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Vollständige Version anzeigen : Hinterachse "versetzt" bei 33 SW?


hegelxx
31.10.2011, 21:16
Hallo,

bei meinem Bj. 1990 33 SW (907), 1,7 8v habe ich seit langem folgendes Problem: Bei vergleichsweise extremer Bereifung (195 50 R15 auf 7x15 Borbet A, 30mm ET mit 20mm Distanzscheiben, oder jetzt 215 40 R16 auf 7,5x16 Borbet A, 30mm ET und 10mm Distanzscheibe) gibt es bei vollebesetztem Fahrzeug (4 Personen und Gepäck im Heck) bei langgezogenen Fahrbahnwellen immer Reifenkontakt mit dem Radlauf hinten rechts (immer nur hinten rechts, dabei sind beide Radläufe gebördelt und leicht ausgeweitet).

Das Fahrwerk besteht aus h&r Tieferlegungsfedern (-35mm) hier aus den shop, und gelben Konis, alle Buchsen sind PU-Buchsen, und wenn ich zu weit mit Gepäck fahre, ist das auch kein Problem...

Bei einem genauerenn Blick auf die Hinterachse habe ich festgestellt, daß das Rad rechts minimal näher an der Karosserie liegt als das linke, also so, als wäre die gesamte "Achse" aus der Mitte verschoben, um wenige Millimeter...

Also habe ich versucht, sowohl die Zugstreben rechts und den kompletten Panhardstab zu ersetzen, ohne Erfolg, es bleibt der "Versatz".

Weiß jemand Rat?

P.S.: Bei dem Auto handelt es sich um keinen Unfallwagen, der irgendwie verzogen ist, die Spur wurde ja auch beim Umbau der Federn vermessen...

Ali
31.10.2011, 22:32
Weiß jemand Rat?



Ja. Typisches Problem bei tiefergelegten Fahrzeugen mit Panhardstab, dessen Länge nicht angepasst wurde..
Der Panhardstab beschreibt beim Ein- und Ausfedern einen Kreisbogen und drückt die Achse zur rechten Fahrzeugseite

hegelxx
01.11.2011, 00:14
Ja. Typisches Problem bei tiefergelegten Fahrzeugen mit Panhardstab, dessen Länge nicht angepasst wurde..
Der Panhardstab beschreibt beim Ein- und Ausfedern einen Kreisbogen und drückt die Achse zur rechten Fahrzeugseite

Interessant! Und wie soll das nun problembehebend behandelt werden? Kann man das an zuverlässigen Werten berechnen? Oder ist das mal wieder eine Bemerkung a la "du solltest eine Kolbenrückzugsfeder einbauen"?

hegelxx
01.11.2011, 00:22
außerdem ist der blöde Stab ziemlich fest angeschraubt, du Witzbold, welche "Bewegungen" soll der denn nun machen? Sirtaki tanzen, oder Menuett?
Und von dir habe ich einen Motor gekauft... wer weiß, was du eingebaut hast!


schräge Grüße

janini
01.11.2011, 00:52
außerdem ist der blöde Stab ziemlich fest angeschraubt, du Witzbold, welche "Bewegungen" soll der denn nun machen? Sirtaki tanzen, oder Menuett?
Und von dir habe ich einen Motor gekauft... wer weiß, was du eingebaut hast!


Ich hoffe, du hast den smiley bei deinem Text vergessen. Denn böse solltest du es hoffentlich nicht gemeint haben. Ali hat absolut recht mit dem Geschriebenen.
Schau dir die Achse genau an und du wirst verstehen.

hegelxx
03.11.2011, 10:28
@janini und Ali:

nein, ich bin niemandem böse, mir leuchtete nur nicht ein, warum die Achse zwingend nach rechts ausschlägt, denn dieses Problem wird auch in Foren für andere Fahrzeugmarken beschrieben (erklären kann es dort aber auch niemand). Ich wäre ganz dankbar dafür, wenn mir das hier jemanden erklären kann.

