PDA

Vollständige Version anzeigen : Sandstrahlen, Gute Adresse gesucht


GTValfa
28.03.2003, 20:59
Hallo,
beabsichtige meinen 73er Fastback zwecks Neuaufbau karosseriemässig wieder auf Vordermann zu bringen. Fahrzeug ist bislang ungeschweisst. Karosse sehr gut bis auf vordere Schwellerspitzen und Kotflügel unten im Bereich A Säule. Als Optionen bieten sich Sandstrahlen bzw. mechanisches Entrosten mit Zopfbürste oder dergleichen an wobei letzteres schwierig sein dürfte, da ich an viele Stellen (Maske vorne, Heckblech, Bereich Reserveradmulde von unten) nicht gut herankomme.
Habt Ihr eine gute zuverlässige Adresse zum Sandstrahlen die auch gleichzeitig für die anschliessende Grundierung Sorge trägt ?

Gruss

Rainer
29.03.2003, 09:30
Wo solls denn sein?

GTValfa
29.03.2003, 16:06
Raum Köln/Koblenz/Ruhrgebiet wäre gut. Am liebsten wäre mir jemand, der partiell strahlen kann, habe nämlich eigentlich vor, das Auto rollfähig zu halten, sprich die Achsen sollten drin bleiben, wenn möglich...

koester-ralf
30.03.2003, 12:54
Hallo!

Eines vorweg - ich würde die Karosserie nicht Sandstrahlen lassen. Die Gefahr, das Verzug in den Blechen auftritt, ist einfach zu groß. Wenn der Sandstrahler auf Blechflächen, wie Türen oder Kotflügel trifft, da können sich schon leichte Dellen bilden, die selbst nach dem Füllern und Schleifen nicht weg sind. Ist der Wagen erst mal lackiert, dann sieht man die Dellen erst so richtig. Stell dir vor du gerätst an einen Betrieb, der den ganzen Tag nur dicke Bleche und Stahlträger entrostet - ich kann mir nicht vorstellen, dass der Mitarbeiter vor Ort dann viel Feingefühl für dünnes Alfa-Blech hat.
Zu diesem Thema, würde ich dir einen Artikel aus der OLDTIMER-MARKT 9/96 empfehlen. Da wird von dem sogenannten PMB (Plastic Media Blasting) oder auch Kunststoffstrahlen geschrieben. Eine neue Strahltechnik aus den USA, die ursprünglich für das Entlacken von Flugzeugen entwickelt wurde. Bei dieser Methode kann das rollfähige Fahrzeug, samt eingebauten Fenstern und Gummidichtungen, gestrahlt werden.
Leider werden in dem Artikel keine Adressen deutscher Anbieter genannt.
Aber du kannst dich bestimmt im Internet über Anbieter in deiner Region informieren.
Falls du Interesse an dem Artikel hast, dann lass mir deine Email-Adresse zukommen.
Hier noch ein Link zu dem gleichen Thema.

www.macbrite.de/vademecum/entlacken.html

GTValfa
30.03.2003, 15:11
Hallo Ralf,
Danke für Deine Antwort. Was mich an dem Artikel etwas stutzig macht ist der offensichtlich hohe Preis für das Verfahren ("einige tausend Mark") sowie die Bemerkung dass stark angerostete Blechteile (gerade das ist mein Problem, denn den Unterbodensschutz bzw. den Bitumen habe ich eh schon in mühevoller Kleinarbiet manuell heruntergekratzt) nach wie vor konventionell gestrahlt werden sollten. Ich muss auch nicht die ganze Karosse strahlen sondern kann mich auf Unterboden, Innenseiten von Kotflügel und Front/Heckblech beschränken. Türen und Hauben würde ich eh nie strahlen wollen.
Mich würde mal interessieren ob und wenn welche Erfahrungen generell mit dem Thema Entrostung vorliegen.

koester-ralf
30.03.2003, 15:33
In Sachen Entrostung, da habe ich sehr gute Erfahrungen mit dem Mittel FERTAN gemacht. Zuerst muss der lose Rost natürlich manuell entfernt werden, strahlen, mit Zopfbürste, Drahtbürste, was auch immer. Dann die befallenen Stellen mit FERTAN einstreichen, bei Hohlräumen kann FERTAN mit dem Kompressor und einer Düse eingebracht werden. Das Mittel ca. 2 Tage einwirken lassen, anschließend mit Wasser abwaschen, die Hohlräume habe ich mit der Düse ausgespült (drauf achten, dass die Ablauflöcher frei sind) und alles gut trocknen lassen. Für die Hohlräume ist ein Heissluftföhn hilfreich, ich habe den auf die kleinste Stufe eingestellt (der Alfa soll ja nicht abrennen) :-) , dann über Nacht alles schön erwärmt und trocken geblasen.
Anschließend kann auf den zugänglichen Stellen lackiert werden, in den Hohlräumen habe ich das von FERTAN angebotene Wachs mit einer Hohlraumdüse eingebracht, es kann dort wegen der schlechten Zugänglichkeit ja nicht lackiert werden.

Für durchgerostete Stellen ist dies jedoch kein Heilmittel, aber als Vorsorgemaßnahme sehr gut!!

jensputzier
30.03.2003, 15:39
Hallo,

ist ja lustig. Das mit dem Kunststoffstrahlen habe ich schon vor 10 Jahren mit meiner Vespa gemacht. Das ganze geht so:

Statt Strahlsand füllt man die Strahlanlage einfach mit Kunststoffschrot. Hatte ich damals von einer Firma Fischer (hieß glaube ich Jetblast oder ...plast). Das Zeugs hat so 2-3 mm Durchmesser. Der Sack, so 50 kg waren das, kostete damals schon knapp 200 DM, allerdings muß man berücksichtigen, daß das auch ewig hält.

