wuerg! wenn ich hier die Bastel-Wastel knorz Geschichten höre. Mit einer Bremse wird nicht gefummelt oder provisorisch irgendwas gangbar gemacht - höchstens noch zum direkten Weg in die Werkstatt. Ihr spielt hier mit Eurem und anderen Leben :-* Wenn Ihr keine Kohle habt das richtig zu machen, dann laßt verdammt nochmal die Kiste stehen. Wer keine Ahnung vom Innenleben einer Bremse hat, soll einfach die Finger davon lassen - Selbstmörder !peng!

Ciao



Rainer



Jawoll - da hat mal wieder einer was zum Thema gesagt, nur um was dazu zu sagen und er hats getan...

Ich weiß sehrwohl, was ich an der Bremse mache, und Ich habe auch Ahnung davon, was in der Bremse abgeht und ich kann nur nochmal sagen:

KRIECHÖL NICHT LITERWEISE ÜBER DIE BREMSE KIPPEN, SONDERN IN EINER KLEINEN MENGE GEZIELT DAHIN BEFÖRDERN, WO ES HIN SOLL!!!

Trotzdem ist Bremsflüssigkeit hier besser angebracht, das ist richtig.

Provisorisch wird da gar nichts gangbar gemacht, das geht nämlich nicht. Einen festen Bremskolben wie von mir beschrieben gangbar machen wird so in jeder KFZ-Werkstatt gehandhabt. Erst wenns nicht funzt, wird der Kolben ausgebaut und repariert, das kann ich Dir sagen! Mit "fummeln" hat das auch höchst wenig zu tun, wenn man den Kolben so versucht gängig zu machen.

Das hat auch mit mangelnden finanziellen Mitteln nichts zu tun s.o. Es ist einfach gang und Gäbe das zuerst so zu probieren, vielleicht nicht unbedingt mit Kriechöl, aber mit den anderen Mittelchen.

Und nochwas: WER hier der Wastl Bastel ist, das können wir ja mal an anderer Stelle ausdiskutieren...

Den Selbstmörder nimmst Du zurück, sonst werde ich ein wenig garstig...

Ich werde an dieser Stelle zu diesem thema nichts mehr sagen, ist glaube ich besser so, da andere Leute ja scheinbar wesentlich mehr Ahnung davon haben wie ich. Muß ja so sein, wenn man als Wastl Bastel oder Selbstmörder bzw. als jemand der grundsätzlich keine Kohle und keine Ahnung hat beschrieben wird.

Das wars


P.S. Meint ihr im Ernst, ich gebe hier Tips, wenn ich mir nicht sicher wäre, dass das ungefährlich ist?? Andererseits würde ich das lassen...

33-146
13.12.2001, 11:48
Hi,

Provisorisch wird da gar nichts gangbar gemacht, das geht nämlich nicht. Einen festen Bremskolben wie von mir beschrieben gangbar machen wird so in jeder KFZ-Werkstatt gehandhabt. Erst wenns nicht funzt, wird der Kolben ausgebaut und repariert, das kann ich Dir sagen! Mit "fummeln" hat das auch höchst wenig zu tun, wenn man den Kolben so versucht gängig zu machen.

Wenn das eine Werkstatt macht, dann gute Nacht.
Ein Bremskolben, der schwergängig ist, gehört umgehend überholt und nicht gangbar gemacht durch Bremsflüssigkeit oder Kriechöl.
Das ist eine Methode, die man anwenden kann, um einen Kolben mit seinem Dichtungsring gängig zu machen und mit Druckluft aus dem Sattel zu holen. Aber keine normale Werkstatt - nicht mal eine schlechte - darf einen so gangbar gemachte Bremse ohne Überholung wieder vom Hof lassen.
Wozu steht der Wagen denn erst in der Werkstatt?


Grütze
von
Thomi

Chris
13.12.2001, 11:51
Original geschrieben von ms1478
P.S. Meint ihr im Ernst, ich gebe hier Tips, wenn ich mir nicht sicher wäre, dass das ungefährlich ist?? Andererseits würde ich das lassen...