Der Tip, den Stab einzukürzen, ist jedenfalls hilfreich und klingt logisch, ich werde versuchen, das Problem mit einer Einschweißgewindehülse zu lösen. Solche Teile gibt es ja im Motorsportbedarf, damit kann man die Länge des Stabes auch im eingebauten Zustand einstellen.

reiner164TS
03.11.2011, 15:06
Ich probiere es jetzt mal:
Der Stab ist auf einer Seite am Unterboden (links), auf der anderen Seite an der Achse befestigt (rechts).
Dabei verläuft er diagonal.
Bei Serienfedern paßt die Länge so, daß die Achse in der Mitte sitzt.
Wenn Du die Achse näher an die Karosserie bringt, wandert der rechte Anlenkpunkt nach oben und gleichzeitig nach rechts (der andere Punkt ist ja an der Karosserie fest).
Anderes Beispiel:
Nimm einen Zirkel und stecke ihn ins Papier, so daß die Mine senkrecht unter der Einstichstelle ist.
Wenn Du nun anfängst einen Kreis zu malen, bewegt sich der Zirkel nicht nur nach oben, sondern auch zur Seite - sonst gäbs ja keinen Kreis ;)
Die Karosserie-Seite ist die Nadel, die Achsseite die Mine.
Alles klar :)

Gruß
Reiner

hegelxx
03.11.2011, 16:30
@ Reiner:

schönes Beispiel, im Grunde hat Ali das ja auch gesagt...

Ich hülle mich in Sack und Asche, nachdem ich mich über das "Prinzip Panhardstab" mal etwas schlau gemacht habe. Nur am Rande: sind diese Stäbe denn immer links unten fixiert?

So, jetzt habe ich im Verlauf der Recherche aber noch etwas anderes entdeckt, nämlich ein sog. "Wattgestänge", bei dem gibt es offenbar diese Probleme mit einem einseitigen "Versatz" nicht. So etwas wird auch im Motorsportbedarf angeboten, mit modellübergreifenden Montagesätzen. Ich bin kein Fahrwerksprofi, wie man sicherlich merkt, und frage daher: Ist das nur geeignet für Heckantrieb, oder könnte man mit so einem Teil, einige Anpassungs- und Schweißarbeiten vorausgesetzt, auch das Panhardstabsystem ersetzen?

Bitte keine Anmerkungen zur TÜV-Abnahme, selbstverständlich lasse ich das alles eintragen, und der Prüfer, mit dem ich es zu tun habe, ist ziemlich kooperativ, er hat schließlich die Bremsanlage mit den 288mm Vectrascheiben und Sätteln abgenommen, das Fahrwerk übrigens auch (allerdings war da noch Originalbereifung drauf). Für die spätere Änderung der Bereifung (ohne Distanzscheiben) hat er ebenfalls sein "placet" gegeben.

reiner164TS
03.11.2011, 16:44
Du meinst so etwas wie bei den Alfa-Transen ;)

Da würde ich lieber nach einem einstellbaren Panhardstab schauen, den brauchst Du nur tauschen und dann einstellen.

Die mir bekannten Konstruktionen sind tatsächlich so aufgebaut.
Auch die Beschreibungen in Netz schreiben immer "linksseitige Befestigung an der Karosserie".
Auch die Japaner, die ja den Auspuff meist auf der anderen Seite haben, verbauen ihn so.

Gruß
Reiner

hegelxx
03.11.2011, 17:07
[QOUTE] Da würde ich lieber nach einem einstellbaren Panhardstab schauen, den brauchst Du nur tauschen und dann einstellen.

Die mir bekannten Konstruktionen sind tatsächlich so aufgebaut. [\QUOTE]

Einen einstellbaren Stab für den 33er gibt es nicht, und bevor ich so ein Teil für einen Ford Escort o.ä. (kostet über 100€) umbaue, baue ich in den Originalstab lieber das Gewinde ein für 28€.

Grüße, Stephan

AlfaRainer
03.11.2011, 17:54
Die mir bekannten Konstruktionen sind tatsächlich so aufgebaut.
Gruß
ReinerHat dies vielleicht etwas mit der "Drehmomentabstützung" zu tun, auch wenn der Panhadstab eigentlich nur zur Seitenführung der Achse da ist?
Gruß
Rainer
P.S. Übrigens oben schön beschrieben!thatsit!.

hegelxx
03.11.2011, 18:29
ok, das mit dem Panhardsystem habe ich jetzt verstanden, das scheint ja zu funktionieren, wenn auch "einseitig".

Der Stab wird auf welche Art auch immer nächste Woche gekürzt, wobei mir einfällt: wieso weisen die Verkäufer solcher Tieferlegungssysteme nicht auf die Problematik hin? (Davon steht nix in meinem Begleitheftchen zu den Tieferlegungsfedern!). In den USA mit ihrer Produkthaftung könnte ich doch vor einen Baum fahren (ganz langsam, selbstverständlich) und dann einige Millionen wegen des entstandenen Schocks einklagen!

Immerhin könnte ich danach aus der portokasse einen Zagato RZ erstehen...