Dann strahlt man Blechteile ganz normal und aller Lack geht ab. Das funktioniert einwandfrei und ohne Verzug, sogar die handschriftlichen Kennzeichnungen auf den Blechen konnte man noch lesen. Alles andere wie Spachtel geht auch ab.

Rost geht damit nicht weg, aber das macht ja nix. So kann man erstmal alles freilegen und anschließend partiell zielgerichtet den Rost entfernen.

Das Problem beim Sandstrahlen von Blechen ist, daß die Walzhaut des Bleches, das diesem die Stabilität gibt, durch das Strahlen beschädigt wird und sich das Blech verwirft. Am schlimmsten ist dies bei dünnen, planen Blechen. Wer Lust hat, kann sich bei mir mal ein nur einseitig gestrahltes 2mm dickes Blech ansehen und sich dann vorstellen, wie eine Autokarrosserie danach aussieht....

Außerdem, warum strahle ich ein Auto?

1. Lack runter.

2. Rost entfernen.

Demnach will ich erstmal allen Lack abhaben, das betrifft das ganze Auto. Dann will ich lokal vorhandenen Rost entfernen. Wozu soll ich dann das ganze Auto rauh strahlen? Dann muß ich nachher nur umso mehr rauhe Oberfläche glatt schleifen.

AlfaMadness
30.03.2003, 18:20
Moin, moin...

Wer bei großen planen Flächen sicher gehen will, das durch´s Starhel nix verdellt : Abbeizen. Metal Ready oder was ähnliches BOB sollte da helfen. Wird zwar etwas schweinisch, aber dafür bekommt das Belch keine Dellen.
Am Unterboden und da wo man´s nicht sieht ist das Blech in der Regel ohnehin so verwinkelt und steif, das man mit Kunstoff strahlen kann.
Mal suchen... bei einigen Starhbetrieben kann man sich auch Ausrüstung und pasendes Strahlgut ausleihen...

Hier noch ein Link zur Info:

www.sandstrahlen.de


Gruß
tino

www.alfa-madness.de

Marc1750
30.03.2003, 20:56
Hallo!

Sandstrahlen auch ganzer Karossen ist für einen Profi kein Problem, selbstverständlich ohne jeden Verzug! Ausnahme: große Flächen wie Dach und Türhäute nur in den Randbereichen.

Bei uns im Münchener Raum habe ich dafür eine gute Adresse, hilft aber hier nicht weiter... Hat für uns eine Kantenhaube perfekt bis in den letzten Winkel gestrahlt, Oberfläche sehr fein.
Kostet allerdings einiges...

Mechanikteile beim Strahlen drin zu lassen ist absolut fahrlässig, kommt garantiert irgendwo Sand rein (Lenkung, Gelenke, Achse).

Wenn du nur teilentlacken/ entrosten willst hilft nur Handarbeit.

Gestrahlte Oberflächen sind perfekt geeignet für den nachfolgenden Lackaufbau, so grob wird nicht gestrahlt dass man dadurch Probleme bekommt.

Aber der Strahlbetrieb sollte schon wissen was er tut - vorher Referenzobjekte zeigen lassen!

Grüße aus München

Marc

Ingenere
30.03.2003, 21:01
Hallo,

wenn's bei Deiner Karosserie nur an ein paar Stellen Rost hat, würde ich auch nicht in grösserem Stil sandstrahlen. Es wird immer auch viel gesundes Blech weggestrahlt.

Ich habe diesen Winter das Heck vom Spider saniert und dabei lokal vorsichtig mit einem Handstrahlgerät gearbeitet, also einer kleinen Spritzpistole mit Sandbehälter. Mit einem Kompressor, der dauerhaft 5-6 bar bringt, kann man damit prima kleinere Stellen entrosten. Man muss halt alle paar Minuten Sand nachfüllen, aber das geht schon.

Wenn Du Dich für selber strahlen entscheidest: Pass auf beim Strahlen der Schweller an der A-Säule und am Heckblech: Du kannst dabei den ganzen Schweller mit Sand fluten. Dann ist er in zwei Jahren verrottet, denn der Sand speichert natürlich Feuchtigkeit. Du mußt irgendwie sicher stellen, dass der Sand dort abbleibt, wo er hingehört.

Johannes

AlfaMadness
30.03.2003, 21:22
Wieder Hallo!

Der Sand "speichert" ungefähr genaus so viel Wasser wie der Staub und anderer Schmodder, der sich mit der Zeit in Hohlräumen sammelt.
Der Punkt bei Sand sind die metallischen Anteile, die dieses Material enthält. Deshalb wird auch normalerweise nicht mehr mit Quarzsand gestrahlt, sondern mit Korund oder eben Kunststoff. Strahl man Metall mit Sand, so verbleiben feinste Spuren des Strahlmaterials am Blech, und das führt im Falls von Sand zu einer erhöhten Korrosionsgefahr, der man mit geeigneten Mitteln entgegnen muss. Bleiben Sand, oder auch Phosphorsäur vom Entrosten in Hohlräumen und unzugänglichen Stelen zurück, griefen sie das Metall an und bald kann man im McDrive zahlen, ohne das Fenster zu öffnen :-]
Also abkleben, und/oder anschliesend alles ausblasen- aussaugen - ausblasen - aussaugen.
Danach MikeSander´s oder Fluid Film/ Fluid Gel rein und gut isses...


Gruß
tino


www.alfa-madness.de