Ohne jetzt belehrend wirken zu wollen, ist eben hier das Problem!
Es gibt genug Leute hier im Forum, die keine aber auch keine Ahnung von der Technik haben. Die lesen dann die Sache mit dem Kriechöl - und wie es immer so ist, denken die dann bei einem ähnlichen Problem, etwas mehr kann nicht schaden - und sprühen mal eben die ganze Bremse damit ein. Danach: Bremswirkung gleich NULL!!!

Sicher könnte man das so machen wie Du beschrieben hast, aber erstens sollte sowieso jeder der nicht weiß wie und wo, alle aber auch wirklich alle Arbeiten an der Bremsanlage einem Fachmann bzw. seiner Werkstatt überlassen und zweitens können solche Tips - wenn sie undokumentiert stehen bleiben - beim Laien, wenn sie falsch verstanden werden, zur Katastrophe führen!

Daher sind die Postings von Oskar und auch von Rainer, der ja nochmal mit aller Deutlichkeit auf die mögliche Gefährlichkeit dieses Unsinns hingewiesen hat, durchaus OK. Auch die Überdramatisierung: Selbstmörder, ist in meinen Augen durchaus OK!


Jawoll - da hat mal wieder einer was zum Thema gesagt, nur um was dazu zu sagen und er hats getan...

Kann es sein das genau Du dieser jenige gewesen bist?
Also das nächste mal beim Thema Bremsen bitte vernünftig nachgedacht und dann gepostet oder besser gar nichts dazu schreiben!

Gruß

Chris

Michel
13.12.2001, 12:57
hi leute

danke für die antworten. ich werds mal wie von pedi beschrieben beobachten. schliesslich wars ja das erste mal...
...was mich noch ein bisschen stört ist, dass es am abend passiert ist, der alfa schön warm gefahren (min 30km autobahn) und den ganzen tag in einer trockenen tiefgarage stand (so im hinblick auf feuchtigkeit und salz und so..)

was maiks posting angeht, mein ihr nicht das ihr etwas zu grob angesprungen seit? er schreibt ja:
Original geschrieben von ms1478
Du kannst aber auch erstmal eine Notfalloperation machen:
Bau den Sattel ab und die Beläge raus, dann spritzt Du unter die maschette vom Bremskolben etwas Kriechöl oder Bremsflüssigkeit (Vorsicht, nicht auf die Scheibe tropfen lassen). Dann bewegst Du den Kolben mit hilfe ner großen Zange o.ä. vor und zurück, bis er wieder halbwegs gängig ist.


diese schlagwörter zusammen mit dem wissen, dass die bremsen immer eine sehr heikle angelegenheit sind, sollten auch einem neuling mit einigermassen gesundem menschenverstand zeigen, dass man das nicht auf die leichte schulter nehmen soll.
...in meinem fall sind auch von alleine die warnlampen angegangen, weil in einem anderen thread schon mal eine ähnliche "schlacht um die bremsen" losging.

gruss
michel, dem der alfa zu wichtig ist, als mit wastlbastelbremsen rumzufahren... ähhh ich meine: der auch kein selbstmörder ist ;-)

33-146
13.12.2001, 13:36
Hi Michel,

was mich noch ein bisschen stört ist, dass es am abend passiert ist, der alfa schön warm gefahren (min 30km autobahn) und den ganzen tag in einer trockenen tiefgarage stand (so im hinblick auf feuchtigkeit und salz und so..)

Ja - das ist nicht ungewöhnlich. Wenn nämlich noch Feuchtigkeit drinne wäre, dann würde diese eher noch als Schmiermittel wirken. Fest ist das Zeugs dann letztlich, wenn es schön getrocknet ist und sich aus dem Wasser die Sauerstoffmoleküle an's Metall gekoppelt haben - das ist dann nämlich Korrosion.
Die Feuchtigkeit ist bei einer Bremse schnell nach mehrmaligem leichten Anbremsen weg.
Festfressen tut sich die Bremse dann, wenn der Kolben schwergängig ist, Hitze entsteht und sich dadurch die Bremsscheibe und die Beläge ausdehnen. Dabei verstärkt sich der Effekt von selbst.
Nach der Abkühlung haben sich die beteiligten Komponenten wieder etwas voneinander entfernt, was das Weiterfahren ermöglicht. Es kann dabei dann auch vorkommen, daß durch Verglühen der korrodierten Metallpartikel der Kolben für eine gewisse Zeit wieder ganz gut funktioniert.

