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Alt 27.05.2008, 12:02
josefini1 josefini1 ist derzeit abgemeldet
alfisti.net Foren-Gast
 
Dabei seit: Nov 2003 - Wohnort: 92648 92... Oberpfalz
Alfa Romeo: Spider '97, 166 '01
AW: Haben heutige Autos eine Chance in 30 Jahren funktionierende Oldtimer zu werden?

Das generelle Problem der heutigen Zeit ist die Haltbarkeit. Immer mehr Schnickschnack, um einen schnellen Durchsatz von immer mehr Neuwagen zu gewährleisten (nach drei Jahren läuft das Leasing aus, zwei Jahre fährt der Zweitkäufer, nach fünf Jahren gehen die Karren bereits auf den Transporter Richtung Osten, Süden....).

Ich weiß, wovon ich rede, wenn ich z. B. die Fahrwerkskonstruktion meines Oldies (230er Mercedes von 1974) anschaue. Nach 34 Jahren hatte ich erstmals alle Fahrwerksbuchsen gewechselt, das übrige Zeugs ist bei normaler Beanspruchung für 500.000 km gut.
Von der Langzeitqualität eines alten Mercedes kann man heute leider nur träumen (Rostvorsorge jetzt mal ausgenommen).
Auch die Maschinen liefen/laufen gut und gerne 500.000 km, wenn man Öl, Wasser regelmäßig kontrolliert und nach 250000 km mal die Steuerkette wechselt, um einem Riß vorzubeugen.

Ich hatte vor zwei Jahren anläßlich der Mille Miglia mal das Vergnügen, 10 Minuten mit Dr. Dieter Zetsche zu plaudern (er fuhr damals mit).
Ein sehr netter, unkomplizierter und gesprächiger Mann, aber halt ein Vertriebler durch und durch. Umsatzrendite, Marktnischen, Kaufanreize und was noch alles war sein Thema.
Qualität - da liegen die 210er und 211er Baureihen weit über dem Durchschnitt aller europäischen Mitbewerber, und die Marktforschungen ergeben nunmal, daß nach 7 Jahren der durchschnittliche Mercedes heute einfach durch einen neuen ersetzt wird. Warum sollte man also da mehr in die Langzeitqualität investieren. Der Kunde wäre nicht bereit, das zu bezahlen, so sein Originalton.

Manchmal wünschte ich mir, die Autohersteller würden sich mit dieser Einstellung mal ins eigene Knie schießen.

mfg

Josefini1
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