Ein Bertone wird zerlegt Teil 2

Mit erheblicher Verzögerung geht’s jetzt weiter.

Nachdem wir beide Schweller mit den jeweiligen Kotflügelecken entfernt hatten, kam wirklich große Erleichterung auf. Die Innenschweller waren kerngesund und wiesen nur unerheblichen leichten Rost auf. Es stellt sich auch heraus, daß die Aussenschweller schon mal erneuert wurden. Leider hat Derjenige nicht optimal konserviert, so daß sie jetzt ziemlich am ende waren. Auch die Schweißpunkte waren nicht sonderlich schön.

Der offene linke Schweller

In den hinteren Radläufen waren die Ecken, die mit dem Schweller verschweißt sind, bereits schon mal geflickt worden. Das wurde aber nur netto gemacht, sprich einfach ein Blech drüber gebraten. Wir haben die Bleche großflächig rausgetrennt und neue Bleche auf Stoß eingesetzt. Dabei habe ich bewußt die originalen Sicken nicht weitergeführt. Nach den Schwellern haben wir den Innenraum mit Zopfbürste und Heißluftfön bearbeitet. Die Innenseiten der B & C-Säulen waren sinniger Weise mit Wachs „gestrichen“ worden und die Bodenbleche mit einer Art Bitumenmasse versaut. Eine echte Plackerei! Jetzt waren die Innenseiten der Seitenteile (Kofferraum) dran. Auch hier herrschte ein Überangebot an Wachs. Nach unendlichen Rückenschmerzen und der Erkenntnis, daß der menschliche Körper nicht für Arbeiten im Kofferraum gedacht ist, waren wir aber mit dem Ergebnis sehr zufrieden.


Das gecleante Heck

Nach all den Vorarbeiten ging er zum Sandstrahlen. In Undenheim bei Mainz, kümmerte sich die Firma SDS (Tel:06737-8242) sehr gründlich um die Reste von Farbe, Rost und Fugenkit. Die Karosse habe ich ohne Verformungen oder andere Schäden wieder abgeholt. Der Preis lag 40 % unter den Angeboten sonstiger Betriebe in Wiesbaden und Umgebung und zusätzlich war das Auto auch an dem Tag fertig, für den es versprochen war. Er hat sogar die Radläufe nochmals gestrahlt, obwohl hier alles OK war. Hilfreich war das strahlen der Regenrinne. Die feinen Rostansätze wären sonst nur schwer zu entfernen gewesen.

Nachdem wir den Bert genau gesichtet hatten, wurden folgende kleinere Stellen geschweißt:
Sitzaufnahme rechts/außen/hinten auf der rechten Seite, eine ca. 4x4 große Stelle im Bodenblech oberhalb des rechten Querträges, Übergang rechtes Bodenblech / Rücksitzbank, beide Endspitzen/Innenradlauf zum Schweller hin, einige kleinere Löcher im Bodenblech (Schraubenlöcher), sowie die linke Konsole der Tragarmaufnahme. Im Motorraum. Auch am Frontblech waren einige kleinere Stellen zu reparieren.


Die geschweisste Front

Die Karosse wurde morgens gestrahlt und abends haben wir sie dann sofort rot grundiert. Obwohl der Strahler bereits viel Sand wieder entfernt hatte, haben wir 2 Tage lang die Karosse gedreht und mit Luftdruck und Staubsauger gewütet. Allein für einen Schweller haben wir ca. 2 Stunden gebraucht um ihn 100% sandfrei zu bekommen. Nachdem alle Hohlräume freigeblasen waren, haben wir mit Fertan eine Hohlraum Behandlung gemacht, um anschließend die Hohlräume mit Rostprimer von Innen zu lackieren. Wir haben soviel reingeblasen, daß die Farbe wieder rausgelaufen ist – schöne Sauerei auf dem Boden! Um aber auch den oberen Teil der