Nachsehen ist da schon besser als Abwarten...


Grütze
von
Thomi

Rainer
13.12.2001, 15:18
Hi,

zum Thema gesunder Menschenverstand hab ich ne nette Posse zu erzählen. Vor ein paar Jahren hat mich ein Bekannter gefragt, wie man einen Ölwechsel macht. Ich hab ihm das erklärt (beim Golf ist das keine Hexerei) und noch so aus gedachtem Spaß gesagt, daß er er noch mal ne Runde Wasser durch den Motor pumpen kann, wenn ihm langweilig ist! Damit der Dreck auch schön rauskommt. Ein paar Tage später ruft er mich an und sagt, daß er jetzt den Wechsel machen will und ob ich mal vorbeikommen würde. Als ich bei ihm auf den Hof fahre, ist er grad dabei den Gartenschlauch auszurollen !alarm! 5min später und er hätte das wirklich gemacht, der Hirni. Wer konnte denn ahnen, daß er so wenig Ahnung hat ???

Also deshalb bin ich - gerade was Bremsen angeht - sehr sehr vorsichtig. Und jeder definiert "etwas Kriechöl" anders. Abgesehen davon, daß es dort nicht hingehört.

So wie Thomi gesagt hat, ist es maximal dazu da den Kolben rauszuholen. Gangbar machen heißt dann, Kolben raus - die Lauffläche mit 2000er leicht glätten wenn leichte Ränder vorhanden sind und dann alles mit Spiritus reinigen und mit Bremsenpaste zusammenbauen. Natürlich dabei den innen Dichtring erneuern. Alles andere ist gefährlicher Pfusch für den ich meinen Kopf nicht hin halten würde.

und by the way...nur getroffene Hunde bellen...

ich habe niemanden persönlich angegriffen. Hier geht es um sachliche Dinge und wie Chris schon gesagt hat, gefährliche Tipps.

Ciao


Rainer

mielexx
13.12.2001, 17:41
Hi Leute
ich bin auch ein Selbstmörder, wenn bei meinem Auto mal ein Bremssattel hängt. Dann mach ich das erstmal genauso wie Maik das beschrieben hat. In der Werkstatt haben wir das genau so gehandhabt.

Ciao Miele

pedi
13.12.2001, 18:02
Original geschrieben von 33-146
und sich aus dem Wasser die Sauerstoffmoleküle an's Metall gekoppelt haben - das ist dann nämlich Korrosion.

Habe meine Korrosionstheorie gelöscht, da ich (zu meinem leidwesen) Müll erzählte. *schäm* *bodenlos schäm* !hello! :-X

jud
13.12.2001, 19:13
.....mal angenommen Belagswechsel:
Wie leicht bzw schwer sollte sich der Kolben zurückschieben lassen?

pedi
13.12.2001, 19:42
Original geschrieben von jud
.....mal angenommen Belagswechsel:
Wie leicht bzw schwer sollte sich der Kolben zurückschieben lassen?

In Nm, oder wie hättest Du es gern ? :D

Schwer zu sagen. Weiter oben wurde beschrieben, "den Kolben mit hilfe ner großen Zange...vor und zurück, bis er wieder halbwegs gängig ist". Mit einer Zange kann man den Kolben zwar zurück drücken, dabei diesen aber auch leicht verkanten und dann gewaltet man wie Hirsch.
Ich drücke den Kolben mitsammt Bremsklotz zurück; dabei beuge ich dem verkanten vor.
Wenn´s schwerer geht, hole ich zuerst den Bremsklotz raus, entferne den Belag und setzte den Klotz wieder ein.
Mittels Schraubendreher oder Montiereisen drücke ich den Bremsklotz (und dadurch den Kolben) zurück. Falls Einwände kommen: dabei habe ich noch keine Bremsscheibe verbogen.
Wenn es gefühlsmässig recht schwer ging, lasse ich den Habel stecken, betätige die Bremse mehrmals, bis wieder alles ausgefahren ist und drücke nochmals zurück.