Ali
03.11.2011, 20:36
Und von dir habe ich einen Motor gekauft... wer weiß, was du eingebaut hast!


schräge Grüße

Teile, denen du vermutlich gar nicht würdig bist..? !gruebel!

Ali

reiner164TS
03.11.2011, 20:38
Vermutlich, weil in den Papieren für die Tieferlegung steht, daß das Gutachten nur gilt, wenn keine weiteren Veränderungen vorgenommen wurde und weitere Änderungen durch eine Abnahme nach § ...

Du hattest ja selbst geschriebn, daß es anfangs nicht auffiel !cool!

hegelxx
03.11.2011, 20:58
@Ali:

ich hoffe schon, daß ich mit deinem Motor würdig umgegangen bin, aber du weißt doch, daß ich mit einem 1990er 907er nicht mit Vergasern auf der Straße fahren darf. Deswegen haben wir die alte Ansaugspinne von der Einspritzanlage auch umgebaut, und mit der 164er Einzeldrossel läuft er auch gut, mit der Seriendrossel gab es da erhebliche Probleme beim Standgas... die komplette Einzeldrosselanlage mit Steuergerät kostet ja nochmal 2000€ und dann noch mal das einstellen, also das werden garantiert noch mal 500€, wenn ich das mal nicht unterschätze... klar, das hätte ich gerne, so einen schönen Motor mit einer "Befeuerung", die noch besser ist ist als zwei Doppelvergaser! Disselhoff schätzt so vage, daß der dann locker 170PS hat. Und habe ich mich jemals über deinen Motor beschwert, außer in meiner etwas flapsigen Bemerkung oben im thread? Nö. Das Teil ist "der Hammer"!

Grüße, Stephan

hegelxx
03.11.2011, 21:00
@Reiner:

alles ist ohne Einshränkung eingetragen. Nur der motor... aber das geht auch.

reiner164TS
03.11.2011, 21:19
Ich meinte nur, weshalb der Hersteller das nirgends in den Unterlagen erwähnt :)

hegelxx
04.11.2011, 02:07
@ Reiner

Die frage kannst du durchaus laut stellen, die Tieferlegungsfedern und die Konis kommen schließlich hier aus dem shop.

Gruenes-Herz
04.11.2011, 07:37
Das Problem liegt nicht unbedingt bei den Federn, auf Tim's Seite (http://alfasud.alfisti.net/astd.html) (die übrigens echt phantastisch ist, Tim, solltest Du hier mitlesen, ich bin immer wieder begeistert, was da an Informationen zu finden ist) ist ja nicht nur die Hinterachse des Sud, sondern auch die des 33 abgebildet, hier sieht man, daß der Panhardstab des 33 etwas ungünstiger als der des Sud verläuft, aber im Endeffekt macht die Seitwärtsbewegung weniger als einen Zentimeter aus, diese Luft sollte im Radhaus mit allen freigegebenen Rad/Reifengrößen immer vorhanden sein. Somit sollte die Information über die Kürzung des Stabes eher in das Gutachten der Felgen, wobei, da stand bestimmt drin: "...es ist auf genügend Freigängigkeit im Radhaus zu achten...", oder so ähnlich, was kann der Felgenhersteller dazu, wenn Du beim Eintragen einen TÜV Prüfer hast, der seine Arbeit nicht richtig macht und nicht überprüft, ob der Freiraum beim vollständigen Einfedern vorhanden ist, Dir das Problem zeigt, eine Lösung anbietet und dich bittet, dies durchzuführen, bevor er die Felgen einträgt.

gruss Andreas

hegelxx
04.11.2011, 12:14
@ Andreas:

Es geht hier doch nicht um die Felgen, klar steht da im Gutachten lapidar "für ausreichende Freigängigkeit ist zu sorgen" etc., es geht darum, daß man "Deppen" wie mir einen Hinweis mitliefern könnte, daß beim Einbau von verkürzten Federn auch der Panhardstab justiert werden sollte.

Im übrigen haben die beim TÜV das Einfederungsverhalten auch getestet, indem sie mit ein paar Mann das Auto ordentlich "geschüttelt" haben, und einer hat einen Kugelschreiber zwischen Reifen und Radlauf gehalten, aber das ist was anderes als mit 4 Leuten plus Gepäck im Auto durch eine langgezogene Bodenwelle zu fahren...

So, gerade ist das Einschweißgewinde angekommen, das wird nächste Woche eingebaut, ich werde dann über Erfolg oder Mißerfolg berichten...

P.S.: Klar ist Tims Seite ganz hervorragend.