Alfa Romeo 1900 Touring Cabrio

Wie es begann

Im Frühsommer 2001 habe ich mich mit einem guten Freund über Oldtimer unterhalten. Bei diesem Gespräch fragte er mich ob die Nachfertigung einer Stoßstange möglich wäre. Er habe ein altes 1900er Cabrio und dort fehlten die Stoßstangen. Wir vereinbarten einen Termin um das gute Stück zu begutachten. Ich war begeistert! Die Stoßstangen fehlten und auch sonst war einiges zu machen...

Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um ein:
Alfa Romeo 1900CSS Touring Cabrio, Bj.: 1955, als Prototype für die Mailänder Messe gefertigt. Also eine Rarität, die lange verschollen war. Für mich als Techniker der schon immer eine Liebe zu alten Autos hatte, eine Herausforderung dieses Auto wieder auf die Straße zu bringen.

 

Fahrgestellnummer:AR1900C 01963Motornummer:AR 13083Baujahr:1955Hubraum:1975PS:115Vergaser:2x Solex 40 PIISchaltung:Lenkradschaltung, 5-GanggetriebeKarosserie:Touring, Aluminiumkarosserie, JK008Wagenfarbe:schwarz, später weinrot, dann rotEigentümer:Heinz Jaspert

Das Fahrzeug wurde von einem Diplomaten in der CSSR gefahren, später an Tschechen verkauft. Diese Leute pflegten das Auto so gut es zur Zeit des Sozialismus ging. Wie auf den Bildern zu sehen fehlten schon die Stoßstangen. Mein Freund wurde durch ein Bild in einer tschechischen Oldtimerzeitung auf dieses Fahrzeug aufmerksam. Es wurde gesucht und dann auch gefunden. Da mittlerweile der Motor defekt war, und noch einige Beschädigungen an Karosserie und Rahmen vorhanden waren, konnte er das Fahrzeug vor 18 Jahren regulär kaufen und ausführen.

 

Vor 6 Jahren wurde dann mit den Restaurationsarbeiten begonnen: Der Frontrahmen re. wurde nachgebaut und ausgetauscht, das Bodenblech im Fahrerraum ersetzt, die fehlenden Zierleisten und Blinkerschalen wurden nachgefertigt, diverse Beulen in der Aluhaut wurden entfernt und und ....
So habe ich das Auto also zum ersten mal gesehen: Motor ausgebaut und zerlegt, Innenverkleidung und Scheiben ausgebaut, diverse Teile aus dem Motorraum ausgebaut.

Eigentlich habe ich mich vom ersten Moment in das Auto verliebt. Unser Ziel ist es nun den Wagen bis Ende 2002 wieder fertig zu haben. Und das bei 1 x schrauben in der Woche (plus einige Wochenenden)


Das Jahr 2001 - Arbeit ohne Ende

Da das Auto 20 Jahre nicht gefahren wurde kam für mich nur eine 100%tige Restauration in Frage. Das war eine weise Entscheidung, wie es sich schon bei der Demontage des Getriebes herausstellte. Zum Glück hat mein Freund vor vielen Jahren beim Kauf eines anderen 1900er ein riesiges Ersatzteilpaket zugekauft. Hoffentlich sind noch alle demontierten Teile vorhanden. Das können wir aber erst im nächsten Jahr beurteilen.

So sortierten wir erst einmal das Ersatzteillager und beschafften uns eine Ersatzteilliste. Diese wurde uns von Herrn H. Gerstner, einem erfahrenen Alfa-Spezialisten zur Verfügung gestellt. Seit dem Sommer telefoniere ich mehrmals in der Woche mit Herrn Gerstner, immer erhalte ich neue Tipps.

Als nächstes wurden die Teile des zerlegten Motors zusammengesucht. Alle Teile kontrolliert, Lagersitze und Zylinder vermessen. Die lieben Vorbesitzer hatten fehlende Muttern ersetzt, aber nicht mit Feingewindemuttern, sondern mit normalen Muttern. Also erst einmal die ET-Listen nach Schrauben und Muttern durcharbeiten. Leider hat man es seinerzeit bei Alfa versäumt einige Schrauben genau zu bezeichnen - damit müssen wir aber leben. Es gibt und gab ständig Überraschungen. So hat man im Motorblock z.B. ein anderes M12 Feingewinde zur Befestigung des Z-Kopfes vor