Wenn der Kolben nicht bis zum Exodus korrodiert ist, sollte damit wieder alles ok sein.

33-146
13.12.2001, 20:03
Hi,

Korrosion ist nicht die Bindung mit Sauerstoff, sondern eine Verbindung von Eisen und Wasser, also Fe und H2O. In H2O ist auch Sauerstoff, ich weis; könnt also Belehrung sparen.

Also Pedi - das ist chemisch leicht hanebüchen, was Du da so von Dir gibst. In Chemie war ich zwar vor 25 Jahren auch nicht gut, aber Rost war schon immer mein größter Feind, darum kenne ich ihn gut :-* ...
Rost ist bei Eisenverbindungen FE²O³!
Wo ist denn da bitteschön der Wasserstoff vom Wasser? Der ist nämlich wech.
Eisen korrodiert bei Verbindung mit Wasser schneller, da sich der Sauerstoff leichter vom Wasserstoff trennt und mit dem Eisen eine Verbindung eingeht, als bei normaler Luft, wo der Sauerstoff fester an die anderen Moleküle gebunden ist.

Also vor dem Belehren kommt das Lernen...
(klingt gehässig - nimm's nicht krumm)


Grütze
von
Thomi

Michel
13.12.2001, 20:09
Original geschrieben von pedi

Korrosion ist nicht die Bindung mit Sauerstoff, sondern eine Verbindung von Eisen und Wasser, also Fe und H2O. In H2O ist auch Sauerstoff, ich weis; könnt also Belehrung sparen.

Darum ist Rost auch um ca das 1.3-fache schwerer als das blanke Metall. Bei Bindung mit Sauerstoff wäre dies nicht der Fall.

Wenn Sauerstoff die Korrosion bewirken würde, dann rostet ja alles überall, denn Sauerstoff ist beinahe allgegenwärtig; Wasser nicht.

hi pedi

ich will dich nicht kränken, aber das stimmt so nicht ganz. das eisen reagiert mit dem sauerstoff und bildet eisenoxyd, sprich rost. den sauerstoff hohlt es sich aus dem wasser oder der luft. im rost (FeO, bin aber nicht mehr sicher obs nicht 2 O sind) selbst hat es keinen wasserstoff. eisen rostet auch überall, nur nicht gleich schnell. sauerstoff hat übrigens auch gewicht, drum ist rost auch schwerer.

nachzulesen ist das zb hier:
http://www.micrecol.de/luft12neu.html
leider ist hier nichts mit den chemischen formeln erklärt, es ist für schüler, aber etwas besseres habe ich gerade nicht gefunden.

gruss
michel

pedi
13.12.2001, 20:59
Original geschrieben von Michel

hi pedi, ich will dich nicht kränken, ...
Also Pedi - das ist chemisch leicht hanebüchen...

ich kenn ein Wort, das fängt mit sch an und hört mit eisse auf.

Peinlich, ich hätte Haus und Hof verwettet, dass wir dies in der Schule (auch vor 25 Jahren :)) so gelernt haben; auch mit dem Faktor 1.3 auf´s Gewicht bezogen.
Wir (also nicht nur ich) machten auch immer unsere Witzchen, wegen der (wasserbezogenen) Gewichtszunahme, bei irgendwelchen Rostkübeln von Kumpels. Dann stimmt dies ja auch nicht ?

Aber, eigentlich sagt ja das Wort Oxidation selbstredent alles.
Ich Narr.

Michel
13.12.2001, 21:41
Original geschrieben von pedi

ich kenn ein Wort, das fängt mit sch an und hört mit eisse auf.


nettes wort ;-)


Wir (also nicht nur ich) machten auch immer unsere Witzchen, wegen der (wasserbezogenen) Gewichtszunahme, bei irgendwelchen Rostkübeln von Kumpels. Dann stimmt dies ja auch nicht ?

na eine gewichtszuname besteht ja trotzdem, aber halt wegen "luft"... hört sich doch auch witzig an: "maaaan, deine kiste hat zuviel luft drin und ist zu schwer!" ;)

Aber, eigentlich sagt ja das Wort Oxidation selbstredent alles.
Ich Narr.

einsicht ist der weg zur weisheit... oder so ähnlich ;) aber du hast es ja bereitwillig gelernt und aufgenommen, und nicht noch erst 10 postings lang etwas anderes behaupet*. respekt :-]

*ist übrigens kein seitenhieb auf maik, da sind andere spezialisten gemeint..

gruss
michel

pedi
13.12.2001, 21:56
Original geschrieben von Michel

einsicht ist der weg zur weisheit... oder so ähnlich ;) aber du hast es ja bereitwillig gelernt und aufgenommen, und nicht noch erst 10 postings lang etwas anderes behaupet.
Wenn ich von meiner ursprünglicher Meinung nicht überzeugt bin,
brauche ich auch nicht herumlamentieren,
oder den Rest der Welt auf neue (bzw meine falschen) Erkenntnisse polen wollen. :-]

frieder164
16.12.2001, 22:40
Original geschrieben von Oskar
Kein Kriechöl. Öl hat an der Bremse nix zu suchen, weil es Gummi angreift.. Nimm Bremssaft oder Bremszylinderpaste, oder Spirotus.

Oskar


Da hat Oskar recht.
Gruß Frieder

Daggi
16.12.2001, 23:24
!hello! also ich repariere seit gut 20 Jahren Bremsen.Selbstverständlich überhole ich auch Bremssättel , wenn es notwendig ist.Allerdings muß ich zu meiner Schande gestehen,dass ich mir noch nie Gedanken über die Dichte von "Rost" gemacht habe :) .Ich hoffe , ich habe nichts Entscheidendes verkehrt gemacht ;)

frieder164
16.12.2001, 23:31
Hallo Michel (der Kälteresistente),

habe drei mal erlebt, daß die Bremsschläuche nach innen quellen.
Von außen siehst Du nix. Du drückst dann den/die Schläuche mit
dem Pedaldruck auf - die Quadringe, die nicht nur die Abdichtung
des Bremskolbens übernehmen sondern auch die minimalen Rück-
stellkräfte für den Kolben liefern, sind nicht in der Lage die Schläuche zu weiten und damit den Rückfluß der Bremsflüssigkeit
zu erlauben. Schau Dir die Bremsschläuche an (Mist, ich rede hier
wie einer der eine Hebebühne hat), wenn die rissig sind, solltest
Du sowieso neue einbauen. Es gehen selten alle Bremssättel gleichzeitig fest, während die Schläuche gleichzeitig quellen.
Schiefziehen hättest Du ja bemerkt.
Dies nur als kleine Hilfe (bei der Motoroptimierung haben sie alle
auf mich eingehauen).

Gruß Frieder !hello!

Michel
17.12.2001, 16:54
hi frieder !hello!

Original geschrieben von frieder164
habe drei mal erlebt, daß die Bremsschläuche nach innen quellen.
Von außen siehst Du nix. Du drückst dann den/die Schläuche mit
dem Pedaldruck auf - die Quadringe, die nicht nur die Abdichtung
des Bremskolbens übernehmen sondern auch die minimalen Rück-
stellkräfte für den Kolben liefern, sind nicht in der Lage die Schläuche zu weiten und damit den Rückfluß der Bremsflüssigkeit
zu erlauben.


kurze nachfrage, weil ich nicht so der held bin: die schläuche haben sich irgendwie mit bremsflüssigkeit vollgesaugt, drum ist jetzt der durchmesser zu klein, bzw kein durchgang mehr da. wenn ich also bremse, kommt die flüssigkeit nicht mehr zurück und die bremse bleibt gedrückt? müsste dann das nicht öfters passieren?


Schau Dir die Bremsschläuche an (Mist, ich rede hier
wie einer der eine Hebebühne hat), wenn die rissig sind, solltest
Du sowieso neue einbauen. Es gehen selten alle Bremssättel gleichzeitig fest, während die Schläuche gleichzeitig quellen.

neee hebebühne habe ich keine... aber mein mech hat auf meine frage nach allgemeinzustand des autos geantwortet, dass die bremsschläuche wie von dir beschrieben kleine risse hätten und dass man die wohl für den nächsten mfk (schweizer tüv) machen müsste es aber eigentlich nicht so tragisch sei.


Dies nur als kleine Hilfe (bei der Motoroptimierung haben sie alle
auf mich eingehauen).


neeein auf jemanden einhauen geht so: T:-
;-) :D

danke und gruss
michel

Chris
17.12.2001, 19:10
Original geschrieben von Michel
kurze nachfrage, weil ich nicht so der held bin: die schläuche haben sich irgendwie mit bremsflüssigkeit vollgesaugt, drum ist jetzt der durchmesser zu klein, bzw kein durchgang mehr da. wenn ich also bremse, kommt die flüssigkeit nicht mehr zurück und die bremse bleibt gedrückt? müsste dann das nicht öfters passieren?


Der Schlauch wird innen rissig, die Bremsflüssigkeit geht dann in das Gummi/Gewebe und der Schlauch quilt von innen zu. Wenn Du auf die Bremse tritts, geht die Flüssigkeit - da ja unter Druck -durch die Öffnung (der Schlaucht weitet sich!), da aber wenn Du den Fuß von der Bremse nimmst, geht das nun drucklose Medium (Bremsflüssigkeit!) nicht von allein wie angedacht durch den Schlauch zurück, die Öffnung ist ja zu(gequollen). Daher bleibt in diesem Fall alles was vor dem Schlauch liegt unter Druck, die Bremse bremst dauerhaft.

Diesen Fall hatte ich allerdings bei einem Alfa 164 noch nicht - eher bei noch älteren Fahrzeugen war/ ist das häufiger der Fall - wenn die Bremsschläuche und das Fahrzeug das gleiche Alter haben ;)

Von aussen sind solche Schäden nicht immer zu erkennen!!


neee hebebühne habe ich keine... aber mein mech hat auf meine frage nach allgemeinzustand des autos geantwortet, dass die bremsschläuche wie von dir beschrieben kleine risse hätten und dass man die wohl für den nächsten mfk (schweizer tüv) machen müsste es aber eigentlich nicht so tragisch sei.


Durch die Azevs siehst Du die Bremsschläuche auch ohne Hebebühne. ;)
Wenn bei der/dem MFK zulässig, solltest Du überlegen die Gummischläuche durch sogenannte Stahlflexschläuche (edelstahlummantelte PTFE-Bremsleitungen) umzurüsten. Je nach Lieferquelle sind diese Teile nicht teurer als Originalleitungen. Zudem haben sie weitere positive Eigenschaften, u.a. geben sie ein besseres Bremsgefühl, können nicht zuquellen und sind Madersicher. :)


neeein auf jemanden einhauen geht so: T:-
;-) :D

Wir haben Frieder nicht verhauen! ;)

Gruß

Chris

Timm
17.12.2001, 21:26
Mal eine gaaaanz doofe Frage, von einem der sich noch nie so richtig mit der Funktionsweise seiner Bremse beschäftigt hat:
Wenn die Bremsschläuche von innen aufquellen, merkt man so etwas eigentlich irgendwie im Bremspedal (geänderter Druck?) oder tritt das so schleichend ein, daß man es gar nicht so richtig mitbekommt?

Aber jetzt bitte nicht hauen!

Oskar
17.12.2001, 22:53
Das geht fast unmerklich. Im Anfangsstadium schleift die Bremse ein ganz kleines bisschen, das wird dann immer stärker,bis du eine 2. Feststellbremse hast.

Oskar

33-146
18.12.2001, 11:25
Hi,


... oder der erforderliche Pedaldruck wächst.
Das passiert aber schleichend (wie Oskar auch schon meinte).
Daher merkt man es erst, wenn man zwei baugleiche Modelle miteinander vergleicht.
Ist man sich im Zweifel und die Bremsschläuche sind schon älter als 6 Jahre, dann sollte man sie austauschen (lassen).
Bremsschläuche kosten nicht die Welt und sind relativ schnell gewechselt.


Grütze
von
Thomi